Europa hält derzeit 23% der Stimmen im IWF. Dies entspricht annähernd Europas Anteil an der Weltwirtschaft. Die USA wiederum repräsentieren 30% der Weltwirtschaft, halten jedoch nur 17% der Stimmen.
Das Quotensystem ist seit Jahren nicht mehr überarbeitet worden und Schwellenländer wie China, Südkorea und Indien sind stark unterrepräsentiert. Ein Beispiel: Die chinesische Wirtschaft ist mittlerweile doppelt so stark wie die belgische und niederländische Wirtschaft zusammen – dennoch verfügen beide europäischen Länder über größere Quoten als China.
IWF-Chef Rato benötigt 85% der Stimmen, um sein Reformprogramm zur Ausbalancierung der Stimmen durchführen zu können. Jedoch wurden aus unterschiedlichen Richtungen Kritik an dem Vorhaben laut.
Ärmere afrikanische Staaten lehnen die Umstrukturierung ab, da sie einen Machtverlust im IWF fürchten – der Organisation, die ihre Wirtschaftspolitik bestimmt.
Auch in Europa regt sich Widerstand, da einige Staaten Stimmanteile zu Gunsten von Asien und der USA abgeben müssten.
Der Vorschlag könnte auch die EU intern spalten. Belgien, die Niederlande und die skandinavischen Länder protestieren gegen einen Stimmenverlust. Spanien, Irland und andere wachsende Volkswirtschaften würden jedoch von der Reform profitieren.



