EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Click here for EU news »
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Wirtschaft: Zinserhöhung soll Wachstum ankurbeln [DE]

Veröffentlicht 01. September 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
DruckversionSend by email

Im zweiten Quartal 2006 ist die Wirtschaft in der Eurozone schneller gewachsen als in den USA und Japan. Im zweiten Halbjahr wird jedoch eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums erwartet. Voraussichtlich wird die EZB darauf mit einer erneuten Anhebung des Leitzinses reagieren.

In einer von Dow Jones Newswires durchgeführten Befragung gaben 42 von 43 Volkswirten die Einschätzung ab, die EZB würde bei ihrer nächsten Ratssitzung im Oktober den Leitzins um 0,25% anheben. Dies wäre die fünfte Erhöhung des Hauptrefinanzierungsinstruments innerhalb eines Zeitraums von zehn Monaten.

Stellungnahmen: 

Der Chef der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet sagte in einem Gespräch mit Journalisten in Franfurt am 31. August 2006: „großer Wachsamkeit bleibt ausschlaggebend, um sicherzustellen, dass aufwärtsgerichtete Risiken für die Preisstabilität begrenzt werden“. Trichet hatte vor den vier letzten Zinserhöhungen ebenfalls den Begriff „große Wachsamkeit“ verwendet. Er fügte hinzu: „Die Zinsen in der Eurozone sind weiter real und nominal niedrig, das Geldmengen- und Kreditwachstum ist dynamisch und es gibt reichlich Liquidität. Vor diesem Hintergrund ist unsere Geldpolitik weiterhin akkomodierend. Sollten sich unsere Annahmen und das Basisszenario der EZB für die Konjunkturentwicklung auch weiterhin bestätigen, ist eine weitere Rückführung der expansiven Geldpolitik gerechtfertigt.“

Nächste Schritte: 
  • Die nächste EZB-Ratssitzung findet am 5. Oktober 2006 in Paris statt. Volkswirte erwarten, dass die EZB den Leitzins um 0,25% auf 3,25% anheben wird. 
  • Die letzte Zinserhöhung (auch um 0,25%) war erst im August 2006 erfolgt.
Hintergrund : 

Im Sommer 2006 schien die EU-Wirtschaft sich im Aufschwung zu befinden. Im April stieg der EZB-Geschäftsklimaindikator (BCI) für das Eurogebiet zum ersten Mal seit fünf Jahren über den Wert 1,0 und erreichte im Juni mit 1,42 den höchsten Wert seit 11 Jahren. Ein Großteil der Wirtschaftsindikatoren zeigte die gleiche Entwicklung.

Im Juli und August flachte das Wachstum etwas ab und ließ Zweifel an der Dauerhaftigkeit der positiven Entwicklung aufkommen. Die Kommission nannte als ausschlaggebenden Grund für den Rückgang des BCI, „dass die Industrieunternehmer die Produktionsentwicklung in den letzten Monaten deutlich schlechter einschätzten, wohingegen die Auftragsbestände insgesamt und die Exportaufträge generell als stabil eingeschätzt wurden. Die Produktionserwartungen für die kommenden Monate und die Beurteilung der Lagerbestände besserten sich hingegen nur geringfügig“. 

Die negativeren Wachstumsprognosen stimmen besser mit dem von der Kommission erwarteten Wirtschaftswachstum von 2,1% für 2006 überein. Seit dem zweiten Quartal 2005 ist ein Wachstum von 2,4% zu verzeichnen. Die für Anfang 2007 angekündigte 3-prozentige Mehrwertssteuererhöhung in Deutschland wird voraussichtlich das Wachstum der Eurozone weiter drosseln.

More in this section

Advertising

Sponsors

Advertising

Advertising