Einer Umfrage zufolge, die für die Europäische Kommission durchgeführt wurde, verläuft die Einführung des Euro, der die alte Krone ersetzen wird, für die Slowaken reibungslos. An den Geldautomaten in der Slowakei gibt es seit dem 1. Januar 2009 Euro-Bargeld und die Banken blieben länger geöffnet, damit noch schnell das letzte Geld gewechselt werden konnte.
Eigentlich verfügte mehr als die Hälfte der Bevölkerung bereits vor der Umstellung über Euro-Scheine und -Münzen, die sie bei Auslandsreisen oder durch die 1,2 Millionen Starter Kits, die seit Dezember 2008 mit einem Wert von 16,60 Euro ausgeteilt wurden, erworben hatten.
Um zu vermeiden, dass die Umstellung eine Inflation in den älteren Eurozonenländern nach sich zieht, wie es bereits bei den Umstellungen zuvor der Fall gewesen war, drängten die slowakischen Behörden den Einzelhandel dazu, einen ethischen Code anzunehmen. Gut 16 000 Geschäfte haben diese Initiative unterzeichnet. Sie ermöglicht es den slowakischen Bürgern den Euro- und den Kronepreis bis zum 1. Januar 2010 zu vergleichen.
Mit seinem Beitritt zur Eurozone habe die Slowakei ihr Potenzial, langfristig Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen und die Inflation im Griff zu behalten, erhöht. Doch der Euro sei mehr als nur Geld. Die Slowakei sei ein starkes Symbol für wirtschaftlichen und politischen Fortschritt und für die europäische Integration, geht aus einer Erklärung des Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso hervor.
Der slowakische Premierminister Robert Fico beschrieb die Einführung des Euro als den größten Erfolg seiner Regierung im letzten Jahr. An diesem Tag würden Polen, Ungarn und Tschechien alles dafür geben, mit Blick auf den Euro an der gleichen Stelle zu stehen, meinte er.
Fico hofft, dass die Slowakei das erste Land wird, das nach der Umstellung auf die neue Währung nicht mit steigender Inflation und schwankenden Preisen zu kämpfen haben wird, sagte er dem slowakischen Radio.
Neben den traditionellen Euro-Münzen werden sich die Taschen der Slowaken unterdessen auch mit den neuen 2-Euro-Gedenkmünzen füllen, die anlässlich des zehnten Jahrestages seit der Ersteinführung des Euro ausgegeben wird. 84 Millionen solcher Münzen sind seit dem Neujahrstag in der Eurozone in Umlauf gebracht worden. Über das Design der Gedenkmünze konnten die Bürger im Internet abstimmen.
Die Münze erinnert die Bewohner der Eurozone daran, dass die gemeinsame Währung seit dem 1. Januar 1999 in Gebrauch ist, wenn man elektronisch ausgeführte Transaktionen mit berücksichtigt. Die eigentlichen Euro-Münzen und -Scheine konnten drei Jahre später, ab dem 1. Januar 2002 in die Portemonnaies der Bürger wandern.
EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung Joaquín Almunia glaubt, Grund zum Feiern zu haben, und beschreibt die gemeinsame Währung als einen großen Erfolg, insbesondere seit dem Ausbruch der aktuellen weltweiten Wirtschaftsprobleme.
Der Euro erweise sich als solider, stabilisierender Faktor auf den Währungsmärkten sowohl innerhalb als auch außerhalb der Eurozone. Das sei eine beachtliche Leistung, da keine anderen Märkte, vom Bankwesen zum Wertpapiermarkt, von der weltweiten finanziellen und wirtschaftlichen Krise verschont geblieben seien. Man solle stolz darauf sein; außerdem müsse man den soliden budgetären und volkswirtschaftlichen Rahmen bewahren, mit dessen Hilfe der Euro ein solcher Erfolg geworden sei, sagte Almunia in einer Erklärung. Er führte außerdem an, dass die gemeinsame Währung auch dazu beigetragen habe, 16 Millionen Arbeitsplätze zu schaffen und die Inflation zu senken.
Kommissionspräsident Barroso, Kommissar Almunia und der slowakische EU-Kommissar für Bildung Jan Figel’ werden am 8. Januar 2009 an einer Feier in der slowakischen Hauptstadt Bratislava teilnehmen, um die Feierlichkeiten zur Euro-Einführung des Landes abzuschließen.



