Stefan Hakur Johannsson sagte, die Bewerbung sei an Schweden übergeben worden, das zurzeit die sechsmonatige rotierende Ratspräsidentschaft der EU innehat und sagte, er erwarte, dass der Schritt "politisch verfolgt" werde.
Island erwarte nun, dass sein Mitgliedschaftsantrag, beim Treffen der EU-Außenminister am 27. Juli besprochen werde, sagte er.
Der Botschafter bestätigte auch, dass das Land hoffe, dass die Verhandlungen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein würden.
"Ich glaube schon, Ja. Der Erweiterungskommissar Olli Rehn hat das praktisch gesagt und angesichts der Tatsache, dass Island schon jetzt stark in Europa integriert ist, bin ich sicher", erklärte er dieser Webseite.
"Wir sind Teil des so genannten Europäischen Wirtschaftraums, wir haben über 75 Prozent der EU-Gesetzte über Binnenmarkt übernommen und wir haben auch schon viel des relevanten Rechtsbestandes angenommen. Wir sind in diesem Beitrittsprozess viel weiter als andere Kandidatenländer. Wir sind auch Teil von Schengen", sagte der Botschafter.
Der Diplomat fügte hinzu, dass es Teil der langfristigen Strategie seines Landes ist, der Eurozone beizutreten.
Johannsson erklärte, dass sein Land die verwaltungsmäßige Kapazität habe, mit den EU-Verhandlungen fertig zu werden. "Obwohl wir eine kleine Verwaltung haben, ist sie effizient", sagte er.
Das isländische Parlament unterstützte am Donnerstag den Plan der Regierung die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union zu beginnen, was eine sehr wahrscheinliche Aussicht war, bis die Finanzkrise die Wirtschaft des Landes zu Grunde richtete (EurActiv vom 17. Juli 2009).
Letztes Jahr erhielt das Land eine Finanzspritze von 10 Milliarden Euro, die vom Internationalen Währungsfonds gesteuert wurde.
"Es ist schwierig. Wir verfolgen ein wirtschaftliches Umstrukturierungs- und Erholungsprogramm. Es gibt einige positive Elemente: Die Inflation ist gesunken, die Handelbilanzen sind positiv, aber es stehen noch schwierige Herausforderungen bevor."
"Wir sind aber eine zähe Nation, wir arbeiten hart und wir werden uns einen Weg dort durch schlagen", folgerte er.
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EurActiv erhielt die 'Motive zur Mitgliedschaft' Islands, die am gleichen Tag verfasst wurden, an dem das Parlament dem Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen zustimmte.
Motive für die Mitgliedschaft
Da Island Seite an Seite mit der EU zusammengearbeitet hat, seitdem es im Jahr 1970 der EFTA beitrat, ist Island nun bereit, den nächsten Schritt zu gehen und glaubt, dass die Mitgliedschaft gegenseitigen Interessen dient. Die 15-jährige Erfahrung Islands mit dem Binnenmarkt der EU durch den EWR ist unverzichtbar.
Die globale Finanzkrise und ihre Folgen für Island, waren sicherlich ein politischer Katalysator für die EU-Vorhaben. Eigentlich hat dieser Prozess Ähnlichkeit mit anderen europäischen Ländern die sich in Zeiten einer Wirtschaftskrise für den EU-Beitritt beworben haben. Die EU-Mitgliedschaft und spätere Annahme des Euro sind ein Teil der Strategie Islands in Richtung langfristiger wirtschaftlicher Stabilität, wie sie im robusten Wirtschaftsprogramm des IWF widergespiegelt wird. Die Globalisierung erfordert mehr Zusammenarbeit, nicht weniger.
Als gleichwertiger Partner freut sich Island darauf, grundlegende Beiträge zu positiven Entwicklungen in Bereichen wie nachhaltige Fischerei, erneuerbare Energie, arktische Politik und Umwelt zu leisten und die EU-Integration, Wettbewerbsfähigkeit und soziale Kohäsion zu stärken. Wie im Falle weiterer Beitrittsverhandlungen, wird es deshalb Herausforderungen geben, die es zu überwinden gilt. Jedoch vertraut die isländische Regierung darauf, dass Island und die EU mit viel Glauben, Bestimmung und Verständnis gegenseitig akzeptable Lösungen finden werden, die gleichzeitig die fundamentalen Prinzipien der EU respektieren und mit den entscheidenden nationalen Interessen Islands übereinstimmen.
Der breitere Kontext:
Das es eine gemeinsame Identität und geteilte Werte gibt, ist Island ein europäisches Land, das ein gemeinsames Erbe und gemeinsame Interessen mit Europa teilt. Island teilt die Grundwerte der EU von Demokratie, Menschenrechten und Rechtstaatlichkeit wie sie von den Kopenhagen Kriterien widergespiegelt werden. Island ist ein stolzer Repräsentant des Europäischen Modells, das auf starken demokratischen Institutionen, freier Marktwirtschaft, Umweltschutz und sozialer Kohäsion basiert. Seit 1994 hat Island stark zum EFTA/EWR Finanzmechanismus beigetragen, der die Stärkung der EU-Kohäsion zum Ziel hat.
Als Land in Europas nordwestlichem Flügel und als einziges Land, das sich komplett in der Arktis befindet, ist es eine Region an der die EU verstärkt Interesse bekommt. Island glaubt, dass seine Mitgliedschaft der geografischen Vollkommenheit der EU dienen werde. Island und die EU teilen gemeinsame Interessen im Hohen Norden. Island freut sich darauf, den nächsten logischen Schritt in Richtung einer EU-Mitgliedschaft zu gehen und seinen Beitrag zum gemeinsamen Ziel Europas zu verstärken, den Frieden und den Wohlstand für seine Bürger zu wahren.
Reykjavik, 16.07.2009



