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Krise trifft Realwirtschaft: Düstere Prognosen für die EU [DE]

Veröffentlicht 03. November 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Tags
Economy
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Am Horizont der europäischen Wirtschaft hängen tiefe Wolken seit auch die Realwirtschaft die Finanzkrise zu spüren bekommt. Das Wirtschaftswachstum der Eurozone werde 2008 auf 1,2% fallen und 2009 weiter auf 0,1% sinken. Einigen Ländern stünde eine Rezession bevor, so die Herbstprognose der Europäischen Kommission, die heute (3. November 2008) veröffentlicht wurde.

“Die Herbstprognose der Kommission zeigt, dass sich die Finanzkrise stark auf die Wirtschaft in der EU auswirkt und die wegen der Lage am Immobilienmarkt in mehreren Mitgliedstaaten ohnehin schwierigen Probleme zu einem Zeitpunkt, an dem die Auslandsnachfrage rasch nachlässt, noch verschärft“, ist in einer Mitteilung der Kommission zu lesen.

Die „Verschlechterung der Lage” am Immobilienmarkt kann als Verweis auf die Situation in Irland und Spanien betrachtet werden, die voraussichtlich eine Rezession erleben werden. Der EU-Kommission zufolge wird die irische Wirtschaft 2008 um 1,6% und 2009 um 0,9% rückläufig sein. In Spanien werde sich die Rezession auf -0,2% im Jahr 2009 begrenzen. Für 2010 wird für beide Länder – wie für die restlichen Länder Europas – wieder ein positives Wirtschaftswachstum vorhergesagt.

Die Wirtschaft in Deutschland und Frankreich, den ‚Motoren’ der Eurozone, werde 2009 ebenso wie die Wirtschaft Italiens zum Stillstand kommen, so die Vorhersage der Kommission. Eine Erholung der Wirtschaft sei ab 2010 zu erwarten. In Deutschland werde die Wirtschaft dann um 1% wachsen, in Frankreich um 0,8% und in Italien um 0,6%.

Außerhalb der Eurozone wird das Wirtschaftswachstum in Großbritannien der Prognose der Kommission zufolge 2009 um 1% zurückgehen. Auch die Baltischen Staaten würden hart getroffen: Lettlands BIP werde 2008 um 0,8% und 2009 um 2,7% zurückgehen, das Wirtschaftswachstum in Estland 2008 um 1,3% und 2009 um 1,2% und die litauische Wirtschaft werde 2009 zum Stillstand kommen.

Joaquín Almunia, der EU-Kommissar für Wirtschafts- und Währungsfragen, meinte: „Wir müssen auf EU-Ebene koordiniert handeln, um die Wirtschaft zu unterstützen - in der Art, wie wir es für den Finanzsektor getan haben. Die Kommission erläuterte letzte Woche ihre Vorstellungen für Maßnahmen zur Unterstützung des Aufschwungs, die auf eine Ankurbelung der Investitionen und die Förderung von Beschäftigung und Nachfrage abzielen. Wir möchten jetzt die Vorstellungen der Mitgliedstaaten hören und dann vor allem zu einem Konzept für ein gemeinsames Vorgehen auf EU-Ebene kommen“ (EurActiv vom 30. Oktober 2008). 

Die Kommission prognostiziert einen Rückgang bei Investitionen und Konsum bei gleichzeitig steigender Arbeitslosigkeit. In der Eurozone soll die Arbeitslosenquote 2009 voraussichtlich auf 8,4% und 2010 auf 8,7% ansteigen. Im Jahr 2007 hatte die Quote noch 7,5% betragen. Für die gesamte EU erwartet die Kommission für 2010 einen Höhepunkt bei der Arbeitslosenquote mit 8,1%. 

Die einzige positive Anmerkung der düstersten Kommissionsprognose seit Jahren ist die voraussichtlich schnell sinkende Inflationsrate, die sich 2009 wieder dem Ziel von 2% nähern (2,2% in der Eurozone, 2,4% in der EU) und 2010 auf 2,1% in der Eurozone und 2,2% in der EU zurückfallen soll. Darüber hinaus würden die Importe der Eurozone infolge der derzeitigen Abwertung des Euro stärker zurückgehen als die Exporte und damit „das BIP positiv beeinflussen“.

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