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EZB-Entscheidung: Zinssätze bleiben unverändert [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 7. September 2007    | Aktualisiert: Montag 10. September 2007   

Die Entscheidung wurde von vielen Seiten erwartet: Am 6. September 2007 hat die Europäische Zentralbank ankündigt, dass die Höhe der Zinssätze unverändert bei 4,00% liegen werde. Die Entscheidung der EZB wurde von Finanzexperten als ein Versuch interpretiert, eine wirtschaftliche Abschwächung abzuwenden, die durch die jüngsten Turbulenzen in den Finanzmärkten verursacht wurde.

Hintergrund:

Bis vor etwa einem Monate hatte die Europäische Zentralbank (EZB) beabsichtigt, ihre Zinssätze von 4% auf 4,25% anzuheben, um eine mögliche Inflation zu bremsen, die durch das stetige Wachstum in der Eurozone verursacht wurde.

Anfang August 2007 waren die internationalen Finanzmärkte ins Schleudern geraten, da eine zunehmende Zahl von Kreditnehmern mit zweitklassiger Bonität (Subprime) in den USA ihre Hypotheken nicht zahlen konnten. Die Situation entwickelte sich kritisch, da sich die Probleme auf die größeren Finanzmärkte ausweiteten, und diese sich auf Investitionen an der Wall Street auswirkten.

Die EZB und die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) reagierten mit Finanzspritzen (mehr als 200 Milliarden Euro allein von der EZB), um Bargeld für kurzfristige Kreditnahmen für Unternehmen bereitzustellen (EurActiv vom 22. August 2007).

Die Krise führte zu intensiven Diskussionen in EU-Kreisen über die Notwendigkeit einer zusätzlichen Regulierung der Finanzmärkte (EurActiv vom 6. September 2007). Die EZB geriet zudem unter Druck, die Zinssätze beizubehalten, oder gar zu senken, um eine wirtschaftliche Abschwächung und Arbeitsplatzverluste in der EU abzuwenden (EurActiv vom 30. August 2007).

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Weitere Nachrichten:

Während die Daten der EZB günstige mittelfristige Aussichten für das BIP-Wachstum in der Eurozone annehmen, haben die Unbeständigkeit der Finanzmärkte und die Neubewertung der Risiken der vergangenen Wochen zu einer zunehmenden Unsicherheit geführt, so die Bank in einer Stellungnahme, die infolge der Entscheidung des EZB-Rates über die Beibehaltung der Zinssätze abgegeben wurde.

Die EZB zeigt sich bemüht, die Marktturbulenzen abzuwenden, bevor sie die Zinssätze weiter anpasst. Sie rechtfertigte ihre Entscheidung damit, dass es angemessen sei, „zunächst einmal Informationen zu sammeln, bevor Schlussfolgerungen über die Geldpolitik gezogen werden“.

Laut der Finanzpresse hat die EZB kurz vor der Ankündigung ihrer Zinssatz-Entscheidung weitere 42 Milliarden Euro in die kurzfristigen Geldmärkte gepumpt, um die Zurückhaltung der Banken, Kredite an Schuldner zu vergeben, auszugleichen.

Während Europa vermutlich weniger von der Finanzkrise betroffen sein wird als die USA, warnte der EZB-Chef Jean-Claude Trichet vor einem möglichen etwas langsameren Wachstum in der Eurozone, das aus den breiteren Auswirkungen der fortwährenden Neubewertung der Risiken in den Finanzmärkten verbunden mit höheren Rohstoffpreisen resultiere.

Trichets Annahmen sind in einem Arbeitspapier der EZB dargelegt, das ein leicht niedrigeres BIP-Wachstum für 2007 erwartet.

Positionen:

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der die EZB wiederholt für die Beibehaltung des Euros auf einer Ebene, die seiner Meinung nach, Exporten schade, stark kritisiert hatte, begrüßte die Entscheidung. Dies beweise, dass ein leichter Fortschritt erzielt werden könne, wenn man das Problem diskutiere, sagte Sarkozy während eines Besuchs in Mülhausen im Osten Frankreichs.

Christine Lagarde, die französische Wirtschafts- und Finanzministerin, äußerte ihre ‚Zufriedenheit’. Sie sagte, die EZB habe eine weise Entscheidung getroffen, angesichts der makroökonomischen Elemente und auf Grundlage einer kontrollierten Inflation.

Der Bundesverband deutscher Banken äußerte sich ebenfalls positiv: Momentan müsse die Priorität auf der Beruhigung der Spannungen in den Finanzmärkten liegen, bevor weitere Änderungen der Zinssätze vorgenommen würden.

UEAPME, die europäische Organisation für die Interessen des Handwerks und kleiner und mittlerer Unternehmen, begrüßte den Schritt als ‚einen Hauch frischer Luft’. Die Organisation erklärte in einer Pressemitteilung, dass eine weitere Anhebung der Zinssätze zu diesem Zeitpunkt die positiven Ergebnisse, die man bisher in der Eurozone erzielt habe, untergraben würde.

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