„Die Zahlungskartenbranche ist in Europa nach wie vor national ausgerichtet, und einige auf nationaler Ebene etablierte Unternehmen verhindern den Wettbewerb“, sagte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Laut des Berichts bestehen europaweit beachtliche Preisunterschiede. In einigen Ländern der EU zahlen Verbraucher doppelt so hohe Gebühren für die Leistungen von Visa oder MasterCard wie in anderen Staaten. Die Gebühren für Unternehmen variieren innerhalb der EU-25 wesentlich stärker, so können diese in manchen EU-Staaten für Visa bis zu 500 %, für MasterCard sogar bis zu 650 % höher liegen als in anderen Ländern. Insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen werden benachteiligt – sie zahlen für die Nutzung von Kreditkarten bis zu 70 % mehr als größere Unternehmen. Diese Untersuchungsergebnisse plus die außerordentlich hohen Umsätzen der Zahlungskartenbranche von jährlich ca. 1350 Mrd. Euro verdeutlichen, dass in diesen Märkten noch kein fairer Wettbewerb besteht.
Des Weiteren deckt der Bericht mehrere strukturelle, technische und absprachebedingte Hürden für den Markteintritt anderer Zahlungskartenunternehmen auf, wie beispielsweise unterschiedliche technische Standards innerhalb der EU, welche Dienstleistungsanbieter davon abhalten europaweit zu agieren. Ein weiteres Hindernis besteht darin, dass die Banken gegenüber dem Einzelhandel gemeinsam auftreten, anstatt miteinander zu konkurrieren sowie Vereinbarungen zwischen Banken auf lokaler Ebene, wodurch die Markteintrittskosten für neue Unternehmen steigen.
Laut der Kommission könnte die europäische Wirtschaft zwischen 50 und 100 Mrd. Euro jährlich einsparen, wenn die Zahlungskartenbranche zum einen integrierter und somit wettbewerbsorientierter aufgebaut wäre, zum anderen wenn grenzüberschreitende Kreditkartenzahlungen nicht teurer wären als Inlandszahlungen.


