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Euro wird zehn, Parlament debattiert Erweiterung der Eurozone [DE]

Veröffentlicht 14. Januar 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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euro
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Die mögliche Erweiterung der Eurozone um traditionell skeptisch eingestellte Länder wie Großbritannien, sorgte gestern (13. Januar 2009) für Debatten im Europäischen Parlament. Unterdessen wird der zehnte Geburtstag der gemeinsamen EU-Währung gefeiert.

Der zehnte Geburtstag des Euro sei eine perfekte Gelegenheit, die Debatte über die Frage, ob die langfristige, wirtschaftliche Zukunft Großbritanniens innerhalb der Eurozone liege, wieder anzuregen. Die Indizien sprächen dafür, sagte Richard Corbett, stellvertretender Vorsitzender der Labour-Delegation im Europäischen Parlament, am Dienstag (13. Januar 2009) bei einer Pressekonferenz in Strassburg.

Neben den üblichen wirtschaftlichen und politischen Gründen werden die negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in Großbritannien und die darauf folgende, schnelle Entwertung des Pfunds als neues Argument für die Einführung des Euro angeführt. 

Die britischen Euroskeptiker nutzen den Verweis auf das starke Pfund immer als eines ihrer wichtigsten Argumente gegen die Mitgliedschaft in der Eurozone. Eine starke Währung dient den wichtigen, wirtschaftlichen Interessen der britischen Unternehmer, die zu den ersten zählten, die Dienstleistungen und Arbeitsplätze auslagerten und bei der Wiedereinfuhr nach Großbritannien von den günstigen Wechselkursen profitierten. 

Der beständige Wertverlust des Pfunds im Vergleich zum Euro seit November hat dieses Argument allerdings deutlich entkräftet. Tatsächlich ist der Euro mittlerweile nahezu gleich viel wert wie die britische Währung. Die jüngste Zinssenkung der Bank of England in der vergangenen Woche, bei der der Zinssatz auf 1,5% und damit auf das niedrigste Niveau jemals gesenkt wurde, wird wahrscheinlich die Situation verschärfen, obwohl die Europäische Zentralbank möglicherweise am Donnerstag den Zinssatz in der Eurozone von derzeit 2,5% auf 2% senken wird. 

Diese Ansicht wird jedoch nicht von allen in Großbritannien geteilt. In einer von BBC im Januar ausgeführten Umfrage gaben 71% der britischen Befragten an, gegen die Mitgliedschaft in der Eurozone zu sein. Nur 15% waren bereit, den Euro als Reaktion auf die Entwertung des Pfunds einzuführen. 

Der aktuelle Kursverlust des Pfunds bestärkte Großbritannien in keinster Weise darin, seine Währung aufzugeben. Der schwache Pfund sei eine Nebenwirkung der Rezession unter der Labour-Regierung und einer schwachen Wirtschaft. Nur weil die eigene Regierung die Kontrolle über die britische Wirtschaft verloren habe, rechtfertige dies nicht die Übergabe der Kontrolle an die EU, meinte Timothy Kirkhope, der Vorsitzende der britischen Konservativen im Europäischen Parlament.

Unterdessen wird in den politischen Kreisen anderer für gewöhnlich euroskeptischer Länder, wie Dänemark, Schweden und dem krisengeschüttelten Island wieder über einen Beitritt zur Eurozone diskutiert.

Der dänische Premierminister Anders Fogh Rasmussen schlug im Oktober letzten Jahres vor, 2011 ein erneutes Referendum über einen Beitritt zur Eurozone in Dänemark abzuhalten (EurActiv vom 31. Oktober 2008). Das Ergebnis eines zukünftigen dänischen Referendums über den Euro wäre für Schwedens Position in Bezug auf die gemeinsame Währung von äußerst großer Bedeutung, sagte dazu der schwedische Premierminister Fredrik Reinfeldt.

Nach dem Bankrott vieler nationaler Banken in Island, das nach wie vor kein Mitglied der EU ist, konnten auch dort die Befürworter des Euro immer mehr an Zuspruch gewinnen. Doch EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn machte klar, dass Brüssel Reykjavik nicht gestatten würde, den Euro einzuführen ohne dass es vollständig der EU beitrete. 

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