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Libertas stellt „eklektische” Liste französischer Europawahl-Kandidaten auf [DE]

Veröffentlicht 11. März 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die umstrittene anti-Lissabon Partei, Libertas, wird heute (11. März 2009) ihre französischen Kandidaten für die diesjährigen Europawahlen vorstellen. Wie EurActiv vorab erfahren hat, wird diese Liste eine „eklektische Mischung" von Euroskeptikern, Traditionalisten und sogar einem ehemaligen UMP-Mitglied, enthalten.

Libertas hatte gestern angekündigt, dass der britische Wahlkampf von dem ehemaligen Soldaten Robin Matthews angeführt werden wird, der erklärte, Libertas sei die einzige Möglichkeit für die britischen Bürger besser von der EU berücksichtigt zu werden.

In Frankreich wird Libertas unterdessen drei Politiker nominieren, die den Wahlkampf anführen werden: Viscount Philippe de Villiers, Frédéric Nihous und Jérôme Rivière.

De Villiers ist ein bekannter Name in der französischen Politik, da er, mit seiner euroskeptischen Partei Mouvement pour la France (MPF), bereits bei zwei Präsidentschaftswahlen angetreten ist. Er hatte auch durch seine Ansichten zum Islam und der Integration von Muslimen Kontroversen ausgelöst.

Nihous ist Mitglied der CPNT Partei, dessen Kürzel für „Jagen, Angeln, Natur und Tradition“ steht, einer landwirtschaftlichen Bewegung, die die traditionellen Werte des ländlichen Frankreichs und besonders das Recht zur Jagd, zu verteidigen sucht. Die Partei hatte in den Europawahlen im Jahr 1999 sechs Sitze gewonnen, sie aber 2004 alle wieder verloren, nachdem sie nicht die 3 Prozent erreichte, die nötig sind, damit eine Partei ihre Wahlkampfkosten erstattet bekommt.

EurActiv hat außerdem in Erfahrung gebracht, dass Rivière, ein ehemaliges UMP (Union pour un mouvement populaire) Mitglied, das die Kandidatur Philippe de Villiers bei den Präsidentschaftswahlen 2007 unterstützt hatte, ebenfalls als Libertas-Kandidat aufgestellt werden wird. Rivière war bis zu seinem Parteiausschluss Mitte 2007 Mitglied von Präsident Sarkozys UMP-Partei. Im Vorfeld war von den französischen Medien berichtet worden, dass Rivière den Libertas-Wahlkampf in Frankreich zwar koordinieren würde, aber sein Name nicht auf den Wahlzetteln erscheinen würde.

Experten für die Europawahlen des europafreundlichen Think-Tanks Notre Europe beschrieben die französischen Libertas-Kandidaten, als eine „eklektische Mischung“ und drückten ihre Überraschung aus, dass sich Villiers der Bewegung von Declan Ganley zugewandt hat.

Es sei überraschend, dass Philippe de Villiers, ein überzeugter Monarchist, Libertas beitrete, obwohl die Partei in keinster Weise eine royalistische Position vertrete. Tatsächlich verstehe sich die Partei als europäisch, was definitiv einen Widerspruch darstelle.

Aus internen Quellen hieß es, dieses Trio sei ein weiteres Anzeichen für die Methode von Libertas, Kandidaten aus ganz Europa zu rekrutieren, um eine Ansammlung von bekannten politischen Querdenkern zu schaffen.

Die Veröffentlichung der Libertas-Parteiprogramms, das, so Ganley in einem EurActiv Interview, die Parteiposition in vielen verschiedenen Bereichen der Politik darlegen werde, wurde unterdessen vom 25. März auf ein noch nicht bekannt gegebenes späteres Datum verlegt. Das Ereignis hätte in Rom stattfinden sollen.

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