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Inflation in der EU erreicht Rekordhoch [DE]

Veröffentlicht 17. Juni 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die neusten Statistiken von Eurostat zeigen, dass die Jahresinflationsrate im Mai 2008 ein Rekordhoch erreichte, sowohl in den 15 Ländern der Eurozone als auch in der gesamten EU-27. Dafür verantwortlich sind hauptsächlich die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel, die während des Treffens der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag (19. Juni 2008) weit oben auf der Tagesordnung stehen werden.

Die Inflationsrate habe in der Eurozone 3,7% und in der gesamten EU 3,9% betragen, sagte die Kommissionssprecherin für Wirtschaft und Währung, Amelia Torres, und fügte hinzu, dass die Inflation noch weiter ansteige und eine der Hauptsorgen der Kommission im Bereich Wirtschaft sei.

Eurostat zufolge sei der Hauptgrund für die Inflation der Anstieg der Energiepreise. Im Vergleich zum Vorjahr waren Kraftstoffe für den Verkehr im Mai 2008 um 14% teurer. Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Inflationsrate beeinflusse, sei der Anstieg der Lebensmittelpreise, vor allem für Milch, Eier und Käse, deren Preise in den vergangenen 14 Monaten um 14% angestiegen seien, so Torres. 

Sie erklärte, diese Zahlen seien nicht gut, und die EU müsse sehr vorsichtig sein, um eine Lohn- und Inflationsspirale zu vermeiden.

Die geringsten Jahresraten wurden in den Niederlanden (2,1%), Portugal (2,8%) und Deutschland (3,1%) verzeichnet, die höchsten in Lettland (17,7%), Bulgarien (14,0%) und Litauen (12,3%). Verglichen mit April 2007 ist die jährliche Inflation in 21 Mitgliedstaaten angestiegen, in dreien gleich geblieben (Slowenien, Polen und Malta) und in zweien gesunken (Estland, Rumänien).

Gegenwärtig hat kein Land das EU-weite Ziel erreicht, die Inflation unter 2% zu halten.

Unterdessen protestieren verärgerte Landwirte, Fischer und LKW-Fahrer in ganz Europa. Sie behaupten, die steigenden Kraftstoffpreise seien eine untragbare Belastung für sie, während die Ölkonzerne zusätzliche Gewinne einstrichen.

Am 16. Juni forderte die Internationale Straßentransport-Union (IRU) die Regierungen auf, die überhöhten Kraftstoffsteuern zu senken, da sie diese als einfache Einkommensquelle für den Staat nutzten und die Ölpreise ohne sie geringer wären. Es gebe keine Entschuldigung dafür, die übermäßigen Kraftstoffsteuern beizubehalten, die den Preis, den die Verbraucher letztendlich zahlten, künstlich in die Höhe trieben – in einer Zeit, in der die Wirtschaft ganz besonders auf Hilfe angewiesen sei, so die IRU.

Nach den Fischern, die Anfang Juni demonstrierten, werden morgen (18. Juni 2008) die LKW-Fahrer und Landwirte in Brüssel auf die Straße gehen. Die Demonstration findet im Vorfeld des EU-Gipfels am 19. Juni 2008 statt, während dem die steigenden Rohstoffpreise diskutiert werden sollen.

Der EU sind jedoch die Hände gebunden, da die Preise größtenteils durch die steigende Nachfrage und Spekulationen bestimmt werden, die außerhalb ihrer Grenzen stattfinden. Die Möglichkeiten makroökonomischer Maßnahmen sind ebenfalls begrenzt, da die Rekordinflation den Spielraum der Europäischen Zentralbank (EZB) hinsichtlich möglicher Zinssenkungen begrenzt. Tatsächlich deutete der Präsident der EZB Jean-Claude Trichet an, dass eine Anhebung der Zinssätze im kommenden Monat wahrscheinlich sei. 

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