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Professor: Keine Angst vor einer muslimischen Türkei

Veröffentlicht 05. Februar 2010
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Um auf internationaler Bühne stärker zu werden, muss Europa die Türkei aufnehmen. Dies sagte Yuhishthir Raj Isar, Professor an der amerikanischen Universität in Paris, in einem Interview mit EurActiv.

Die Bemerkungen folgten einer Auftaktveranstaltung im Europäischen Parlament zur Würdigung Istanbuls als Europäische Kulturhauptstadt 2010 (2. Februar), bei der Isar einer der Hauptredner war.

"Es gibt keinen Grund, warum Europa – ein Kontinent, in dem bereits eine hohe Anzahl von Muslimen lebt – vor einem Land mit einer vorwiegend muslimischen Bevölkerung Angst haben sollte", sagte er.

Mit Verweis auf die europäische Geschichte stellte Isar dar, dass die Grenzen der europäischen Familie immer sehr flexibel gewesen seien.

So wies der Präsident des European Forum for Arts and Heritage (EFAH) darauf hin, dass Europa für die alten Griechen einst die gesamte südlich von Bulgarien gelegene Region bedeutete.

Wissenschaftlern zufolge war "Europa" – der Legende zufolge Name einer phönizischen Prinzessin, die von Zeus in Gestalt eines Bullen entführt wurde – etwa um 400 n. Chr. tatsächlich der Name eines Bistums in der thrakischen Provinz des Römischen Reichs.

Dieses Bistum umfasste Gebiete in Südbulgarien und -griechenland sowie den europäischen Teil der Türkei.

Europa sei nicht als Zeichen eines kulturellen Nationalismus, sondern aus pragmatischen – sowohl politischen als auch wirtschaftlichen – Gründen geschaffen worden, so Isar weiter.

"Heute wird diese Länderfamilie von etwas bedroht, dass man vielleicht als 'Ch-Indien' bezeichnen könnte: der geballten Macht Chinas und Indiens", sinnierte er. Um auf internationaler Ebene in einer globalisierten Welt Bestand zu haben, verliehen regionale Bündnisse den vielen einzelnen Staaten Stärke und Zusammenhalt.

Der in Indien geborene Isar, der inzwischen die französische Staatsbürgerschaft besitzt, sagte, seine doppelte Kultur verleihe ihm einen "einzigartigen Blick". Indien könne auf gewisse Weise auch als erfolgreiches Europa betrachtet werden, da das Land aus mehr als 20 verschiedenen Ländern mit jeweils eigener Sprache und Kultur bestehe.

So sei "In Vielfalt geeint" seit der Unabhängigkeit 1950 das Motto der Indischen Union gewesen, bevor es zu einem Leitprinzip der EU geworden sei.

Um das ganze Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier (nur auf Französisch verfügbar).

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