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Verwirrung in Polen nach Wałęsas Rede bei Libertas [DE]

Veröffentlicht 04. Mai 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Der überraschende Auftritt des ehemaligen polnischen Präsidenten Lech Wałęsa beim Start der Anti-Lissabon Kampagne in Rom hat eine Reihe von hitzigen Debatten in Polen ausgelöst.

Wałęsa, der als legendärer Anführer der Solidaritäts-Gewerkschaftsbewegung bekannt wurde, erklärte einer überfüllten Versammlung von über 1000 Libertas Anhängern am 1. Mai, dass Declan Ganley und Libertas das Potential hätten Europa positiv zu verändern. 

Der ehemalige polnische Präsident drängte die Wähler dazu, die Botschaft von Libertas zu beherzigen, um die Bürger wieder ins Zentrum des Projektes Europa zu rücken.

Wałęsas Rede provozierte eine lange Debatte in den polnischen Medien, die nur einem Tag nach einem ähnlich gravierenden Auftritt in Warschau beim Start der mitte-rechten Europäischen Volkspartei (EVP) stattfand.

Wałęsa erklärte der Presse später, dass er weder Libertas noch Declan Ganley unterstütze, sondern eher nach Rom gegangen sei um über Lösungen zu sprechen, die Europa am besten dienen könnten. Er erklärte auch dem polnischen Radio, dass ihm eine beträchtliche Summe Geld gezahlt worden sei um zu sprechen.

Wałęsa behauptete, dass obwohl seine Loyalität in den Europawahlen zuerst der polnischen Bürgerplattform (PO, Mitglied des EU-Parlamentes) gelte, er auch gerne einige Libertas Kandidaten im Europäischen Parlament sehen würde. Es sei besser wenn Radikale einige Regeln befolgen müssten, so Wałęsa.

Bei der Erklärung, warum er es für angebracht halte, bei beiden Versammlungen zu erscheinen argumentierte er, dass er bereit sei überall dort hin zu gehen, wo Menschen über Europa sprächen und dass er niemandem zuhören werde, der ihm sage wohin er gehen und was er sagen solle. 

Wałęsas Sohn Jarosław (33), der zurzeit Parlamentsmitglied der PO ist, wird auf den Danziger Wahllisten der PO für die Europawahlen auftauchen. 

Libertas zielt auf 100 Sitze im Juni

Unterdessen wurde beim Kampagnenstart von Libertas in Rom bestätigt, dass in mindestens 23 EU-Staaten Kandidaten für die Partei antreten werden.  

Declan Ganley behauptete, dass die Partei auf ihrer E-Mail Liste Millionen Namen habe und ihre Webseite die „meistbesuchte Parteienwebseite“ in Europa sei. Außerdem erklärte er gegenüber Journalisten, dass Libertas bei den Wahlen über 200 Kandidaten präsentieren werde. 

Der Libertas-Führer behauptete, dass wenn die Wahlbeteiligung um acht auf Prozent gesteigert würde, das Ziel seiner Partei bei 100 Sitzen liege. Das Establishment habe Angst vor Libertas, sagte er. 

Mit zusätzlicher Information von EurActiv Polen.

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