Nach der Eröffnungsveranstaltung der IT-Messe Cebit in Hannover einigten sich Merkel und Sarkozy darauf, dass die Beziehungen der Union zu den Nicht-EU-Staaten entlang der Mittelmeerküste eine neue Grundlage benötigten. Merkel nannte die Aktivitäten der EU in dieser Region ein ‚zentrales Element’ der EU-Außenpolitik.
Sarkozy hatte ursprünglich beabsichtigt, die Initiative offiziell während eines Gipfels am 13. Juli 2008 in Paris, an dem nur zehn mögliche Mitgliedstaaten teilnehmen sollten, ins Leben zu rufen. Die übrigen Mitgliedstaaten sollten erst am darauf folgenden Tag teilnehmen. Infolge der deutsch-französischen Einigung werden nun alle EU-Mitgliedstaaten während der Gründung des neuen Projektes anwesend sein.
Frankreich wird am 1. Juli 2008 die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen.
Der französische Vorschlag zur Schaffung einer Mittelmeerunion hat enorme Kritik aus Deutschland erfahren. Berichten zufolge habe diese Uneinigkeit auch zu einem Aufschub eines bilateralen Treffens zwischen Sarkozy und Merkel geführt, das für den 3. März 2008 geplant war.
Sarkozy hat besonders das Problem der Energieversorgung als eine der wichtigsten Säulen der neuen Union betont. Frankreich schloss jüngst Abkommen mit Libyen und Algerien über den Transfer von Nukleartechnologien zum zivilen Gebrauch ab. Im Gegenzug würde Frankreich Zugang zu den Gaslieferungen des Landes erhalten (siehe EurActiv vom 16. Juli 2007, sowie EurActiv vom 26. Juli 2007).



