Bei seiner Rede auf dem bulgarischen Investitions- und Geschäftsgipfel, der am Donnerstag (5. März 2009) in Sofia stattgefunden hatte, erklärte Iskrov, dass die niedrige Inflationsrate es Bulgarien erlauben werde, dem neuer Wechselkursmechanismus (WKM2) beizutreten, der das Vorzimmer des Beitritts zur Eurozone darstellt. Der bulgarische Premierminister Sergei Stanischew hatte kürzlich erklärt, sein Land erfülle vier der fünf Kriterien für einen Beitritt zur Eurozone und Inflation sei der einzige noch ausstehende Punkt (EurActiv vom 1. März 2009).
Die Einführung des Euro sei kein Privileg, sondern eine Verpflichtung, die das Land eingegangen sei, hatte Iskrov betont.
Die Bindung der bulgarischen Währung, des Lev, an den Euro, stelle ein Polster gegen Probleme und Spekulationsrisiken dar, erklärte Iskrov.
Obwohl die Zentralbank die Wachstumsprognose der bulgarischen Wirtschaft auf nun mehr zwei Prozent korrigiert hatte, muss das Land keine finanzielle Hilfe in Anspruch nehmen, wie Rumänien (EurActiv vom 5. März 2009). Die Regierung hatte in den letzten sieben oder acht Jahren anhaltend einen Budgetüberschuss erzielt und plant auch dieses Jahr zumindest einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren.
Wie andere osteuropäische Staatschefs, die die westlichen Medien heftig dafür kritisiert hatten, dass diese ihre Länder als „schwarze Löcher” und ernste Bedrohungen für die Stabilität der europäischen Wirtschaft dargestellt hatten (EurActiv vom 4. März 2009), drückte auch Iskrov sein Entsetzen über die „Aggression“ westlicher Experten und Medien seiner Region gegenüber aus. Mittel- und Osteuropa hätten in der Wirtschaftskrise nichts zu befürchten und keine der osteuropäischen Banken besäße faule Kredite, sagte Iskrov. Die einzigen Probleme die Bulgarien habe, würden aus dem Rest von Europa importiert, da die sich Haupthandelspartner der Region in der Rezession befänden.



