Nachdem das BIP im letzten Quartal um 0,5% zurückgegangen ist und sich damit an den Rückgang um 0,4% im vorherigen Quartal anschließt, befindet sich Deutschland, das größte Wirtschaftsland Europas, nun offiziell in einer Rezession, meldete das deutsche Statistische Bundesamt gestern (13. November 2008).
Das letzte Mal, dass Deutschland in einer Rezession steckte, also zwei Quartale hintereinander rote Zahlen schrieb, war in der ersten Hälfte des Jahres 2003. Der Außenhandel habe sich negativ auf das Bruttoinlandsprodukt ausgewirkt, da die Importe stark angestiegen und die Exporte gleichzeitig nachgelassen hätten, erklärte das Statistische Bundesamt. Wirtschaftsexperten erwarten, dass sich die Lage in den kommenden Monaten noch weiter verschlechtern wird.
Das Ausmaß, in dem das Wirtschaftswachstum in Deutschland rückläufig ist, wird auch die Wirtschaft der anderen europäischen Länder herunterziehen, da Daten, die heute (14. November 2008) veröffentlicht werden, wahrscheinlich zeigen werden, dass sich auch die 15 Mitglieder der Eurogruppe in einer technischen Rezession befinden. Das BIP könnte im letzten Quartal 2008 um bis zu 0,3% zurückgehen, nachdem es im zweiten Quartal einen Rückgang um 0,2% gegeben hatte, erklärten die Wirtschaftsexperten.
2009 werde das Wachstum in der Eurozone um 0,5% schrumpfen, während das Wachstum in den USA um 0,9% zurückgehen werde, prognostizierte die OECD gestern. Als negativer Nebeneffekt wird zudem die Arbeitslosigkeit wahrscheinlich deutlich zunehmen.
In Großbritannien sind die Arbeitslosenzahlen auf dem höchsten Stand seit 1997. Das britische Statistikamt berichtete von 140 000 neuen Arbeitslosen im letzten Quartal, wodurch die Gesamtzahl der Arbeitslosen auf 1,825 Millionen ansteigt.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bleibt relativ unverändert bei 3,265 Millionen. Allerdings wird für 2009 ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf 3,3 oder gar 3,4 Millionen erwartet.



