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Rezession in Osteuropa: Rumänien sucht Hilfe beim IWF [DE]

Veröffentlicht 05. März 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Rumänien führt derzeit Gespräche mit der Europäischen Kommission und dem internationalen Währungsfonds, um einen möglichen Kredit zu erörtern, berichtete EurActiv Rumänien gestern (4. März 2009).

Man werde die Höhe des Kredits festlegen, wenn man alle Konditionen geklärt habe. Und diese nicht zufrieden stellend seien, würde man sich vielleicht sogar komplett gegen einen Kredit entscheiden, sagte der rumänische Finanzminister Gheorghe Pogea über einen möglichen IWF-Kredit.

Die Behörden in Bukarest hatten gestern ihre Entscheidung, Gespräche mit dem IWF zu eröffnen, bekannt gegeben. uellen hatten am 2. März 2009 bereits bestätigt, dass eine rumänische Delegation zu Gesprächen nach Washington gereist war.

Aktuellen Berichten zufolge (EurActiv vom 20.02.2009) verlor die rumänische Währung, der Leu, im Verlauf des letzten Jahres 20% seines Wertes. Nachdem sie von 2005 bis 2008 zwischen 3,5 und 3,7 Lei zu einem Euro pendelte, fiel die rumänische Währung auf 3,9 Lei pro Euro. Im Januar 2009, erreichte der Leu sogar kurzfristig die historische Minderungsmarke von 4,3 Lei pro Euro. Die Arbeitslosigkeit in Rumänien werde, wie die Regierung nach Regierungs-Prognosen, aufgrund tausender Entlassungen im Automobilsektor und anderen Branchen, um mehr als 5% dieses Jahr ansteigen.

Mugur Isărescu, Vorsitzender der rumänischen Staatsbank, sagte am Mittwoch, er überlege, einen IWF-Kredit aufzunehmen und fügte hinzu, dass ein mögliches Finanzpaket auch EU-Unterstützung enthalten würde. Wie viel das Land benötige, sagte er allerdings nicht. Ariel Emirian, Vertreter des rumänischen Zweiges der Societé Générale, schilderte die Situation genauer. Sollte Rumänien Finanzhilfe erhalten, benötige es vier bis sechs Milliarden Euro, wovon das meiste für die Stabilisierung der Banken verwendet werden würde.

Emirian glaube, dass Rumänien kein wirtschaftlicher Zusammenbruch drohe, da es dem Land besser gehe, als den anderen Ländern der Region, wie z.B. Ungarn.

IWF Hilfe könnte fatal für die Koalition sein

Die Presse in Bukarest sieht die Stabilität der kürzlich gegründeten Koalition sehr skeptisch (EurActiv vom 15. Dezember 2009). Die dem Präsidenten Traian Băsescu nahestehende PDL (Liberal-Demokratischen) koaliert momentan mit der sozialdemokratischen PSD – ihrem politischen Erzfeind. Experten zufolge würde die PSD sich jeder Kürzung des Staatsetats verweigern.

Aufgrund von Rumäniens schwach ausgeprägten Wirtschaftsbeziehungen, könnte die Regierung Probleme dabei bekommen, Budgetstreichungen durchzuführen, was die Verhandlungen mit dem IWF von vornherein belasten würde, so ein Zitat von Timothy Ash, dem Chefexperten für zentral- und osteuropäische Angelegenheiten bei der Royal Bank of Scotland.

Die Krise in Osteuropa lässt sich in den Griff bekommen Unterdessen sagte Erik Berglof, Chefökonom bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWD), Berichten des Nachrichtensenders Bloomberg zufolge, dass man die Finanzkrise in Osteuropa in den Griff bekommen könne, wenn westliche Banken ihren Tochterbanken in der Region weiter Kredite genehmigten.

Der Schlüssel sei kontinuierliche Unterstützung durch westeuropäische Banken mit Zweigstellen im Osten, sagte Berglof in einem gestrigen Interview in London. Solange weiter Kredite vergeben würden, sei ein großer Teil des Problems gelöst. Die Situation sei kontrollierbar, man müsse nur sicherstellen, dass sie auch kontrolliert würde.

Bloomberg zitierte ebenfalls Experten von JPMorgan, die sagten, dass europäische Banken bis 2010, aufgrund von Kreditverlusten in Zentral- und Osteuropa, bis zu 40 Milliarden Euro an Kapital aufbringen werden müssten. 

Hintergrund : 

Experten sehen ein Abkommen zwischen dem IWF und Rumänien als unausweichlich, da sich die rumänische Wirtschaft in einer ähnlichen Lage, wie die lettische, ukrainische und ungarische befindet -  alle drei Länder mussten  bereits Geld vom IWF leihen.

Der IWF, die EU und die Weltbank hatten im letzten November gemeinsam einen Rettungsplan im Wert von 25,1 Milliarden Euro für Ungarn verabschiedet, was bis heute der größte vergebene  Kredit seit Beginn der globalen Wirtschaftskrise ist.

In Lettland kommen zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten auch  noch politische hinzu, nachdem die aus vier Parteien bestehende Regierungskoalition letzte Woche auseinandergebrochen und der Premierminister zurückgetreten war. Das Land hatte 2008 im Rahmen des IWF-Rettungspakets einen Kredit in Höhe von 7,5 Milliarden Euro aufnehmen müssen. Dieses Paket war von der EU, den skandinavischen Staaten, Tschechien, Polen, Estland und der Weltbank finanziert worden.

Der Anteil des IWF lag bei 1,68 Milliarden Euro. Joaquin Almunia, der EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung, hatte kürzlich Sorgen über den rapiden Wertverfall der Währungen in einigen osteuropäischen Ländern geäußert.

Der Kommissar sagte, die Wechselkursschwankungen bereiteten ihm Sorgen und bezog sich dabei auf Polen, Ungarn, Rumänien und Tschechien. Die Situationin  Bulgarien und der Slowakei sieht hingegen besser aus. Die Slowakei ist bereits Mitglied der Eurozone und die bulgarische Währung ist fest an den Eurokurs gekoppelt.

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