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Bürokratie hindert Rumänien an Nutzung von EU-Geldern [DE]

Veröffentlicht 11. März 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die gewaltige Bürokratie in Rumänien hindert das Land daran, EU-Gelder korrekt zu nutzen, erklärte der Präsident des Landes dem Parlament am Montag (09. März 2009) in Bukarest. EurActiv Rumänien berichtet. 

Der Präsident Băsescu kritisierte die rumänischen Behörden scharf für ihre Unfähigkeit, Gelder aus EU-Programmen zu nutzen. Am Montag, bat das Land die EU und den internationalen Währungsfonds (IWF) um ein Rettungspaket, das es vor einer möglichen Finanzkrise bewahren soll. 

Băsescu sagte, dass von einer von der EU bereitgestellten Gesamtsumme von neun Milliarden Euro 5,5 Milliarden Euro, über die Jahre 2007, 2008 und 2009, nicht aufgebraucht worden wären. 

Die gewaltige rumänische Bürokratie kann folgendermaßen beschrieben werden: Neun Milliarden Euro gehen einfach verloren. Diese nicht zu verwenden, sei unzulässig und zeige die tiefgründige Ineffizienz dieses Staatsapparates, der wohl nach den Kriterien der Klientel und nicht auf der Basis der Kompetenz aufgebaut wurde.

Băsescu sagte auch, dass es, obwohl es keine unmittelbare Bedrohung durch eine Banken- oder Finanzkrise in Rumänien gebe, dennoch einen „Rückgang der Darlehensvergabe und ein offensichtliches Liquiditätsdefizit“ gäbe.

EurActiv Rumänien interviewte verschiedene Interessensgruppen aus der Wirtschaft, die folgerten, dass Blockaden durch Verwaltung und teilweise die Politik tatsächlich gravierende Nachteile für die potentiellen Empfänger von EU-Geldern hätten.

 Während einige Unternehmer seit fast einem Jahr auf zugesagte EU-Gelder warten, um ihre Projekte beginnen zu können, haben sich in der Zwischenzeit einige Umstände geändert. So beispielsweise der Markt, die Preise, der Wert des Geldes und die Geschäftspläne. Wie Băsescu es selbst in seiner Rede erwähnte, verlor die rumänische Währung in den letzten achtzehn Monaten 40 Prozent ihres Wertes und 500.000 Haushalte, die viele Schulden in ausländischen Währungen hatten, erlitten beträchtliche Verluste.

EurActiv Rumänien präsentierte diese drei Beispiele, aus drei verschiedenen Programmen:

  • Das regionale operationelle Programm „Finanzierungsschema 4.3: Mikrounternehmen“. Die Projekte wurden  von den Kandidaten im Februar und März 2008 entworfen und wurden vor dem Abgabetermin am 16. Juni abgegeben. Die 500 für die Finanzierung  ausgewählt Projekte wurden im November 2008 verkündet. Seitdem warten die Leistungsempfänger darauf, die Verträge zu unterschreiben.
  • Das sektorspezifische operationelle Programm „Verstärkung der Europäischen Wettbewerbsfähigkeit“. Die ersten 20 Verträge wurden, obwohl der ehemalige Minister für KMU, Ovidiu Silaghi, verkündete hatte, dass die „Richtlinien für Bittsteller“ am 15 Februar 2008 gestartet werden, erst im Februar 2009 eingereicht.
  • Das sektorspezifische operationelle Programm „Personalentwicklung”: Die ersten 100 Projekte wurden im April ausgewählt, aber bisher wurde viele der Bewerber noch nicht einmal über die Entscheidung der Auswahl benachrichtigt. Die Evaluierung des Projektes hätte 2 bis 4 Monate dauern sollen, betonte der Berater Marian Stoian. 
Stellungnahmen: 

Aurel Nicoara, Manager bei einem Unternehmen, das sich für EU-Finanzhilfe beworben hatte, erklärte er habe sein Projekt vor fast einem Jahr eingereicht. Der Wechselkurs werde seiner Firma stark immensen Schaden zufügen. Obwohl er die Verluste nicht exakt beziffern könne, bekäme man eine Ahnung vom Ausmaß der Misere, wenn man sich den Absturz des Wechselkurses von 3,6 Lei auf 4,2 Lei pro Euro ansehe. Diese Situation bedeute einen langsamen Abstieg und letztendlich den sicheren Tod für die Firma, sagte der Manager.

Der mangelnde Zugang zu EU-Strukturfonds ist ein Problem, das der Chef der Nationalbank, Mugur Isarescu, schon häufig beklagt hatte. Vor fast einen Jahr sagte er, dass der Zugang zu EU-Geldern das Hauptproblem für Rumänien sei. Sein Land bezahle mehr Geld an die EU, als es zurückerhalte. Dies zeige das starke makroökonomische Ungleichgewicht.

Hintergrund : 

Rumänien hatte die EU-Kommission gestern (10. März 2009) um Hilfe gebeten, um eine mögliche nationale Finanzkrise abzuwenden. Somit wendet sich in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise ein weiterer der 27 EU-Mitgliedstaaten mit der Bitte um Hilfe an die Union.

Die Antwort aus Brüssel kam prompt – man sei bereit zu helfen.

Das rumänische Finanzministerium und die nationale Zentralbank hatten das Gespräch  mit der Kommission, dem IWF und anderen Institutionen gesucht, um einen finanziellen Rettungsplan zu besprechen, der von den Beteiligten als „mittelfristige Finanzhilfe von außen“ beschrieben wird.

Nach Berichten von Reuters schätzten Wirtschaftswissenschaftler, die benötigte Summe liege ungefähr bei 20 Milliarden Euro, einer Zahl, die den 25 Milliarden, mit denen IWF, EU und Weltbank letzten Oktober Ungarn unterstützt hatten, sehr nahe kommt.

Rumäniens mitte-links Regierung könnte allerdings Probleme bekommen, die Sparvorgaben des IWF zu erfüllen, die drastische Einsparungen verlangen.

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