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Wahlhilfe soll Interesse an Europawahlen erhöhen [DE]

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Veröffentlicht 28. April 2009, aktualisiert 29. Januar 2010

Ein Team prominenter europäischer Wissenschaftler hatte letzte Wochen den „EU-Profiler“ vorgestellt, eine innovative „Wahlhilfe“- Website, die es Bürgern in ganz Europa ermöglicht vor den stattfindenden Europawahlen im Juni ihre politische Identität zu finden. 

Nach den Angaben seiner Gründer ist der EU-Profiler der erste seiner Art auf der europäischen politischen Bühne und soll dazu dienen den Wählern interessante Ideen zu geben, bevor sie an die Wahlurnen gehen. 

Seine Gründer bezeichnen ihn als eine Hilfe für Wähler einen uneingeschränkten Überblick über die europäische politische Landschaft zu bekommen, sowie deren Platz in ihr. Das ausgeklügelte Online-Werkzeug hat mehr als 300 europäische Parteien in 30 Ländern untersucht. 

Logistisch gesehen war die Aufgabe einzigartig, mit mehr als 120 akademischen Mitarbeitern, vier in jedem der 30 Länder. Die geistigen Väter des EU Profilers teilten rasch mit, dass das Instrument ohne EU-Fördermittel erstellt wurde, damit Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit gewahrt blieben. 

Finden der politischen Heimat

Die wahre Innovation des Profilers ist es dem Wähler, nachdem er 30 Fragen beantwortet hat, nicht nur die Partei, der er am nächsten in seinem Heimatland steht anzuzeigen, sondern auch ihre „ideologische Heimatpartei“, wo immer sie in Europa zu finden ist. Das Finden einer politischen Heimat könnte die Unsicherheit von Wählern reduzieren.

„Er zwingt sowohl Wähler als auch Parteien ihre eigene politische Stellung zu analysieren“, sagten sie gegenüber EurActiv. Des Weiteren analysiert das Instrument die Übereinstimmung zwischen den europäischen Schwesterparteien und zeigt, dass Sozialdemokraten ziemlich ähnliche Positionen vertreten, während liberale Parteien sich überall befinden. 

Auf lange Sicht, könnte dies eine Reihe von interessanten Konsequenzen haben. Wenn ein Wähler, der in seinem Heimatland normalerweise für eine liberale Partei stimmen würde, herausfinde, dass seine politische Heimat eher in einer Mitte-Linkspartei zu finden sei, könne dies das Interesse der Wähler für zukünftige paneuropäische Wahlen beeinflussen.

Der Profiler wird daher in diesem riesigen gemeinsamen EU-Wahlbezirk zeigen, wie groß die länderübergreifende Wahl „sein kann und sein soll”.

Das Team aus Sozialwissenschaftlern gab an, dass die Erkenntnis eines Wählers nur in einem anderen Land repräsentiert zu sein, dazu führen könne, dass er nicht zur Wahl gehe. Allerdings glaube man, dass genau das Gegenteil passieren werde. 

Nächste Schritte: 
  • 4. bis 7. Juni 2009: Wahlen zum Europaparlament
Hintergrund : 

Die Idee eines Onlinetests, um die politische Orientierung herauszufinden ist nicht neu. Der „Electroal Compass“ existiert in den USA schon seit mehreren Jahren. Der „EU-Profiler“ ist jedoch der erste und umfangreichste seiner Art , um sich ausschließlich mit der EU-Wahl  zu beschäftigen. 

Der EU-Profiler wurde von einem Konsortium aus dem Europäischen Universitätsinstitut (Florenz), Kieskompas, einem niederländischen Unternehmen das in der Vergangenheit ähnliche Tests produzierte und dem Züricher NCCR Democracy/Politools Netzwerk  entworfen und eingesetzt. 

Das Prinzip ist einfach: Sie gehen einfach auf die Seite www.euprofiler.eu ,wählen ein Land und eine Sprache aus und füllen dann den Bogen von 30 Fragen aus. 28 davon sind standardisierte Fragen zur Überprüfung Ihrer breiten politischen Orientierung und zwei sind länderspezifisch, um größere landesbezogene Genauigkeit sicherzustellen.  Die gleichen 30 Fragen wurden auf 300 nationale Parteien in Europa angewandt, um ein echtes europäisches Spektrum an Parteiorientierungen aufzubauen.

In der Theorie wird der Profiler nicht nur zeigen, welche Partei im Heimatland der Befragten am besten zu ihrer politischen Orientierung passt, sondern auch, welche Partei in jedem dieser 30 Länder am besten mit ihrer Auswahl übereinstimmt.  

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