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Finanzkrise: Banken geben schlecht informierten Kunden die Schuld [DE]

Veröffentlicht 19. September 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Kunden sollten lernen, uneinbringliche Kredite ebenso mühelos zu erkennen wie ungesunde Nahrungsmittel im Ladenregal, fordert Guiseppe Zadra vom Europäischen Bankenverband (EBF). In einem Interview mit EurActiv sagt er, dass besser informierte Kunden die Finanzkrise in den USA hätten verhindern können.

Es sollte eine Priorität der Politiker sein, zu gewährleisten, dass die Kunden ein besseres Grundverständnis von Bankgeschäften und Schulden erlangten, so Zadra, der auch der Generaldirektor der Italian Banking Association (ABI) ist.

Zadra zufolge verdeutlicht die Finanzkrise, in welchem Ausmaß es den US-amerikanischen Verbrauchern an Verständnis fehlt, wenn sie Hypothekendarlehen aufnehmen, aber diese nicht mehr zurückzahlen können. „Sie haben sich zu viele Schulden aufgeladen. Wenn ihre Ratenzahlungen ihr monatliches Einkommen übersteigen, dann denke ich, bemerkt man leicht, dass etwas nicht stimmt.“

„Ich glaube nicht, dass dies ein Bildungsproblem ist. Es hat nur mit gesundem Menschenverstand zu tun.“

Zadra verwarf die Ansicht, dass Banken selbst eine größere Rolle dabei spielen sollten, ihre Kunde über die Risiken ihrer Produkte aufzuklären. „Wir denken, dass die Verbesserung der Vermittlung von Finanzinformationen nur sinnvoll ist, wenn die Person, die sie vermittelt bekommt, sie auch nutzen kann.“

„Wir wollen aus den Kunden keine Finanzexperten machen, sondern sie in die Lage versetzen, zwischen Finanzprodukten und Dienstleistungen unterscheiden zu können, wie es für andere Bereiche, beispielsweise bei Nahrungsmitteln, bereits der Fall ist. Verbraucher sind keine Ernährungswissenschaftler, aber wissen, wie sie Informationen über Nahrungsmittel nutzen können. Sie wissen, dass Gemüse gesünder als Fett ist und treffen anschließend ihre Entscheidung. Wir müssen ähnliches im Finanzsektor erreichen.“

Verbraucherorganisationen beschuldigen allerdings die Banken, naiven Kunden, die Darlehen aufgenommen hätten und diese nun nicht mehr zurückzahlen könnten, fragwürdige Ratschläge zu erteilen.

Trotz der auseinander gehenden Ansichten scheinen sich Banken und Verbraucherorganisationen darüber einig zu sein, dass eine verbesserte Finanzbildung die Kunden in die Lage versetzen würde, besser überlegte Entscheidungen zu treffen.

Mehrere Projekte sind in Planung, um die Finanzbildung in der EU zu verbessern. Auf europäischer Ebene wurde ein Team bestehend aus nationalen Experten im Bereich Finanzbildung von der Kommission eingesetzt. Ab Oktober wird es Best-Practice-Beispiele verbesserter Lehrmethoden austauschen und vorstellen (siehe LinksDossier).

Um das vollständige Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier

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