Auch für 2008 sind die Aussichten „unsicher“; daher besteht der Sektor auf seine Forderung an die EU-Institutionen, die geplante Überarbeitung der Branche zu beschleunigen.
Im zweiten Halbjahr 2007 verzeichneten die harmonisierten europäischen OGAW-Fonds – die alle Fonds umfassen, in die von Endverbrauchern investiert wird, wie Aktienfonds, Anleihefonds, stabile Fonds und Geldmarktfonds – einen Abfluss von mehr als 100 Milliarden Euro.
Den Zahlen zufolge, die am 10. März 2008 von der European Fund and Asset Management Association (EFAMA) veröffentlicht wurden, hat es Anleihe- und Aktienfonds am stärksten getroffen, was hauptsächlich an der Unbeständigkeit der Finanzmärkte während der vergangenen Monaten liege. Dadurch seien Investoren dazu verleitet worden, Investitionen mit geringerem Risiko vorzuziehen.
Der starke Rückgang bei diesen Produkten in den letzten beiden Quartalen des Jahres 2007 konnte trotzdem durch einen hohen Zufluss bei anderen Finanzprodukten und durch ein positives erstes Halbjahr ausgeglichen werden. Daher war das gesamte Nettovermögen der OGAW am Ende des Jahres um 4,2% gewachsen und belief sich auf einen Umsatz von 170 Milliarden Euro. Diese Zahl ist jedoch, verglichen mit den im Jahr 2006 verzeichneten 452 Milliarden Euro, nach wie vor niedrig.
Die EFAMA besteht darauf, dass die EU müsse schnell handeln müsse, vor allem durch die Erhöhung der Transparenz anderer Finanzprodukte, wie Lebensversicherungen und Structured Notes – für die der Ertrag an die Entwicklung eines zugrunde liegenden Bezugswertes, wie Zinssätze oder Aktienmärkte, gekoppelt ist.
Der Verband forderte die Kommission auf, ihre Gesetzesvorschläge „bis Ende April” vorzulegen und drückte seine Unterstützung eines Europäischen Finanzpasses aus, über den der Generaldirektor Peter De Proft sagt, er bringe keine wesentlichen Veränderungen für die Organisation der Branche.
Dennoch ist der Pass Gegenstand lebhafter Diskussionen unter denjenigen Mitgliedstaaten, in denen sich zurzeit die Mehrheit der europäischen Fonds befindet, wie Luxemburg und Irland.



