Nachdem 99,9 Prozent der Stimmen gezählt worden waren, zeigten die vorläufigen Ergebnisse, dass 51,5 Prozent der Slowenen den Deal unterstützten, so die staatliche Wahlkommission.
Die Abstimmung sollte Kroatiens Chancen erhöhen, 2012 der - EU 27 beizutreten, wenn es die Beitrittsgespräche nächstes Jahr erfolgreich abschließt.
Dem Schlichtungsverfahren in der Frage der Grenzziehung zufolge wird eine internationale Arbeitsgruppe den Streit über die See- und Landgrenze schlichten, der dem Zerfall Jugoslawiens im Jahr 1991 entspringt. Die Entscheidung der Arbeitsgruppe wäre für beide Länder bindend.
„Dies ist ein historischer Entschluss […] Dies ist ein großer Erfolg für Slowenien“, sagte Premierminister Borut Pahor dem slowenischen Staatsfernsehen.
Slowenien trat 2004 als bislang erster ehemaliger jugoslawischer Staat der EU bei. Wie jedes andere EU-Mitglied kann es gegen den Fortschritt Kroatiens auf dem Weg zum Beitritt Widerspruch einlegen.
Die kroatische Premierministerin Jadranka Kosor, die nach der Schließung der Wahlkabinen ein Telefongespräch mit Pahor führte, sagte Kroatiens Staatsfernsehen, sie rechne mit keinen weiteren Handlungen Sloweniens, den Weg Zagrebs zum Beitritt zu sperren.
„Es wird keine Hindernisse mehr geben. Der Dialog geht sicher weiter. Mit diesem Abkommen […] haben wir die EU-Beitrittsgespräche Kroatiens von der Lösung des Grenzstreits abgetrennt.“
Wichtiges Zeichen
Der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso hieß das Ergebnis der Volksabstimmung willkommen.
„Dies ist ein wichtiger Schritt vorwärts […] Wir freuen uns nun auf eine endgültige Lösung des Streits. Die Lösung dieser bilateralen Frage ist ein wichtiges Zeichen für die Region und die Beziehungen zwischen Slowenien und Kroatien.“
Pahors Mitte-Links-Regierung hat das Ende des Grenzstreits mit Kroatien zu ihrem hauptsächlichen außenpolitischen Ziel gemacht. Slowenien blockierte Kroatiens EU-Beitrittsverfahren für den größten Teil des Jahres 2009, bis die beiden Regierungen im letzten September zu einer Einigung kamen.
Janez Jansa, Oppositionsführer und früherer Premierminister, der den Deal als nachteilig für Slowenien verschrien hat, sagte, der Einigung beizustimmen, bedeute für Slowenien den Verlust des Zugangs zu internationalen Gewässern.
„Dieses Resultat zeigt, dass Slowenien über eine Frage geteilt ist, über die Einigkeit herrschen sollte.“
Der Streit beinhaltet einen Streifen Land auf der istrischen Halbinsel an der nördlichen Adria. Slowenien, welches zwischen Italien und Kroatien geklemmt ist, hat direkten Zugang zu internationalen Gewässern verlangt, was Kroatien dazu zwingen könnte, etwas des Meeres aufzugeben, das es als seines betrachtet.
Beobachter sagen die Zustimmung werde den 19 Jahre alten Grenzstreit beenden und die Beziehungen zwischen den beiden Ländern vereinfachen.
Keine der ehemaligen jugoslawischen Republiken hat bisher EU-Beitrittsgespräche eröffnet und die meisten stecken noch in historischen Rivalitäten und Altlasten der Kriege aus den 1990er Jahren fest.
Eine kleine Anzahl an postalisch eingesandten Stimmen in der slowenischen Abstimmung müssen noch gezählt werden und die Endresultate kommen am 29. Juni.
(EurActiv mit Reuters.)




