Im Rahmen der Eurobarometer-Umfrage, die vom Europäischen Parlament in Auftrag gegeben wurde, wurden im Oktober und November 2008 27 000 Bürger in den 27 EU-Mitgliedstaaten befragt.
Beim Parlament handelt es sich auch weiterhin um die EU-Institution, die das größte Vertrauen der Bürger genießt. Das war auch aus früheren Eurobarometer-Umfragen hervorgegangen. 51% der Bürger geben an, dem Parlament „eher zu vertrauen“, verglichen mit 47% für die Kommission und 42% für den Rat.
Allerdings haben nur 34% der Befragten ein „positives Bild“ vom EU-Parlament, 5% weniger als 2007.
Das Wissen über die Europawahlen ist weiterhin alarmierend gering. Nur 26% der Befragten wussten, dass die Europawahlen 2009 stattfinden werden. Mit 67% entschied sich eine große Mehrheit der Befragten, nicht zu antworten.
Die Ergebnisse sind wahrscheinlich eine Enttäuschung für das Europäische Parlament, das in den letzten Monaten mehr denn je unternommen hat, um sein eigens Profil zu stärken und das Bewusstsein für die Wahlen zu schärfen. So wurde EuroparlTV (der eigene Online-TV-Kanal des Parlaments; EurActiv vom 18. September 2008) gestartet; außerdem ging diese Woche eine spezielle Internetseite online, die den Wahlen gewidmet ist.
Experten teilten EurActiv mit, dass die Ergebnisse anzudeuten schienen, dass die Erkenntnisse dahingehend verstanden werden könnten, dass die EU-Bürger größere Sorgen hätten als die Wahlen, die erst in mehreren Monaten anstünden. Diese Aussage steht jedoch in starkem Widerspruch mit der Meinung führender europäischer Politiker, von denen mehrere EurActiv erklärten, sie glaubten, die Antwort der EU auf die Finanzkrise werde das Interesse der Bürger an der EU verstärken und sie dazu motivieren, im Juni zu den Wahlen zu gehen.
Das Interesse an den Wahlen ist allerdings noch weiter zurückgegangen und im Vergleich zu April 2008 um 2 Prozentpunkte auf 44% gefallen.
Zudem ergab die Umfrage, dass sich die Wähler bei der Wahlkampagne 2009 vor allem die Themen Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit und Inflation wünschen, was kaum überraschte.



