Die Europaabteilung des IWF veröffentlichte einen Bericht zur Eurozone nach Gesprächen mit der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB).
Sie warnte davor, dass weitere wirtschaftliche Probleme nicht zu auszuschließen seien, und sagte, die jähe Talfahrt des Euros seit Jahresanfang habe ihn etwa auf das richtige Niveau heruntergebracht. Das Rekordtief der EZB von einem Prozent Zinsen sollte beibehalten werden, um dem Aufschwung auf die Beine zu helfen.
Geschwächtes Vertrauen und die Bürde der Sparpakete, die in einigen Teilen der Eurozone stärker als in anderen zu spüren ist, würden nur zum Teil durch den vor kurzem stattgefundenen Wertverlust des Euros kompensiert, heißt es in dem Bericht.
Die Eurozone sei auch dem Risiko einer Kreditknappheit ausgesetzt, wobei Länder mit hoher Staatsverschuldung wie Griechenland, Italien, Portugal und Spanien der größten Gefahr ausgesetzt sind, aufgrund des hohen Anteils an Personen, die in KMU beschäftigt sind. Diesen wird es eventuell schwer fallen, Kredit zu finden.
Ein beschränktes Angebot an Krediten könnte dem Aufschwung der Eurozone schwer auflasten, so der Bericht.
Sparmaßnahmen in Eurozonenländern zur Bekämpfung der Schuldenprobleme könnten auch dem Wachstum schaden. Wohingegen ein Anstieg des Vertrauens den Schlag mildern könne, werde der private Konsum bis Ende 2011 wahrscheinlich nicht zum Wachstum beitragen.
In den Ländern, in denen die Glaubwürdigkeit des Haushalts in Frage steht, würde eine frühzeitige Haushaltskonsolidierung dem Bericht zufolge unabänderlich die Nachfrage kurzfristig schwächen.
Schockwellen der Staatsverschuldungskrise seien die größte Gefahr.
Der Bericht warnte, eine plötzliche Schwächung des Wachstums würde in der zweiten Hälfte des Jahres eintreten, wenn der jüngste Einbruch der Zuversicht der Unternehmer sich verstärkt, während der beginnende Aufschwung, der größtenteils durch externe Nachfrage angetrieben wird, wahrscheinlich bald durch Marktspannungen verlangsamt wird, die mit den Risiken der Staatsverschuldung zusammen hängen.
Mehr zu tun zur Stabilisierung des Euros.
Es gebe auch Risiken für den Euro, der auf Handelsbasis zwischen Jahresbeginn und dem 1. Juli, dem Zeitpunkt, bis zu dem der Bericht Daten in Betracht zieht, um 16 Prozent gesunken ist.
Wenn die Risiken sich verwirklichen sollten, könnten die Konsequenzen harsch sein: sie könnten den globalen Aufschwung gefährden, die weltweiten finanziellen Bedingungen stark verschärfen und den Euro substanziell abwerten.
Länder sollten eventuell stärkere Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Schulden ergreifen.
Im Bericht heißt es, zusätzliche Anstrengungen würden benötigt, um die Schuldendynamik langfristig zu stabilisieren.
IWF-Angestellte beschlossen, dass die Währungspolitik der EZB weiterhin die Wirtschaft unterstützen könne und Pläne zum Auslaufen solcher Maßnahmen erst dann wieder bedenken solle, wenn die Zeit reif ist.
Jedoch werde die Verschärfung der nötigen Sicherheitsleistungen schwierig sein und sollte warten, bis die Krise der Eurozone vorüber ist.
Über den kurzfristigen Rahmen hinaus werde es vielleicht notwendig sein, den Sicherheitsrahmen neu zu bewerten, um Sorgen über die Qualität der EZB-Bilanzaufstellung zu bekämpfen.
(EurActiv mit Reuters.)




