EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

IWF warnt Eurozone gegen Nebenwirkungen der Sparpakete

Veröffentlicht 22. Juli 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Die derzeitige Kampagne, Staatsschulden und Ausgaben in der Eurozone zu senken, könnte das Wirtschaftswachstum der Region in den kommenden Jahren reduzieren, so der Internationale Währungsfonds gestern (21. Juli).

Die Europaabteilung des IWF veröffentlichte einen Bericht zur Eurozone nach Gesprächen mit der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB).

Sie warnte davor, dass weitere wirtschaftliche Probleme nicht zu auszuschließen seien, und sagte, die jähe Talfahrt des Euros seit Jahresanfang habe ihn etwa auf das richtige Niveau heruntergebracht. Das Rekordtief der EZB von einem Prozent Zinsen sollte beibehalten werden, um dem Aufschwung auf die Beine zu helfen.

Geschwächtes Vertrauen und die Bürde der Sparpakete, die in einigen Teilen der Eurozone stärker als in anderen zu spüren ist, würden nur zum Teil durch den vor kurzem stattgefundenen Wertverlust des Euros kompensiert, heißt es in dem Bericht.

Die Eurozone sei auch dem Risiko einer Kreditknappheit ausgesetzt, wobei Länder mit hoher Staatsverschuldung wie Griechenland, Italien, Portugal und Spanien der größten Gefahr ausgesetzt sind, aufgrund des hohen Anteils an Personen, die in KMU beschäftigt sind. Diesen wird es eventuell schwer fallen, Kredit zu finden.

Ein beschränktes Angebot an Krediten könnte dem Aufschwung der Eurozone schwer auflasten, so der Bericht.

Sparmaßnahmen in Eurozonenländern zur Bekämpfung der Schuldenprobleme könnten auch dem Wachstum schaden. Wohingegen ein Anstieg des Vertrauens den Schlag mildern könne, werde der private Konsum bis Ende 2011 wahrscheinlich nicht zum Wachstum beitragen.

In den Ländern, in denen die Glaubwürdigkeit des Haushalts in Frage steht, würde eine frühzeitige Haushaltskonsolidierung dem Bericht zufolge unabänderlich die Nachfrage kurzfristig schwächen.

Schockwellen der Staatsverschuldungskrise seien die größte Gefahr.

Der Bericht warnte, eine plötzliche Schwächung des Wachstums würde in der zweiten Hälfte des Jahres eintreten, wenn der jüngste Einbruch der Zuversicht der Unternehmer sich verstärkt, während der beginnende Aufschwung, der größtenteils durch externe Nachfrage angetrieben wird, wahrscheinlich bald durch Marktspannungen verlangsamt wird, die mit den Risiken der Staatsverschuldung zusammen hängen.

Mehr zu tun zur Stabilisierung des Euros.

Es gebe auch Risiken für den Euro, der auf Handelsbasis zwischen Jahresbeginn und dem 1. Juli, dem Zeitpunkt, bis zu dem der Bericht Daten in Betracht zieht, um 16 Prozent gesunken ist.

Wenn die Risiken sich verwirklichen sollten, könnten die Konsequenzen harsch sein: sie könnten den globalen Aufschwung gefährden, die weltweiten finanziellen Bedingungen stark verschärfen und den Euro substanziell abwerten.

Länder sollten eventuell stärkere Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Schulden ergreifen.

Im Bericht heißt es, zusätzliche Anstrengungen würden benötigt, um die Schuldendynamik langfristig zu stabilisieren.

IWF-Angestellte beschlossen, dass die Währungspolitik der EZB weiterhin die Wirtschaft unterstützen könne und Pläne zum Auslaufen solcher Maßnahmen erst dann wieder bedenken solle, wenn die Zeit reif ist.

Jedoch werde die Verschärfung der nötigen Sicherheitsleistungen schwierig sein und sollte warten, bis die Krise der Eurozone vorüber ist.

Über den kurzfristigen Rahmen hinaus werde es vielleicht notwendig sein, den Sicherheitsrahmen neu zu bewerten, um Sorgen über die Qualität der EZB-Bilanzaufstellung zu bekämpfen.

(EurActiv mit Reuters.)

Hintergrund : 

Die von der Krise betroffenen EU-Länder haben extrem unbeliebte Sparpakete verabschiedet, die im Falle Griechenlands gewaltsame Proteste auslösten (EurActiv 05.05.10).

Da spekulative Angriffe auf den Euro weiterhin grassierten, taten es andere Länder ihm bald gleich. Im Mai verabschiedete Italien Sparmaßnahmen, die das Budgetdefizit in zwei Jahren um 24 Milliarden Euro reduzieren sollen (EurActiv 25.05.10).

Der vorherigee Inhaber der EU-Ratspräsidentschaft, Spanien, gewann die Zustimmung für ein 15 Milliarden Euro Sparpaket am 27 Mai (EurActiv 28.05.10).

Im Juni kündigte Deutschland ein Paket von Haushaltskürzungen und Steuern im Wert von 80 Milliarden Euro an, dass darauf abzielt, das Strukturdefizit der größten europäischen Wirtschaft bis 2013 in den Rahmen der EU-Limits zu bringen.

Zuvor hatte Großbritannien, als Nichtmitglied der Eurozone, 6,2 Milliarden Pfund (sieben Milliarden Euro) an Haushaltskürzungen angekündigt, um sein Defizit zu senken, welches sich auf 11,5 Prozent des BIP beläuft, beinahe vier Mal das von der EU erlaubte Niveau.

Mehr über dieses Thema

More in this section

Advertising