EurActiv Logo
 
30. August 2008
Breaking News:

EU senkt Wachstumsprognose angesichts Inflationsanstieg [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 22. Februar 2008   

Die Kommission hat infolge jüngster Probleme der Weltwirtschaft ihre EU-weite Wachstumsprognose für 2008 um zwei Prozent (1,8% in der Eurozone) gesenkt und erwartet einen Anstieg der Verbraucherpreise.

Anhaltende finanzielle Turbulenzen, eine starke wirtschaftliche Abschwächung in den USA und hohe Preise für Verbrauchsgüter wie Energie und Lebensmittel nannte Joaquín Almunia, EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung, bei seiner Vorstellung des neuesten Wirtschaftsausblicks der EU-Exekutive am 20. Februar 2008, als Hauptgründe für die „ungewöhnlich großer Unsicherheit“ der weltwirtschaftlichen Situation und die Prognose genannt. 

Die Kommission erwartet weiterhin, dass die durchschnittliche Inflation weit über das 2%-Ziel der EU steigen und 2,9% (2,6% in der Eurozone) erreichen werde. Dies entspricht im Vergleich zu früheren Prognosen einem Anstieg von 0,5%. Bis zum Ende des Jahres 2008 werde sie wieder fallen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat versucht, die Inflation zu stabilisieren, indem sie ihre Zinssätze in den vergangenen Monaten bei vier Prozent hielt, trotz der wirtschaftlichen Abschwächung und der Senkung der Zinssätze durch die US-amerikanische Notenbank und die Bank von England (siehe EurActiv vom 24. Januar 2008). Die EZB warnte auch, dass der Inflationsdruck sich verschlimmern werde, wenn Gewerkschaften weiterhin auf eine Anhebung der Löhne bestünden (siehe EurActiv vom 11. Januar 2008).

Als Antwort hierauf warnte der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB), dass sich die Reallöhne in Europa in einer Abwärtsspirale befänden, während der Anteil der Löhne in Verhältnis zum nationalen Einkommen weiterhin falle. Der EGB rief eine EU-weite Kampagne ins Leben, mit der er eine bessere Bezahlung sowie mehr Kaufkraft und Gleichberechtigung für Arbeitnehmer fordert.

Die trübe Wirtschaftsprognose werde durch „störanfällige“ Bedingungen im internationalen Finanzsystem und eine „beeinträchtigte“ Funktionsweise der Kreditmärkte verstärkt, so die Kommission. Die aktualisierte Prognose erwägt, dass die Verlangsamung nur von kurzer Dauer sein könnte, da die vierteljährlichen Zahlen ein erneutes Wachstum ab der zweiten Jahreshälfte 2008 vermuten lassen. Dafür müsse es zu dem erwarteten Aufschwung der US-Wirtschaft aufgrund einer Normalisierung des Finanzmarktes kommen. Auch von der Inflation wird erwartet, dass sie bis zum Jahresende 2008 falle.

Kommissar Almunia riet dazu, dass eine Fortsetzung der strukturellen Reformen und eine ‚solide und stabile’ mikroökonomische Politik der beste Weg sei, mit den gegenwärtigen Problemen der Weltwirtschaft umzugehen.

„Europa beginnt eindeutig, die Folgen des weltweiten Gegenwinds zu spüren mit geringerem Wachstum und höherer Inflation“, warnte er. Er hoffe aber, dass eine „größere Widerstandskraft Europas“ dank der bereits durchgeführten Reformen zusammen mit „gesunden Fundamentalfaktoren“ den EU-Ländern helfen würden, „dem rauen Klima zu trotzen”.

Die letzte Prognose dieser Art, die im November 2007 vorgelegt worden war, hatte ein Wachstum von 2,4% für das Jahr 2008 (2,2% für die Eurozone) vorhergesagt und war somit weniger optimistisch als die Zahlen des vergangenen Frühjahrs (siehe EurActiv vom 12. November 2007).

Links

Advertising
Advertising