Die Kandidaten der Partei der Europäischen Sozialdemokraten (SPE) aus ganz Europa trafen sich in Toulouse zum offiziellen Start ihrer Wahlkampagne, Monate nachdem sie ihr Wahlmanifest Ende 2008 präsentierten (EurActiv vom 3. Dezember 2008).
Die Kampagne unterstrich in einer typisch amerikanischen Weise, die „Aufgabenliste“ der ersten 100 Tage für das neue Parlament, indem man sieben Schritte vorstellte, die darauf abzielen Massenarbeitslosigkeit und Rezession zu bekämpfen, sowie soziale Sicherheit zu garantieren.
Die sieben Schritte schließen einen europäischen Beschäftigungspakt, eine neue Charta für die Rechte europäischer Frauen, sowie einen Pakt für sozialen Fortschritt mit ein. Sie sind alle Teil der sozialdemokratischen Strategie, Wähler davon zu überzeugen, dass sie allein die in der Lage seien, die angeschlagene europäische Wirtschaft und das Finanzsystem zu reformieren.
Außer den sieben Maßnahmen beschloss die SPE, prominent repräsentiert durch die Chefin der französischen Sozialisten, Martine Aubry, in Toulouse und den Vorsitzenden der europäischen Sozialdemokraten Poul Nyrup Rasmussen, dass man eine Fünfjahresstrategie für die EU entwerfen sollte (basierend auf dem Wahlkampfprogramm der SPE „People First“: A New Direction for Europe), die es allen Kandidaten für die neue Europäische Kommission nach den Wahlen vorstellen will.
Auf dem Weg zur Niederlage?
Derart detailierte politische Vorsätze könnten allerdings umsonst sein, wenn die PSE es nicht schafft die EVP als größte Fraktion im Parlament abzulösen. Wie von EurActiv berichtet, könnten die Chancen der SPE durch die britischen Konservativen erhöht werden, wenn diese nach der Wahl die EVP-Fraktion verlassen (EurActiv vom 12. März 2009)
Die Chancen scheinen allerdings gegen die Sozialdemokraten zu gehen. Die Webseite Predict09, die den Ausgang der Wahl 2004 prezise voraus gesagt hatte, rechnet der SPE nur eine zweiprozentige Chance aus die EVP zu übertreffen (EurActiv vom 8. April 2009).
Dr. Hermann Schmitt, ein Experte für die Europawahl von der Universität Mannheim, sagte gegenüber EurActiv, dass er in allen sechs „großen“ EU-ändern erwarte, dass die SPE weniger Sitze gewinnen werde, als ihre mitte-rechts gerichteten Gegner, in vielen Fällen könnte sich der Unterschied zu 2004 sogar vergrößern, so der Experte. Die Führung der SPE weist diese Analysen zurück, da sie viel zu früh erschienen sein. Poul Nyrup Rassmussen sagte, dass man bis zum Ende kämpfen würde, da man die einzige europäische Partei sei, die einen klaren und einheitlichen Plan habe, die Rezession zu bekämpfen.



