Ein durchgesickerter Bericht des IWF, der von den Financial Times am Montag (6. April 2009) zitiert wurde sagte aus, dass die krisengeschüttelten EU-Staaten in Zentral- und Osteuropa es in Betracht ziehen sollten ihre Währungen abzuschaffen und den Euro einzuführen, ohne der Eurozone überhaupt offiziell beizutreten.
Ohne „Euroisierung“ würde ein Umgang mit der Auslandsverschuldung, entgegen wachsendem politischem Widerstand, massive heimische Einsparungen in manchen Ländern erfordern, liest das vertrauliche Dokument, das vor einem Monat geschrieben wurde.
Experten aus den östlichen Mitgliedstaaten der EU, scheinen diese Idee jedoch geschlossen abzulehnen.
Jan Bures, Chefökonom bei der Bank Poštovní spořitelna sagte, dass solch eine unilaterale Annahme des Euro die Probleme der Auslandsverschuldung nicht lösen, sondern höchstens kurzfristig den „Druck“ verringern würde.
Man könne Wechselkurschwankungen zwar durch eine Einführung des Euro beseitigen, jedoch sei dieser Schritt nicht profitabel, solange man nicht bestimmte Bedingungen erfülle, erklärte Bures.
In Ungarn sagte György Barcza von der K&H Bank, dass die Übernahme des Euro vor dem Erfüllen der Konvergenzkriterien unrealistisch sei und Risiken sowohl für Ungarn, als auch die Eurozone deutlich erhöhen würde, so die ungarische Presse. Barcza fügte hinzu, dass sein Land die Glaubwürdigkeit im Bezug auf die Einführung des Euro verloren habe. Dies sei eine Bedingung, die sich im entscheiden Unterschied zwischen den langfristigen Wechselkursen zwischen dem Forint und dem Euro widerspiegle.
In Rumänien erklärte Adrian Vasilescu, Berater des Präsidenten der staatlichen Bank, dass eine abrupte Abschaffung der nationalen Währung ein „Großer Fehler“ wäre, berichtet der Fernsehsender Realitatea. Er warnte, dass ein solcher Schritt neue Probleme hervorrufen könnte, so wie die Inflation zu vergrößern und die Preise hochzutreiben.
Tomas Bartovsky, Pressesprecher des tschechischen Ministeriums für Industrie und Handel sagte, dass er die Veröffentlichung des Berichtes bemerkt hatte, fügte jedoch hinzu, dass er nicht erwarte, dass die Bedingungen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes verändert würden.
Kommission spielt IWF- Report herunter
In der Zwischenzeit spielte die EU einen wichtigen Bericht des IWF herunter und bezeichnete ihn als überholt, indem sie sagte, dass die EU bereits viel in der Region getan habe, um die globale Finanzkrise zu bekämpfen.
Es sehe so aus als wäre dies ein interner einen Monat alter Bereicht. Man habe keine besonderen Anmerkungen zu diesem Bericht zu machen, so ein Sprecher der Kommission auf einer täglichen Pressekonferenz
Von ihrer Seite hatte die Europäische Zentralbank betont, dass die Maastrichtkriterien die hauptsächliche Grundlage für den Beitritt zum Euro seien.



