Der erste Jahresbericht der Kommission über den Euroraum, der am 12. Juli 2006 veröffentlicht wurde, hebt die globalen Ungleichgewichte als die größte Herausforderung für die Euroländer und die Weltwirtschaft insgesamt hervor.
Obwohl die Finanzlage der Eurozone derzeit recht ausgewogen sei, würden die globalen Ungleichgewichte, die größer seien denn je, bedeuten, dass schlecht koordinierte Anpassungsbemühungen sich negativ auf ihre Wirtschaft auswirkten.
Vor allem sei es erforderlich, dass der Euroraum auf der Weltwirtschaftsbühne Führungsstärke beweisen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Hierfür müssten die Euroländer mit einer Stimme sprechen, insbesondere in internationalen Finanzinstitutionen, in denen die Eurozone bislang nicht stark vertreten ist, obwohl der Euro die zweitstärkste Währung der Welt ist.
Die interne Verfassung des Euroraums sieht der Bericht positiv. Für 2006 wird mit einem Wachstum von 2,1 % des BIP gerechnet, gegenüber lediglich 1,3 % im Vorjahr. Außerdem werden voraussichtlich eine Million neue Arbeitsplätze geschaffen.
Nichtsdestoweniger müsse das Tempo der Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen verschärft werden. Denn die Mitgliedstaaten sind noch immer weit davon entfernt, die Lissabon-Ziele zu erreichen. Außerdem lag die Arbeitslosenquote, die zwar insgesamt zurückgegangen ist, im Mai 2006 noch immer bei 7,9 %.
Darüber hinaus warnt der Bericht vor wirtschaftlichem Protektionismus in der EU. Dieser hindere die Unternehmen daran, die Vorteile des Binnenmarkts und der gemeinsamen Währung voll auszuschöpfen.
Die Devise „ein Markt, eine Währung“ gelte auch weiterhin, betont der Bericht.



