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Die Regierung Islands überbrachte dem Parlament am 25. Mai 2009 einen Vorschlag, die Verhandlungen für den Beitritt zur Europäischen Union zu autorisieren. Experten sagen, dass die Verhandlungen innerhalb von 12 Monaten beendet sein könnten.
Island wurde von der Rezession ernsthaft getroffen. Vor dem Absturz waren Islands Bankensektoraktien von 96 Prozent des BIP im Jahr 200 auf 800 Prozent bis Ende 2006 gestiegen und waren kurz vor der Krise noch 10-fach soviel wert wie das BIP. Später im Jahr erhielt Island ein 10 Milliarden US-Dollar starkes Rettungspaket, das von Internationalen Währungsfonds gesteuert wurde.
Islands mitte-rechts Regierung brach im Januar als Ergebnis der Finanzkrise zusammen. Seitdem wird das Land von einer mitte-links Koalition unter der Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir regiert.
Während Kroatiens Beitrittsgesuch weiterhin stagniert, hat Brüssel darauf hingewiesen, dass eine Beitrittsbewerbung Islands begrüßt würde, was Änderungen am Lissabonvertrag Rückhalt geben soll, die Irland in der Hoffnung versprochen wurden, ein positives Ergebnis beim zweiten Referendum im nächsten Jahr zu erhalten, das für Oktober geplant ist (EurActiv vom 30. Januar 2009).
Ein Sprecher des Büros der Ministerpräsidentin berichtete Reuters, dass die erste Runde der Debatten über den Vorschlag wohl bereits in dieser Woche stattfinden könnte, wenn der Plan eine Mehrheit erreicht erhalten wird. Dies würde bedeuten, dass wie erwartet, bereits im Juli ein Beitrittsantrag abgegeben werden kann.
Die Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir sagte dem Parlament unabhängig davon, dass Island sich auf noch weitere Konsequenzen aus der Krise im letzten Jahr vorbereiten müsse. Der Wirtschaftskollaps hat (bei) viele(n) Einwohner dazu gebracht, der Idee ausgelöst der Union beizutreten.
Sigurdardottir sagte, dass Island seine 170 Milliarden isländische Kronen (1,34 Milliarden US Dollar) schweres Defizit zwischen heute und 2013 angehen müsse. Aber auch, wenn die Wirtschaft wie erhofft ab dem Ende des Jahres 2010 wieder wachsen soll, würde dies nur zu einer Senkung des Schuldenbergs von 70 Milliarden Kronen führen.
Man habe nur mehrere schlechte Alternativen Möglichkeiten. Dies sei eine Aufgabe die jeden betreffe und dies seien ohne Zweifel die härtesten Entscheidungen die sie in ihrer politischen Karriere je fällen musste.
Sigurdardottir, eine Politikerin deren Popularität vor allem an ihrem Image als mitfühlende Regierungschefin hängt, muss die Isländer nun auf strenge Budgetkürzungen einstellen, um den Haushalt des Landes in Ordnung zu bringen.
Die wirtschaftliche Warnung kommt während Siguardardottirs Sozialdemokraten daran arbeiten ihren Koalitionspartner, die Linksgrünen von dem Plan des EU-Beitritts zu überzeugen, oder ihm zumindest nicht im Weg zu stehen.
Der Vorschlag fordert nicht nur einen Beginn der Beitrittsverhandlungen, sondern letztendlich auch ein Referendum.
Das Althing [das Parlament] rufe die Regierung dazu auf, einen Mitgliedsantrag an die Europäische Union zu stellen und verlange, dass nach den Verhandlungen mit der Union ein Volksentscheid über den Mitgliedschaftsvertrag abgehalten werde so der Vorschlag.
Wirtschaftlicher Absturz
Die Unterstützung für den Beitritt zur EU und letztendlich für die Annahme des Euro ist drastisch angestiegen, der zum Kollaps von Islands Banken unter den massiven Einbrüchen führte.
Der Finanzminister und Vorsitzender der Linksgrünen Steingrimur Sigfusson sagte, dass er den Vorschlag nicht ablehne und die isländischen Medien haben spekuliert, dass die Hälfte der Partei für den Vorschlag stimmen könnte.
Der Weg zur Mitgliedschaft könnte sich über Jahre hinziehen, obwohl einige Beamte meinen, dass eine Mitgliedschaft bereits in 12 Monaten möglich sei, da sich Island bereits in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft befinde.
Sobald grünes Licht von der EU kommt, könnte Island ein Referendum zum Beitritt abhalten. Umfragewerte zeigen, dass die isländische Bevölkerung in zwei gleiche Hälften gespalten ist, was die tatsächliche Mitgliedschaft betrifft.
Die Fürsprecher sagen, dass eine Mitgliedschaft in der EU die wirtschaftliche Stabilität voranbringen würde und ausländische Investoren ermutigen könne. Die Krone hat es bis jetzt noch nicht geschafft wieder Halt zu finden, seit sie im Oktober abstürzte.
Allerdings hat Islands mächtige Fischereilobby ihre Vorbehalte. Die Mitgliedschaft würde auch dazu führen, dass Island sich an der zentralisieren Fischereipolitik beteiligen muss und die Kontrolle über seine Gewässer, die voll mit Kabeljau, Schellfisch, Hering und anderen ertragreichen Fängen sind abgeben.
Isländische Beamte sagten, dass sie versuchen würden von Brüssel etwas Flexibilität zu erlangen, da die Territorialgewässer des Landes an keine eines anderen EU-Landes angrenzten.
Island habe eine gute Chance dieses Jahr die EU-Beitrittsverhandlungen zu beginnen, obwohl es wohl nicht an Kroatien vorbei schleichen werde, um das nächste Land zu sein das der Union beitritt, sagte der EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn am 15. Mai Bloomberg zufolge.
Es sei immer noch möglich die Beitrittsverhandlungen vor dem Ende dieses Jahres mit Island aufzunehmen, sagte Rehn und fügte hinzu, es sei ziemlich klar, dass Kroatien das 28 Mitgliedsland sein werde.
Sogar bei der theoretischen Vorstellung, Island könne sich beeilen, so dass die beiden am gleichen Tag beitreten, wäre Kroatien immer noch vorne, da die Länder in alphabetischer Reihenfolge zugelassen werden.