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Namensstreit: Mazedonien wird zu Kompromiss gedrängt [DE]

Veröffentlicht 01. Oktober 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Im Vorfeld eines erwarteten Kompromissvorschlags der UN geriet die mazedonische Führung diese Woche beim Namensstreit mit Griechenland aneinander. Westliche Diplomaten sagen, Skopje müsse diesen Kompromissvorschlag akzeptieren, wenn es auch weiterhin auf einen EU- und NATO-Beitritt hoffen wollte. 

In einem beispiellosen verbalen Schlagabtausch standen sich der mazedonische Präsident Branko Crvenkovski und Premierminister Nikola Gruevski gegenüber. Nach seiner Rückkehr von seinem USA-Besuch am 29. September 2008 warf Crvenkovski Gruevski vor, die Gespräche mit Griechenland zu behindern. Crvenkovki betonte die Absurdität des Namensstreits und wies darauf hin, dass Mazedonien sich zu einem Kompromiss bereit erklären solle.

Er rufe den Premierminister dazu auf, in dieser für Mazedonien wichtigen Zeit verantwortungsbewusster zu sein und sich den Herausforderungen zu stellen. Gruevski solle sich „wie ein richtiger Premierminister“ verhalten, meinte Crvenkovski vor Reportern.

Gruevski konterte und warf Crvenkovski Schwarzseherei vor. Er beschuldigte ihn, 1993 den Namenskompromiss Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien akzeptiert zu haben, der seitdem von der UNO und anderen internationalen Organisationen verwendet wird.

Seit seiner Wiederwahl bei den von ihm anberaumten vorzeitigen Wahlen am 1. Juni haben Gruevski und seine Regierung bezüglich des Namensstreits auf stur geschaltet (EurActiv vom 8. September 2008). Gruevski verärgerte auch Griechenland mit seinen Forderungen nach besserem Schutz und der Förderung der Rechte der mazedonischen Minderheit in Griechenland (EurActiv vom 17. Juli 2008). Athen warnte, dass solche Forderungen den Interessen Skopjes nur schaden würden.

Westliche Diplomaten drängen Mazedonien nun, den Kompromiss anzunehmen. Dieser wird voraussichtlich in den nächsten Tagen von UN-Vermittler Mathew Niemetz, einem amerikanischen Diplomaten, vorgestellt. Die derzeitige US-Regierung hat sich sehr um einen Kompromiss bemüht, der den Weg zu einer Mitgliedschaft Mazedoniens in der NATO bereiten würde. Auf dem NATO-Gipfel im April wurde Mazedonien der Aktionsplan zur Mitgliedschaft (MAP) verweigert, weil Griechenland sein Veto aussprach (EurActiv vom 2. April 2008). Diplomaten glauben, dass es weniger sicher sei, dass die nächste US-Regierung dieser Streitfrage ebenso viel Aufmerksamkeit schenken wird, unabhängig davon, wer der nächste US-Präsident werde.

Die griechische Presse spekulierte, dass die Verwendung des Namens ‚Northern Macedonia’ (Nord-Mazedonien) im internationalen Rahmen das Herzstück in Niemetzs Vorschlag sein wird. Außerdem lassen Informationen, die durchgesickert sind, vermuten, dass die Nationalität der mazedonischen Bürger ‚Makedonski’ und nicht Mazedonisch genannt werden wird, um Griechenland entgegenzukommen, dessen nördliche Region ebenfalls Mazedonien heißt.

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