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Debatte um Finanzdienstleistungen: Verbraucher im Blickpunkt [DE]

Veröffentlicht 03. Mai 2007 - Aktualisiert 23. Dezember 2011
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Die Kommission beabsichtigt, Retail-Banking und Versicherungsleistungen für Verbraucher günstiger zu gestalten. Aus diesem Grund hat sie eine weit angelegte öffentliche Anhörung über Privatkundendienstleistungen eingeleitet.

Die Kommission hat am 30. April 2007 ein Grünbuch  angenommen, das die übergeordneten Ziele der EU-Politik im Bereich Privatkundendienstleistungen darlegt. Dieses soll das „Verständnis [der Kommission] der Probleme verbessern und vertiefen, denen Verbraucher und Branche auf dem Gebiet der Finanzdienstleistungen für Privatkunden gegenüberstehen“.

Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy sagte: „Wir wollen einen echten Binnenmarkt für Privatkundendienstleistungen erreichen und den europäischen Verbrauchern auf diese Weise eine Reihe greifbarer Vorteile verschaffen.”

Die öffentliche Anhörung, die das Grünbuch einleitet, soll auf Produkte wie Bankkonten, Darlehen, Hypotheken, Anlagen und Versicherungen für Verbraucher ausgerichtet sein. 

Dies könnte es für Verbraucher einfacher gestalten, die Bank zu wechseln und vor Kreditaufnahmen, europaweit die Angebote zu prüfen.

Das Grünbuch kommt zu dem Ergebnis, dass obwohl in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt wurden, die Märkte nicht vollkommen integriert sind und der Wettbewerb in einigen Bereichen unzureichend ist, so dass die Verbraucher nicht von den Vorteilen niedriger Preise profitieren.

Die Kommission nennt drei Hauptprioritäten:

  • Die Öffnung der Märkte und Stärkung des Wettbewerbs, um den Bedarf der Verbraucher zu decken und ein breites Angebot an Qualitätsprodukten zu gewährleisten;
  • Verbraucherschutz und die Sicherstellung, dass die Dienstleister finanziell solide und vertrauenswürdig sind, um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken;
  • Stärkung der Verbraucher durch verbesserte Kenntnisse im Finanzdienstleistungsbereich und erhöhte Transparenz.

Kommissionssprecher Oliver Drewes sagte, die Kommission werde nur dann Gesetzesvorschläge vorlegen, wenn die Ergebnisse zeigen würden, dass Maßnahmen erforderlich seien. Das Grünbuch scheint jedoch darauf hinzudeuten, dass die Kommission gedenkt, die Rechte der Verbraucher im Finanzdienstleistungsbereich europaweit zu vertreten.

Stellungnahmen: 

Andreas Zehnder, Managing Direktor der European Federation of Building Societies (EFBS) sagte, er sei damit zufrieden, dass die Kommission realisiert habe, dass ein funktionierender Binnenmarkt nicht nur durch Mindeststandards der Verbraucherschutzvorschriften erreicht werden könnte.

Nächste Schritte: 
  • Die Anhörung zu dem Grünbuch läuft bis zum 16. Juli

  • Eine Anhörung am 19. September wird die Schlussfolgerungen der Konsultation vorlegen.

  • Die Ergebnisse werden in die Binnenmarkt-Überprüfung einfließen, die im Herbst 2007 veröffentlicht werden soll. 

Hintergrund : 

Trotz der zunehmenden Mobilität der Verbraucher und dem seit kurzem zu verzeichnenden Wachstum, entsprechen die grenzüberschreitenden Privatkundendienstleistungen nur 1% des Umsatzes in diesem Sektor und die Kunden sind weiterhin auf lokale Dienstleistungen ausgerichtet.

Die Anhörung gründet auf den Ergebnissen des Weißbuches über Finanzdienstleistungen  (2005) sowie auf den Ergebnissen der Untersuchung des Retail-Bankgeschäfts  und des Zwischenberichts zum Thema Unternehmensversicherung.

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