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23. November 2009
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Orthodoxe Einheit für nächstes Parlament erwägt [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 17. April 2009   

Die Europaabgeordneten von verschiedenen orthodoxen Ländern sollten im nächsten EU-Parlament enger zusammenarbeiten, so diverse Sprecher auf ihrem Treffen am Mittwoch (15. April 2009) in Brüssel.

Hintergrund:

Nach dem „Morgenländischen Schisma” der römischen Kirche im 11. Jahrhundert identifizierte sich die westliche Kirche eher mit der „katholischen“ Bezeichnung, während die östliche Kirche schritt weise mit dem Begriff „orthodox“ in Verbindung gebracht wurde. 

Die Beziehungen der orthodoxen Kirche und dem Vatikan waren kompliziert und sogar gewalttätig. Erst im Jahre 1965 hoben die Kirchen gegenseitige Exkommunikationen auf, die bis ins elfte Jahrhundert reichten. 

Im Juni 1995 besuchte Patriarch Bartholomäus I, der zum 273. Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel im Oktober 1991 gewählt wurde, zum ersten Mal den Vatikan. Papst Johannes Paul II und der Patriarch gaben explizit ihren gegenseitigen Wunsch nach einer Annullierung der Exkommunikationen der Vergangenheit bekannt und befürworteten stattdessen einen Weg, der zu einer Wiedereinführung der vollen Kommunion führen würde. 

Trotz der Bemühungen des Papstes und des Patriarchen das Schisma zu heilen, wurde im Verlauf des letzten halben Jahrhunderts nur geringer Fortschritt in der Aussöhnung erzielt. Ein Stolperstein dafür, ist die Tatsache, dass Orthodoxe und Katholiken verschiedene Ansichten über die Ursache der Spaltung haben. 

Die orthodoxe Kirche ist in Griechenland, Zypern, Bulgarien und Rumänien die vorherrschende Religion. Auch in Ländern wie Lettland, Litauen und Estland gibt es ebenfalls eine größere russisch-orthodoxe Bevölkerung, sowie in den Beitrittsländern und potentiellen Beitrittsländern Mazedonien, Serbien, Montenegro und bei großen Teilen der Bevölkerung Bosnien-Herzegowinas.

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Um traditionelle Parteigrenzen zu überschreiten haben Europaabgeordnete aus Zypern und Rumänien beschlossen, sich mit bulgarischen Kollegen zusammen zu schließen, um ein aktuelles Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (ECHR) zu missbilligen, dass sie als Versuch ansehen, die bulgarisch-orthodoxe Kirche zu spalten. 

Am 22. Januar 2009 urteilte der ECHR darüber, dass bulgarische Behörden das Recht zur Freiheit der Religionswahl für einige Individuen verletzt hätten, da man sie aus von ihnen besetzten Kirchen und Tempeln vertrieben hatte während sie angaben die legitimen Repräsentanten der bulgarisch-orthodoxen Kirche zu sein. 

Einige Europaabgeordneten behaupteten, dass die Einheit der bulgarisch-orthodoxen Kirche und der Status ihres Führers, Patriarch Maxim, nach dem Kirchengesetz nicht in Frage gestellt werden könne. Außerdem gaben die Parlamentarier an, dass der Disput und das Schisma in der bulgarisch-orthodoxen Kirche (BOK) bereits im Jahre 1998 von vom einzigen Forum, das über die Legitimität der BOK entscheiden kann, geklärt wurde. 

Tatsächlich wurde in jenem Jahr das oberste Forum der östlichen orthodoxen Kirchen in Sofia abgehalten, an dem alle Führer der orthodoxen Kirchen teilnahmen. Dieses Gremium stellte klar, dass die einzige kirchenrechtlich anerkannte Führerschaft der bulgarisch-orthodoxen Kirche, die Heilige Synode ist, die von Patriarch Maxim geleitet wird. 

Deshalb bezeichneten die Europaabgeordneten die Entscheidung des Gerichtes in Straßburg als „unfair”. Der zypriotische Europaabgeordnete Panayiotis Demetriou (EVP) unterstellte, dass die bulgarischen Behörden nicht genug getan hätten um ihren Fall zu präsentieren und er deshalb verloren wäre. Dies wurde von Vertretern der bulgarischen Zivilgesellschaft bestätigt, die inoffiziell mit EurActiv sprachen. 

Der rumänische sozialistische Abgeordnete Victor Bostinaru riet den bulgarischen Behörden sich besser auf eine Anfechtung eines Urteils vorzubereiten. In seiner Kapazität als Mitglied des Beschwerdeausschusses des Europaparlaments bedauerte er die geringe Informationsbereitschaft der bulgarischen Behörden, da er sagte, dass er von Beschwerden überhäuft worden sei, sie aber nicht habe beantworten können. 

Die bulgarischen Europaabgeordneten Marusya Lyubcheva, Evgeni Kirilov, Iliana Iotova, Kristian Vigenin(Sozialdemokraten), Bilyana Raeva, Mariela Baeva, Vladko Panayotov (Liberale) und Slavi Binev (parteilos) machten bereits klar, dass die Anfechtung des ECHR-Urteils hoch auf ihrer Tagesordnung bleiben werde. 

Einige Sprecher sagten, dass es ihr Wunsch sei, die Koordination zwischen orthodoxen Europaabgeordneten in im nächsten Europäischen Parlament, nach den Juniwahlen zu stärken, um die Art und Weise zu verbessern, wie ähnliche Herausforderungen angegangen werden könnten und um dem europäischen Projekt mehr „Spiritualität“ zu verleihen. 

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