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Umweltfilm hat französischen Grünen geholfen [DE]

Veröffentlicht 10. Juni 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Ausstrahlung des Dokumentationsfilms „Home” im öffentlichen Fernsehen hat mit hoher Wahrscheinlichkeit der „Europe Ecologie“ Liste in Frankreich geholfen, so der Regisseur des Films Yann Arthus-Bertrand. Aber er wies alle Berichte zurück, wonach er die Wahl beeinflussen wollte. 

Mehre große französische Zeitungen stellten gleichzeitig die Frage ob die Premiere des Films Home am 5. Juni, der einem Hilferuf ähnelt, den französischen Grünen in der EU-Wahl zu Gute kam. 

Tatsächlich erhielt die Partei “Europe Ecologie” von Daniel Cohn-Bendit 16,3 Prozent der Stimmen in Frankreich, mehr als das doppelte des Ergebnis in den EU-Wahlen von 2004, 7,41 Prozent.  

Jedoch sei es schwer die Auswirkungen des Films zu evaluieren. Studien hatten bereits eine wachsende Unterstützung für die Grünen belegt, was die Führung der zwei großen europäischen Parteien, die konservative EVP und die sozialdemokratische SPE erodierte (EurActiv 4. Juni 2009).

Die französische Rechtsextreme denunzierte die Veröffentlichung des Films vor den EU-Wahlen als “Manipulation”. 

Der Rechtsradikale Jean Marie Le-Pen, Führer der Front Nationale, beschimpfte den Film als “extravagant und skandalös“ und behauptete er sei lediglich dafür da, die Kandidaturen von Bové und Cohn-Bendit zu unterstützen. 

Yann Arthus Bertrand wies jegliche Anspielungen der Manipulation zurück. Das Datum der Veröffentlichung des Films sei vor zwei Jahren entschieden worden und er habe sich sehr beeilen müssen, um zeitig fertig zu werden, sagte er in einem Zitat der Zeitung Le Monde.

Er folgerte jedoch, dass die Wähler durch das Sehen des Filmes in ihrer Wahl bestimmt beeinflusst worden sein könnten. 

Der Chef der französischen Grünen, Daniel Cohn-Bendit stimmte dieser Ansicht zu. Es gebe eine ökologische Sensibilität in Frankreich, die durch Filme wie ‚Home’ sicherlich aktiviert oder reaktiviert worden sei. Ja dies sei durchaus möglich, sagte er. 

Arthus-Bertrand sagte diese Denkrichtung befolgend, dass der Film auch der Regierungspartei UMP geholfen haben könnte, die einen guten Umweltminister, Jean-Louis Borloo, habe.

Sogar Sarkozy habe über die Kontroverse gesprochen. Der französische Präsident sagte, er verstehe nicht, warum den Film eine solche Polemik umgebe. Wenn es eine Mission für das öffentliche Fernsehen gebe, dann sei dies, den Bürgern die umweltbezogenen Herausforderungen zu erklären.

Die Presse berichtete, dass France 2 gezögert hatte den Film herauszugeben. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erklärte ein Moderator, das Datum der gleichzeitigen Erstausstrahlung von ‚Home’ in 134 Ländern sei lange entschieden worden bevor das Datum der EU-Wahlen festgelegt wurde.

Hintergrund : 

In den Fußstapfen von Al Gore tretend hat der französische Fotograph, Umweltaktivist und Journalist den Film „Home“ simultan in 134 Ländern am „Weltumwelttag“ (5. Juni) herausgebracht. 

Der Film zeigt die katastrophale Evolution des Weltklimas und läutet die Alarmglocken für die Dringlichkeit die weitere Ausbeutung der Resourcen der Natur durch unverhältinismäßige menschliche Aktivitäten zu stoppen. 

In Frankreich allein hat der Film, der auf dem öffentlichen Kanal France 2 gezeigt wurde, mehr als 8,3 Millionen Zuschauer zu verzeichnen gehabt und damit eine unvorhergesehene Debatte ausgelöst. 

Von Luc Besson produziert wurde “Home” von François-Henri Pinault, dem Besitzer der globalen Luxusgütergruppe PPR mit 12 Millionen Euro gefördert. 

Die Dreharbeiten dauerten mehr als zweieinhalb Jahre und wurden per Hubschrauber in mehr als 50 Ländern der Welt aufgenommen, was mehr als 500 Stunden Archivmaterial hervorbrachte, welches dann für das Kino auf 2 Stunden und 90 Minuten für das Fernsehen zusammen geschnitten wurde. Der Film ist ohne Copyright verfügbar und kann in hoher Qualität von der Webseite des Projektes herunter geladen werden. 

Yann Arthus-Bertrand, der von seinen Freunden nur YAB genannt wird, ist in Frankreich und im Ausland eine wichtige Figur geworden, ganz in der Tradition des weltbekannten Umweltaktivisten und Filmemachers Jacques-Yves Cousteau, der im Jahr 1997 verstarb. 

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