EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Neuer ungarischer Ministerpräsident übernimmt krisengeschütteltes Land [DE]

Veröffentlicht 14. April 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Tags
Hungary
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Der neue Ministerpräsident Ungarns, Gordon Bajnai hat versprochen, die Wirtschaftskrise seines Landes zu bekämpfen, allerdings hat er wenig Zeit und muss neue Freunde auf seinem Weg finden.

Es wird erwartet, dass Bajnai heute (14. April 2009) offiziell vom ungarischen Parlament ernannt wird.

Bajnai, ein 41-jähriger Geschäftsmann, der zum Politiker geworden ist, übernimmt die Amstsgeschäfte vom unpopulären Ferenc Gyurcsány und hat nur noch ein Jahr bis eine Neuwahl ansteht, um das zentraleuropäische Land mit seinen zehn Millionen Einwohnern aus der Wirtschaftskrise zu steuern. 

Den neuen Ministerpräsidenten erwarten eine unbarmherzige Opposition, schlechte Umfragewerte und andauernde öffentliche Kritik über ein gescheitertes Geschäft des Politikers. Er übernimmt eine Volkswirtschaft, die Erwartungen zufolge dieses Jahr um 6 Prozent schrumpfen wird und durch ein Rettungspaket des IWF in Höhe von 25.1 Milliarden Euro am Leben gehalten wird. 

Bajnai ist politisch unabhängig und  semiprofessioneller Fußballspieler. Er war während des letzten halben Jahres Wirtschaftsminister. Seine öffentliche Popularität als Finanzminister liegt bei 29 Prozent und die Opposition, die ihn als „Klon Gyurcsánys“ bezeichnete, weigert sich sogar sich mit ihm an einen Tisch zu setzen.  Der neue Premierminister kann auch kaum auf sichere Unterstützung der regierenden Sozialisten hoffen, die ihn ins Amt wählen sollen. Die Partei befindet sich in Unordnung und kämpft mit schlechten Umfragewerten. Hinzu kommt, dass Bajnai wohl schmerzliche Kürzungen im Sozialbereich und bei Pensionen von ihnen fordern wird.

„Gänse-Gordon”

Bajnais eigene Vergangenheit könnte ihn auch einholen.

Er war während des Untergangs des Geflügelproduzenten Hajdu-Bet im Jahre 2003 im Amt, bei dem hunderte von Produzenten ihre Ersparnisse verloren. Oppositionelle Zeitungen, die in „Gänse-Gordon“ nannten sagten, wer es nicht schaffe, eine Geflügelfirma durch schwierige Zeiten zu bringen, dem sollte kein Land anvertraut werden. 

Bajnai ist ebenfalls Torwart des „43. Epitok“, oder „Baumeister“- Sportclubs, ein Fußballverein in der vierten Liga. Er sagt, dass seine Erfahrung als Torwart eine wichtige Erfahrung für ihn bleibe, da es ihm gelehrt habe, wie man in einem Team spiele und dass seine Aufgabe gewesen sei, im Hintergrund zu bleiben und zu verteidigen und nicht seine Aufgaben zu missachten und nach vorne zu stürmen und dort zu versuchen Kunststücke zu vollbringen. 

(EurActiv und Reuters)

Hintergrund : 

Der ungarische Ministerpäsident Ferenc Gyurcsány gab am 21. März 2003 überraschend auf dem Parteikongress der ungarischen Sozialisten seinen Rücktritt bekannt (EurActiv vom 23. März 2009). 

Gyurcsány, dessen Popularität in den letzten Jahren mehr und mehr gefallen ist, lässt ein Land zurück, das von der Wirtschafts- und Finanzkrise zerstört ist. 

Ferenc Gyurcsány, ein reicher Geschäftsmann, wurde 2004 zu Ungarns Premierminister gewählt. Er gewann die Wiederwahl 2006 durch seinen Ruf als Wegbereiter einer modernen freien Marktwirtschaft. Seit 2006 hatte er allerdings, aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage, Probleme bekommen, die Mehrheit im Parlament zu halten. 

Im Jahr 2006 sorgte eine Bemerkung, die auf Band aufgezeichnet wurde, für Aufruhr. Gyurcsány sagte, dass seine Regierung „Tag und Nacht“ über den Zustand der Wirtschaft gelogen hätte, nur um sich an der Regierung halten zu können. 

Der IWF und die Weltbank stimmten zu, 25,1 Milliarden Euro für ein Rettungspaket für die ungarische Wirtschaft bereit zu stellen. Dies war der größte Kredit für eine aufstrebende marktwirtschaftliche Volkswirtschaft seit dem Beginn der globalen Krise. 

More in this section

Advertising