Im Zeitraum von Juli bis September 2008 verzeichneten die 15 Mitglieder der Eurozone insgesamt einen Rückgang ihres BIP um 0,2%. Dieser Wert entspricht dem im zweiten Quartal, weshalb Wirtschaftswissenschaftler die Konjunkturschwäche als technische Rezession bezeichnen.
Deutschland, das als Wirtschaftsmotor der Eurozone gilt, verzeichnete einen BIP-Rückgang um 0,5%, ebenso Italien. Frankreich konnte ein geringes Wachstum von 0,1% verzeichnen, während die spanische Wirtschaft 0,2% einbüßte. Außerhalb der Eurozone verzeichnete Großbritannien einen Rückgang um 0,5% im dritten Quartal. Das schlechteste Ergebnis erzielte Estland (-1%), während die Slowakei am besten abschnitt (+1,5%). Die gesamte EU-27 verzeichnete einen Rückgang des gesamten BIP um 0,2% im dritten Quartal des Jahres 2008. Das war der erste Rückgang seit der Erweiterungsrunde im Jahr 2004.
Die Schätzungen von Eurostat spiegeln die düsteren Vorhersagen wider, die von der Europäischen Kommission Anfang November veröffentlicht wurden. Damals halbierte die EU-Kommission das erwartete Wachstum der Eurozone im Jahr 2008 auf 1,2% und kündigte einen weiteren Rückgang für 2009 an. Dann soll das BIP insgesamt um 0,1% anwachsen (EurActiv vom 3. November 2008).
Eurostat hat heute (14. November 2008) außerdem Zahlen über die Inflation veröffentlicht und im Vergleich zu September einen Rückgang der Inflationsrate in der Eurozone auf 3,2% im Oktober angekündigt. Im September lag die Inflationsrate bei 3,6%. In der gesamten EU-27 sank die Inflation von 4,2% im September auf 3,7% im Oktober.
Das bestätigt den Abwärtstrend der Preise, der im vergangenen Sommer einsetzte, nachdem im Juli ein Höchstwert von 4% erreicht wurde. Nichtsdestotrotz liegt die Inflationsrate auch weiterhin über dem 2%-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB).
Die aktuelle Rezession zwingt die EZB, den Leitzins zu senken, damit sich die Wirtschaft wieder erholen kann. Das könnte die Erfolgsaussichten des Kampfes gegen die Inflation in den kommenden Monaten schmälern.



