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Deutsche Wirtschaft ‚zu schwach’, um Wachstum in EU anzukurbeln [DE]

Veröffentlicht 09. Januar 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Hoffnung, dass Deutschland Europa durch die Rezession retten könnte, sinkt, seit die jüngsten Daten von einem negativen Wachstum, steigender Arbeitslosigkeit und leeren Auftragsbüchern in dem sonst stärksten Wirtschaftsland der EU zeugen.

Die Aufträge für die Wirtschaft sind um 6%, die Exporte um 10,6% zurückgegangen. Hinzu kommt das negative Wachstum. So düster präsentieren sich Aussichten für Deutschland, die sich nach der Veröffentlichung der Indikatoren für November 2008 gestern (8. Januar 2009) abzeichnen.

Der starke Rückgang überraschte viele Wirtschaftsexperten, die lediglich mit einem Rückgang von 1,6% bei den Aufträgen gerechnet hatten. Stattdessen ging die Zahl der Aufträge im Vergleich zu 2007 aber um 27,2% zurück.

Als besonders besorgniserregend betrachten die Wirtschaftsexperten den Einbruch im Export Deutschlands, dem größten Exporteur der Welt. Mit 10,6% haben die Exporte stärker als je zuvor seit der Wiedervereinigung 1990 abgenommen, ergeben Daten des Statistischen Bundesamtes. Die Veröffentlichung der Daten folgte nur wenige Tage auf Prognosen von Experten, die zwar eine fallende Tendenz, jedoch keine größeren Einbrüche vorhersagten.

Aufgrund der geringen Binnennachfrage in Deutschland wird der starke Rückgang der Exporte, insbesondere in andere EU-Länder, die Krise noch weiter verschärfen. Offiziell befindet sich das Land seit Herbst in einer Rezession. Die jüngsten Daten, die gestern veröffentlicht wurden, weisen auf einen Rückgang des deutschen Wirtschaftswachstums um 2% des BIP im letzten Quartal des Jahres 2008 hin. Die FT Deutschland berichtete von einem Rückgang der Exporte in Deutschland von 10% im November 2008 im Vergleich zu Oktober.

Zudem wirkt sich die Krise nun auch auf den deutschen Arbeitsmarkt aus. Im letzten Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen um 100 000, so die Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Die Regierungsparteien geben derzeit einem zweiten Konjunkturprogramm im Wert von 40 bis 50 Milliarden Euro den letzten Schliff. Das fertige Programm soll dann Anfang nächster Woche vorgestellt werden. Experten schätzen, dass so bis zu 1,1 Millionen Arbeitsplätze gerettet werden könnten, wenn es gelinge, die Nachfrage in den Bereichen Wissenschaft, Einzelhandel, Gastronomie, öffentliches Gesundheitswesen, Automobilbranche und Baugewerbe anzukurbeln.

Zudem bereitet die Regierung einen Fonds mit 100 Milliarden Euro vor, um große deutsche Unternehmen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten, mit Kapital zu versorgen, ähnlich dem früheren Rettungspaket für den Bankensektor. Politiker der linken Parteien kritisierten den Plan, da sie befürchten, die Gelder könnten falsch verteilt werden.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich heute mit Vertretern kleiner Unternehmen treffen, um über deren finanzielle Bedürfnisse und Schutzmaßnahmen für den Sektor zu diskutieren.

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