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Französisch-Deutsche Erholung Ausnahme, EU-Rezession geht weiter [DE]

Veröffentlicht 17. August 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Das unerwartet schnelle Wachstum der französischen und deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal von 2009 steht im Gegensatz zu den schlechten Zahlen in Osteuropa und Spanien und signalisiert laut Experten und Gewerkschaften noch kein Ende der Rezession.

Vergangene Woche hat das Europäische Statistikamt, Eurostat, den Austritt Frankreichs und Deutschlands aus der Rezession nach vier negativen Quartalen verkündet. Sowohl Paris als auch Berlin sahen ihre Wirtschaften um 0,3 Prozent auf einer vierteljährlichen Basis in der zweiten Jahreshälfte für 2009 wachsen.

Die Erholung folgt auf das schlechteste Quartal seit Beginn der Krise. In den ersten drei Monaten des Jahres sanken Frankreichs BIP um 1,3 und Deutschlands um 3,5 Prozent.

Obwohl die Quartalszahlen mit großen Verlusten auf einer jährlichen Basis verbunden sind (-5,9 für Deutschland und -2,6 Prozent für Frankreich), wurde der neue Wert dennoch von vielen Beobachtern als eine positive Überraschung gewertet.

„Der neue Wert ist sehr überraschend. Nach vier negativen Quartalen kommt Frankreich endlich aus den roten Zahlen“, sagte die französische Wirtschaftsministerin, Christine Lagarde RTL Radio.

Manche Beobachter beeilten sich in diesen Zahlen, den Anfang vom Ende der Krise in der Eurozone und im übrigen Europa zu sehen.

„Die Rezession ist zu Ende. Nicht nur in Deutschland. Der globale Vertrauensschock nach dem Zusammenbruch der Lehman Brother Bank ist verschwunden. Firmen investieren wieder“, sagte Jörg Krämer von der Commerzbank gegenüber Reuters.

Rezession nach wie vor weit verbreitet

Allerdings spiegeln sich die ersten Anzeichen der Erholung für Frankreich und Deutschland nicht in den Leistungen der anderen EU-Mitgliedsstaaten wieder. Vierteljährlich ging das BIP in der Eurozone um 0,1% zurück und in der EU um 0,3%. Die Rezession ging in fast allen EU-Mitgliedsstaaten zurück, blieb aber hartnäckig negativ, vor allem in den Osteuropäischen Ländern.

Litauen war das einzige Land das einen stärkeren Fall des BIP als im Vorjahr verzeichnete. Vilnius Wirtschaft ging um 12,3% zwischen April und Juni zurück.

In Estland, Ungarn und Rumänien ist der Rückgang immer noch steil aber weniger deutlich als im ersten Vierteljahr des Jahres 2009. Estlands Wirtschaft verzeichnete einen Rückgang von -3,7% auf einer vierteljährlichen Basis nach einem Rückgang um 6,1% in den vorhergehenden drei Monaten. Ungarns Rezession verlangsamte sich von -2,6% auf -2,1%, während Rumänien einen Rückgang von -4,6% auf -1,2% verzeichnete.

Die Slowakei hat in der Zwischenzeit eine Erholung verzeichnet, mit 2,2% Wachstum auf einer vierteljährlichen Basis nach einem Rückgang von -11% im BIP in den ersten drei Monaten des Jahres. Jedoch ist der Rückgang, auf jährlicher Basis betrachtet, immer noch -5,3%.

Spanien bleibt der kränkste Mitgliedsstaat der Eurozone mit einem BIP das auf vierteljährlicher Basis um 1% zurückgeht, etwas mehr als die Prognose der Bank Spaniens welche 0,9% vorhersagte - und um 4,1 Prozent pro Jahr schrumpft, der stärkste Rückgang seit der Einführung von Vergleichsdaten 1977.

"Wir erwarten für einige Jahre, dass Spanien schlechter abschneidet als andere Länder… (Deutschland, Frankreich) haben nicht die selben Ungleichgewichte wie Spanien, das heißt wir erwarten dass Spanien schwach bleibt, für eine längere Zeit", so Dominic Bryant, Wirtschafter bei BNP Paribas gegenüber Reuters.

Arbeitslosigkeit wächst

Die positiven Signale aus Frankreich und Deutschland sollten nicht als Ende der Rezession betrachtet werden, warnte der Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes (ETUC)John Monks.

"Die harten Fakten sind, dass selbst bei der optimistischsten Interpretationen die Europäische Arbeitslosigkeit weiterhin steigen wird bis 2010", sagte er in einer Begründung.

"Bereits Schul- und Universitätsabsolventen erleben einen großen Rückgang der vorhandenen Möglichkeiten und kurze Arbeitsmöglichkeiten neigen sich ihrem Ende zu. Niemand kann es sich Selbstgefälligkeit oder Selbstzufriedenheit leisten, wenn es die Notwendigkeit ist, mehr Wachstum und Arbeit in die Wirtschaft zu bringen", fasste er zusammen. 

Hintergrund : 

Finanzmärkte rund um den Globus gerieten in Folge der US-Hypothekenkrise Anfang August 2007 in eine Talsohle, welche die Zentralbanken zu massiven Finanzspritzen zwang, um das System am Laufen zu halten und eine mögliche Liquiditätskrise abzuwehren.

Im September 2008 eroberte die Krise Europa, welche die Mitgliedstaaten zur Rettung der Banken zwang, um der Wirtschaft zu helfen, sich von der schwerwiegendsten  Depression seit Jahrzehnten zu erholen.

Die Eurozone ging im zweiten Quartal 2008 in eine Rezession als das gesamte BIP um 0,3 Prozent fiel. Der Abschwung traf seinen derzeit niedrigsten Punkt im ersten Quartal 2009 mit einem um 2,5 Prozent geschrumpften BIP auf Basis des Vorquartals, und um 4,9 Prozent im Vergleich zum selben Quartal im Jahr 2008.

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