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EU-Finanzminister: Verhaltenskodex für Hedge-Fonds [DE]

Veröffentlicht 09. Mai 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die EU-Mitgliedstaaten haben sich bei einem Treffen am 8. Mai 2007 für ein Konzept der Selbstregulierung und einen freiwilligen Verhaltenskodex für die Hedge-Fonds-Industrie ausgesprochen, haben aber davor zurückgescheut, weitere Verordnungen zu erlassen.

Bei ihrem Treffen am 8. Mai 2007 haben sich die EU-Finanzminister für einen Ansatz der ‚indirekten Überwachung’ von Hedge-Fonds ausgesprochen und eine Art freiwilligen Verhaltenskodex unterstützt. 

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück sagte nach dem Treffen, dass er nicht glaube, dass ein freiwilliger, selbstauferlegter Verhaltenskodex für Hedge-Fonds eine nicht wünschenswerte Lösung sei, obwohl man jedoch über spezifische Punkte diskutieren könne.

Diese Haltung gegenüber Regulierungen sieht eine genaue Überwachung der Belastung von Hede-Fonds durch Kreditinstitute sowie einen Fortschritt in der Erweiterung deren internen Risikomanagementsysteme vor.

Die Mitgliedstaaten betonten die Bedeutung des entscheidenden Beitrags, den Hedge-Fonds für die Effizienz des Finanzsystems leisten, aber erkennen gleichzeitig die potentiellen systemischen und operativen Risiken, die diese bergen, an, und forderten von Gläubigern und Investoren, wachsam zu bleiben.

Gleichzeitig haben die Finanzminister eine Entschließung zum Weißbuch der Kommission über Investmentfonds angenommen und sich darauf geeinigt, Änderungen des Binnenmarkt-Rechtsrahmens der EU für Investmentfonds – der OGAW-Richtlinie (Richtlinie über Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) – vorzunehmen. 

Stellungnahmen: 

Charlie McCreevy, der Kommissar für Binnenmarkt, sagte, er unterstütze sehr stark, dass die Hedge-Fonds-Industrie einen freiwilligen Verhaltenskodex verabschiede. Er fügte hinzu, dass er zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit für eine Gemeinschaftsinitiative sehe. Die Notwendigkeit hierfür wurde bisher nicht nachgewiesen.

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück sagte: „Alle stimmen darin überein, dass ein gesetzlicher Rahmen der falsche ist.“ Daher unterstütze man einen indirekten Ansatz, den jeder für richtig halte.

Die Höhe der Gelder, die von Hedge-Fonds verwaltet werde, so Steinbrück, erhöhe sich exponentiell. Nicht nur Fachkräfte, sondern auch Präsidenten der ausstellenden Banken stellten sich die Frage, was passieren werde, wenn es einen Geschäftsrückgang oder eine Veränderung des Zinssatzes gebe. Dies seien nicht nur Tagträume, dies seien tatsächliche Problemfelder. Die wahren Finanzexperten stellten diese Fragen, und nun begännen auch die Manager der Hedge-Fonds dieselben aufzuwerfen.

Nächste Schritte: 
  • 18. und 19. Mai 2007: Die G8-Finanzminister werden bei ihrem nächsten Treffen in Potsdam die Transparenz der Hedge-Fonds diskutieren.
Hintergrund : 

Die Frage, ob man Hedge-Fonds regulieren soll, ist in den vergangenen Monaten zum Diskussionsgegenstand der deutschen G8- und EU-Präsidentschaft geworden. Die europäischen Finanzminister haben zu freiwilligen Zugeständnissen aufgerufen, um die Transparenz der Hedge-Fonds-Industrie zu verbessern. Die deutsche Ratspräsidentschaft hat jedoch einen Verhaltenskodex gefordert (EurActiv 23. April 2007).

Die Kommission hat jedoch bisher erklärt, dass die Notwendigkeit zusätzlicher Regulierungen auf EU-Ebene noch nicht nachgewiesen sei. 

Laut Investopedia, dem Investment-Wörterbuch, sind Hedge-Fonds ‚aggressiv’ verwaltete Kapitalanlagen, die erweiterte Möglichkeiten nutzen, die anderen Arten von Fonds vorenthalten sind. Ihr Ziel ist es, für Investoren die höchsten Gewinne zu erzielen. In den USA sind sie zum Großteil nicht reguliert, da sie voraussetzen, dass Investoren Kapital von mehr als 1 Millionen US-Dollar besitzen. Investopedia erklärt, dass man Hedge-Fonds als Investmentfonds für die Reichsten bezeichnen könne.

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