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29. August 2008
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EU-Investmentfondsbranche drängt auf schnelle Reformen [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 11. März 2008   

Die europäische Investmentfondsbranche hat die Kommission dazu aufgerufen, die endgültigen Gesetzesvorschläge, die den Markt der Investmentfonds für Privatkunden in der EU reformieren sollen, bis Ende April vorzulegen. Dadurch soll der starke Rückgang der Vermögenswerte ausgeglichen werden, der im zweiten Halbjahr 2007 verzeichnet wurde und durch die jüngste Krise auf den globalen Finanzmärkten verursacht worden war.

Hintergrund:

Die Europäische Kommission hat eine Reihe von Ideen vorgebracht, wie man den europäischen Investmentfondsmarkt reformieren könnte.

Bisher waren Investmentfonds von der OGAW-Direktiveexternal über bestimmte „Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“ geregelt worden - ein gängiger Typ von Anlageprodukten, der etwa 70% der gesamten europäischen Investitionen ausmacht.

Nach der Veröffentlichung eines Weißbuchsexternal im November 2006 rief die Kommission im März 2007 eine öffentliche Konsultationexternal ins Leben, die zum Ziel hatte, bis Ende 2007 endgültige Entwürfe vorzulegen. Diese Frist musste aufgrund von Unstimmigkeiten über einige Vorschläge verschoben werden.

Die wichtigsten zur Diskussion stehenden Reformen betreffen die Verbesserung der Transparenz von Fonds sowie die Einführung eines „europäischen Finanzpasses” für Fondsmanager, der ihnen ermöglichen würde, Portfolios aus anderen Mitgliedstaaten zu verwalten. 

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Auch für 2008 sind die Aussichten „unsicher“; daher besteht der Sektor auf seine Forderung an die EU-Institutionen, die geplante Überarbeitung der Branche zu beschleunigen.    

Im zweiten Halbjahr 2007 verzeichneten die harmonisierten europäischen OGAW-Fonds – die alle Fonds umfassen, in die von Endverbrauchern investiert wird, wie Aktienfonds, Anleihefonds, stabile Fonds und Geldmarktfonds – einen Abfluss von mehr als 100 Milliarden Euro.

Den Zahlenexternal zufolge, die am 10. März 2008 von der European Fund and Asset Management Association (EFAMA) veröffentlicht wurden, hat es Anleihe- und Aktienfonds am stärksten getroffen, was hauptsächlich an der Unbeständigkeit der Finanzmärkte während der vergangenen Monaten liege. Dadurch seien Investoren dazu verleitet worden, Investitionen mit geringerem Risiko vorzuziehen.

Der starke Rückgang bei diesen Produkten in den letzten beiden Quartalen des Jahres 2007 konnte trotzdem durch einen hohen Zufluss bei anderen Finanzprodukten und durch ein positives erstes Halbjahr ausgeglichen werden. Daher war das gesamte Nettovermögen der OGAW am Ende des Jahres um 4,2% gewachsen und belief sich auf einen Umsatz von 170 Milliarden Euro. Diese Zahl ist jedoch, verglichen mit den im Jahr 2006 verzeichneten 452 Milliarden Euro, nach wie vor niedrig.

Die EFAMA besteht darauf, dass die EU müsse schnell handeln müsse, vor allem durch die Erhöhung der Transparenz anderer Finanzprodukte, wie Lebensversicherungen und Structured Notes – für die der Ertrag an die Entwicklung eines zugrunde liegenden Bezugswertes, wie Zinssätze oder Aktienmärkte, gekoppelt ist.

Der Verband forderte die Kommission auf, ihre Gesetzesvorschläge „bis Ende April” vorzulegen und drückte seine Unterstützung eines Europäischen Finanzpasses aus, über den der Generaldirektor Peter De Proft sagt, er bringe keine wesentlichen Veränderungen für die Organisation der Branche.

Dennoch ist der Pass Gegenstand lebhafter Diskussionen unter denjenigen Mitgliedstaaten, in denen sich zurzeit die Mehrheit der europäischen Fonds befindet, wie Luxemburg und Irland.

Positionen:

Peter De Proft, Generaldirektor der EFAMA (European Fund and Asset Management Association), der Interessenvertretung der europäischen Investmentfondsindustrie, forderte eine zügige Einführung der neuen Regelungen für den europäischen Investmentfondsmarkt. Eine weitere Verzögerung wäre sehr schlecht für den Sektor, sagte De Proft während einer Konferenz, auf der er die Ergebnisse der europäischen Investmentfonds für 2007 vorstellte.

De Proft rief zu ‚mehr Transparenz’ auf und wiederholte die Forderung von EFAMA nach der Schaffung einer gleichen Ausgangssituation für OGAW und ähnliche Investmentprodukte, wie Lebensversicherungen. 

Der Kommissar für den Binnenmarkt, Charlie McCreevysagteexternal während der Eröffnung der öffentlichen Konsultation im März 2007: „Die OGAW-Richtlinie hat der europäischen Fondsindustrie bereits gute Dienste geleistet. Sie ist unser Sprungbrett für eine weltweite Führungsposition. Allerdings hat die Industrie enorme strukturelle Herausforderungen zu bewältigen – von der starken Fragmentierung über die komplexen Vertriebskanäle bis zum Wettbewerb durch neue Investitionsprodukte.“

McCreevy fügte hinzu: „Die Richtlinie bietet in ihrer jetzigen Form keine schlüssige Lösung für diese Probleme. Deshalb habe ich mich so stark dafür eingesetzt, den Binnenmarkt für Fonds zu festigen. Im Weißbuch vom November haben wir beschrieben, welche Maßnahmen am dringendsten benötigt werden. Die jetzige Konsultation markiert den Beginn konkreter Aktionen.”

Die Alternative Investment Management Association (AIMA) besteht darauf, dass die neue Verordnung nicht vom Sektor begrüßt werde (EurActiv vom 27. April 2007). 

Nächste Schritte:

  • Ende April 2008: Mögliche Vorlage der endgültigen Vorschläge der Kommission zur Reform der OGAW-Richtlinie.

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