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Trichet: Inflation bleibt Priorität der EZB [DE]

Veröffentlicht 24. Januar 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, sagte gestern (23. Januar 2008), die EZB werde sich weiterhin auf den Kampf gegen die Inflation konzentrieren, ohne die aktuellen Zinssätze zu verändern, auch wenn die US-Zinssätze kürzlich drastisch gesenkt wurden.

In einer Rede vor dem Europäischen Parlament sagte Trichet, in schwierigen Zeiten, die geprägt seien von wesentlichen Korrekturen der Kurse und Turbulenzen, sei es „die Pflicht der Zentralbank, Inflationserwartungen zu verankern, um weitere Unbeständigkeit in bereits sehr unbeständigen Märkten zu vermeiden“.

Der Präsident der EZB hat sich zu den am Dienstag von Ben Bernanke, dem Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve, angekündigten Zinssatzsenkungen um 0,75% nicht geäußert. Die Kürzung ist die größte seit etwa 23 Jahren. Sie unterstreicht die Sorge der US-Notenbank über eine mögliche Rezession in den USA.

Die Rede Trichets zählte zu einem der Gründe für den Fall an den europäischen Börsen am vergangenen Mittwoch. Der Londoner FTSE 100 ist um 2,3% gefallen, der deutsche Xetra Dax Index um 4,88%. Der Dollar blieb gegenüber dem Euro stabil.

Trichet wiederholte, sein Fokus werde sich weiterhin auf die reale Wirtschaft richten, um mögliche Preisanstiege und Turbulenzen, wie die, die durch die Subprime-Krise an den US-amerikanischen Hypothekenmärkten vergangenen Sommer ausgelöst wurde, abzuwenden. Er betonte, man werde sehen, wie sich die reale Wirtschaft in Zukunft entwickle, da dies Auswirkungen auf die Inflation haben könne.

Angesichts der derzeitigen Korrekturen der Kurse – betrachtet als ‚besonders komplex, mehrdimensional und anhaltend’ – hat Trichet daran erinnert, dass die EU-Finanzinstitutionen die Aufgabe hätten, die finanzielle Stabilität in effektiver Weise zu sichern. Gleichzeitig müssten sie dazu beitragen, die übrigen Hindernisse, die einer Integration der Finanzmärkte im Weg stünden, zu beseitigen.

Trichet fügte hinzu, man müsse hauptsächlich die bestehenden Divergenzen der nationalen Gesetze und der Aufsichtsvorschriften und -verfahren bestimmen und auf ein Minimum reduzieren. Diese behinderten noch immer das reibungslose und effektive Funktionieren des einheitlichen Finanzmarktes.

Der EZB-Chef erinnerte daran, um ein wirksames Krisenmanagement und eine effektive Krisenlösung auf EU-Ebene sicherzustellen, sei es entscheidend, dass alle zuständigen Behörden ein hohes Maß an Bereitschaft aufrechterhielten, um die komplexe grenzüberschreitende Krise zu handhaben. Gleichzeitig müsse man die notwendige Flexibilität erhalten.

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