Topolánek, dessen Land zurzeit den nach jeweils sechs Monaten rotierenden Ratsvorsitz der EU stellt, sagte, er glaube, dass Montenegro innerhalb von einem Jahr den Status eines EU-Beitrittslandes erhalten könnte.
Er hoffe, dass der Prozess im nächsten Jahr, zu Beginn der vorgesehenen Periode für Beitrittsverhandlungen, gestartet werden könne, sagte Topolánek. Er fügte hinzu, dass Montenegro zuerst die Reformen der staatlichen Verwaltung und des Rechtssystems in die Wege leiten müsse, um so den Kampf gegen Korruption und organisiertes Verbrechen zu verstärken.
Es wird erwartet, dass die EU-Außenminister, bei ihrem Treffen am 16. und 17. März 2009 darüber diskutieren werden, ob man Montenegro in den Status eines Beitrittslandes erheben solle.
Aber Berichten der niederländischen Presse zu Folge, lehnt die Regierung Balkenende einen solchen Schritt ab.
Die niederländische Regierung stehe einer Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit dem ehemals jugoslawischen Staat Montenegro weiterhin kritisch gegenüber, schrieb die Tageszeitung Volkskrant und zitiert dabei den Außenminister Maxime Verhagen. Laut der Zeitung wies der Minister darauf hin, dass es immer noch zu viel Korruption in dem Land gebe und das organisierte Verbrechen noch zuviel Einfluss habe.
Die tschechische Republik setzt sich stark für einen Beginn der Gespräche mit Montenegro ein und auch andere Länder, wie z.B. Schweden sind der Auffassung, dass die Niederlande zu stur seien, schreibt der Volkskrant weiter.
Die Niederlande wurden in den letzten Monaten auch als größter Gegner des Beitrittsprozesses von Serbien angesehen. Belgrad hat ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der EU abgeschlossen, jedoch wurde dieser Prozess auf Eis gelegt, da die Niederlande von Serbien eine „vollständige Kooperation“ mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag verlangen. Das heißt die Niederlande warten darauf, dass der Kriegsverbrecher Ratko Mladic gefangen genommen und vor Gericht gebracht wird.
Einige EU-Länder stellen sich hinter die Zurückhaltung der Niederlande in dieser Frage, da auch sie eine weitere Öffnung der EU, vor mehreren anstehenden Wahlen, nur ungern sehen. Die europäischen Wahlen im Juni, die Bundestagswahlen in Deutschland im September und das zweite irische Lissabon-Referendum, womöglich im Oktober, stehen noch bevor.



