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Frankreich fordert Antwort der EU auf weltweite Konjunkturschwäche

Veröffentlicht 19. August 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Der französische Premierminister François Fillon hat gestern (18. August) zu einer „koordinierten Antwort“ der Regierungen in der EU auf die sich abzeichnende Flaute der Weltwirtschaft aufgerufen. Sein Land werde im September entsprechende Maßnahmen vorschlagen, so Fillon.

Man habe einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, eine gemeinsame Währung, sagte Fillon nach einem Treffen der französischen Minister für wirtschaftliche Angelegenheiten und fügte hinzu, dass eine Absprache unerlässlich sei.

Er fügte hinzu, dass eine Methode vorgeschlagen werden müsste, mit der alle europäischen Länder zu einer Antwort finden könnten.

Letzte Woche hat das statistische Amt der EU Eurostat Zahlen veröffentlicht, die einen Rückgang um 0,2% des Wirtschaftswachstums in der Eurozone im 2. Quartal 2008 aufzeigen – zum ersten Mal seit 1995.

Die Frage ist nun, ob dieser Trend auch im nächsten Quartal anhalten wird und sich der Kontinent einer Rezession gegenübersieht. 

Christine Lagarde, die französische Wirtschaftsministerin, wies darauf hin, dass niemand in Frankreich ein gutes drittes Quartal erwarten solle. Die Faktoren, die im zweiten Quartal zu einem wirtschaftlichen Rückgang geführt hatten, würden auch im Juni und teilweise im Juli weiterexistieren. Sie war allerdings optimistischer bezüglich des letzten Viertels.

Das stärkste Wirtschaftsland der EU Deutschland, das es bisher geschafft hatte, eine gesunde Wirtschaft aufrecht zu erhalten, bekam die Schwierigkeiten des 2. Quartals ebenfalls zu spüren und hatte Einbußen von 0,5% zu verzeichnen.

EU-Beamte haben bis jetzt die Situation noch nicht als Rezession bezeichnet, obwohl eine Sprecherin der Kommission laut Berichten der AFP zugab, dass die Anzeichen für die Zukunft nicht sonderlich gut seien.

Fillon kündigte an, dass die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy präsentieren Pläne für eine EU-Antwort werde. Diese würden dann den EU-Finanzministern am 12./13. September in Nizza vorgelegt werden.

Der Premierminister schloss Pläne, die Wirtschaft anzukurbeln, jedoch aus. Er erklärte, dass die Bereitstellung öffentlicher Gelder, wie letzten Donnerstag (14. August) in Spanien geschehen, als die Regierung 20 Milliarden EUR an Neufinanzierungen für Hauskäufer und kleine Unternehmen bewilligte, nicht zum Ziel führen werde.

Ein solcher künstlicher Neustart der Wirtschaft wäre auch aufgrund der momentanen budgetären Lage des Landes undenkbar, so Fillon weiter. Er sagte, seine Regierung werde ihr Ziel beibehalten, das Budgetdefizit in diesem Jahr bei 2,5% des BIP zu halten – mit Kürzungen von Staatsausgaben wenn notwendig.

Experten haben allerdings vorhergesagt, dass sich Frankreichs Staatsdefizit in Anbetracht der momentanen wirtschaftlichen Situation den 3% des BIP annähern könne. 

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