Er sagte, ein Abschluss der Handelsgespräche im Rahmen der Doha-Runde der Welthandelsorganisation würden Handelsregeln transparenter und vorhersehbarer machen, womit die Risiken für im Ausland tätige KMU sinken würden.
Die derzeitige Runde von Handelsgesprächen begann 2001, scheiterte 2008 jedoch aufgrund verbitterter Meinungsunterschiede bezüglich der Importzölle für landwirtschaftliche Produkte. Ziel der Gespräche ist eine Senkung von Handelshemmnissen und eine Steigerung des Welthandels. Die unterschiedlichen Ansichten von Industrieländern einerseits sowie Schwellen- bzw. Entwicklungsländern andererseits haben sich bisher jedoch als unüberbrückbar erwiesen.
"Handelserleichterungen, zum Beispiel durch eine schnellere Zollabfertigung, können Kosten senken. KMU könnten ebenfalls von Veränderungen bei Marktzugang, Investitionen und Dienstleistungen profitieren. Dazu müssten allerdings die Doha-Gespräche zum Abschluss gebracht werden", so Barberis.
Er warnte vor einer Zunahme nicht-tarifärer Hemmnisse, die WHO-Abkommen zum Trotz von Drittländern eingeführt würden, um europäische Unternehmen aus ihren Märkten zu verdrängen.
Zur aktuellen Wirtschaftslage skizzierte Barberis die Reformen, die seiner Meinung nach nötig seien, um Europa wieder auf den Weg einer nachhaltigen und tragfähigen Erholung zu führen. Arbeitsmarktreformen zur Steigerung von Flexibilität sowie eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit seien für eine Wiederherstellung von Wachstum ebenso unumgänglich wie stärkere private Investitionen in Forschung.
"In dieser Hinsicht erwarten wir viel vom 'Innovationsgesetz' der Kommission sowie den Kommissionsvorschlägen im Rahmen der EU-2020-Strategie", sagte er.
Barberis zufolge wird die finanzielle Situation in einer Reihe von EU-Mitgliedstaaten eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung zusätzlich erschweren. Diese Herausforderung könne man jedoch durch "mutige sozialstaatliche und fiskalische Reformen" bewältigen.
Als wesentliche Bereiche, in denen die Geschäftswelt von der neuen Europäischen Kommission Anleitung und Führungsstärke erwartet, nannte er öffentlich-private Partnerschaften, Unterstützung für innovative KMU, Unternehmertum und Nachhaltigkeit.
"Unternehmen müssen als Teil der Lösung des Klimaproblems anerkannt werden. Eurochambres fordert ein internationales Abkommen zum Klimawandel, das die weltweit größten Verursacher wirksam einbezieht, ohne die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen", so Barberis.




