Den Wahlkampagnen in der Slowakei fehlte es an einer echten europäischen Debatte, betonten Analysten in Bratislava, die von der Presse zitiert wurden. Sie fügten hinzu, dass anstatt ihre Positionen über thematische Fragen zu präsentieren, versprachen die meisten Parteien nationale oder slowakische Interessen in Europa vertreten zu wollen.
Slowakisch ungarische Beziehungen standen im Zentrum der Debatte. Die Parteien der Regierungskoalition kritisierten die oppositionelle ethnische Ungarnpartei SMK dafür, die Frage der Minderheitsrechte in der Slowakei im Europäischen Parlament angesprochen zu haben.
Vor kurzem stellten einige Europaabgeordnete schriftliche Fragen über die sich verschlechternde Situation der ungarischen ethnischen Minderheit in der Slowakei.
Wenn die SMK keine Repräsentanten im Europäischen Parlament habe, wäre man zufrieden, sagte Boris Zala, der der Liste für die SMER-SD Partei (ein Mitglied der Europäischen Sozialdemokraten) die von Ministerpräsident Robert Fico geleitet wird, während der Kampagne.
Jedoch schlug die SMK zurück und Repräsentanten sagte, dass Fico die ungarische Karte gespielt habe, um zu versuchen die Aufmerksamkeit von den Korruptionsskandalen wegzulenken, die sein Kabinett belasten.
Mit dem radikalsten Ton erklärte Ján Slota, der Führer der slowakischen Nationalen Partei (SNS), einer nationalistischen politischen Kraft von der erwartet wird, dass sie im nächsten Parlament vertreten sein wird, erklärte, dass die Slowakei tatsächlich weniger als 13 MdEP haben werde, da die Mitglieder der SMK keine slowakische Interessen repräsentierten.
Gegensätzlich dazu äußerte sich auch die ungarische Seite auf welcher der Oppositionsführer Viktor Orbán steht, der der Europäischen Volkspartei (EVP) angehört. Die EU-Wahl würde darüber entscheiden wie viele MdEP die Ungarn in Brüssel vertreten werden, die in der karpathischen Tiefebene leben, sagte er bei einem Treffen, in Begleitung der Anführer der SMK. Seine Worte wurden von den slowakischen Oppositionsparteien (SDKÚ-DS and KDH) kritisiert, die sagten sie würden das Thema in der EVP aufwerfen.
Nach einer stürmischen Diskussion im slowakischen Parlament am 3. Juni, nahmen die Abgeordneten eine Erklärung an, die die wiederkehrenden nationalistischen Äußerungen des Vorsitzenden der Oppositionspartei Fidesz, Viktor Orbán verurtielten.
Einem Text zu Folge hatte der ungarische Politiker ‚Zweifel über die territoriale Integrität’ der Slowakei ausgesät und ‚Instabilität’ in Zentraleuropa erzeugt.
Der slowakische Präsident Ivan Gašparovič setze der Flut an nationalistischen Äußerungen noch eins drauf. In einer Rede am 3 Juni satge er, dass es wichtig sei wählen zu gehen, weil man die MdEP wählen müsse die in der Europäischen Union als ein Block handeln würden, um die slowakischen Interessen zu vertreten.
Man könne nicht so tun, als gehe das einen nichts an, besonders nach den Erfahrungen im letzten Zeitraum, wenn nicht alle Abgeordneten die Interessen der Slowakei verantwortungsvoll repräsentierten. Im Gegenteil, sagte Gašparovič, sie hätten zu einem falschen Bild über die Slowakei im Europaparlament beigetragen.



