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McCreevy verteidigt Entscheidung, Hedge Fonds nicht zu regulieren [DE][en

Erschienen: Donnerstag 22. Februar 2007   

Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy wird keine Vorschriften zu Hedge Fonds erlassen, trotz der Forderung einiger Politiker, die Regeln zu schärfen.

Hintergrund:

Die Finanzminister der G7-Gruppe haben am 10. Februar 2007 zu Wachsamkeit aufgerufen und auf die möglichen Risiken der schnell wachsenden Hedge-Fonds-Industrie für die Stabilität der internationalen Finanzmärkte hingewiesen (EurActiv 12. Februar 2007).

Die Hedge-Fonds-Industrie verwaltete 2006 Anlagen im Wert von 942 Mrd. Euro (1.5000 Mrd. US-Dollar), laut Zahlen von Hedge-Fund Researchexternal . Derzeit sind Hedge-Fonds nicht von spezifischen EU-Vorschriften geregelt.

Weitere Nachrichten:

Bei einer Konferenz in London am 20. Februar 2007 betonte Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy, dass die Entscheidung der EU, Hedge-Fonds nicht auf europäischer Ebene zu regulieren, als Zeichen eines neuen europäischen Frühlings wahrgenommen werden sollte. Die EU reduziere, wie im Aktionsplan für Finanzdienstleistungen vorgesehen, den Regulierungsdruck und gedenke dies fortzusetzen.

Seine Aussagen kommen im Anschluss an die Kritik von europäischen Politikern bezüglich der großen Gewinne der Hedge-Fonds und der Warnung, dass diese eine Bedrohung für die Finanzmärkte darstellen könnten.

McCreevy sagte in einem Interview mit der Financial Times, dass die EU-Behörden eingreifen würden, wenn es sich als notwendig herausstellen würde, er betonte jedoch, dass bisher keine Gefahr für die finanzielle Stabilität bestehe. Vielmehr seien im Hinblick auf die globalen Kapitalbewegungen, europäische Vorschriften ohne eine internationale Einigung sinnlos. 

Positionen:

Die G7-Finanzminister betonten, dass Hedge-Fonds beträchtlich zur Effizienz der Finanzsysteme beitrügen. Jedoch würden die Tätigkeiten dieser Branche immer komplexer und herausfordernder und aufgrund des großen Wachstums dieser Branche, müsse man wachsam sein.

Der deutsche Bundesminister für Arbeit und Soziales, Franz Müntefering, hatte Hedge-Fonds als „Heuschrecken“ bezeichnet und Vorschriften sowie Transparenz gefordert. Er fordere Vorschriften, um sicherzustellen, dass diese Branche, die moderne Form des Kapitalismus, die Anforderungen der sozialen Marktwirtschaft erfülle. 

Der französische Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy sprach sich für eine EU-Steuer auf "spekulative Bewegungen" an den Finanzmärkten aus. Er sagte gegenüber der Financial Times, man könne nicht hinnehmen, dass Hedge-Fonds Unternehmen mit Schulden aufkauften, 25% der Belegschaft entließen und im Anschluss das Unternehmen Stück für Stück veräußerten. 

Der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke warnte die US-amerikanischen Behörden davor, die Innovationen durch Überregulierung im Hedge-Fonds-Sektor zu behindern. Bernanke sagte, er wäre sehr zurückhaltend bezüglich strikter und direkter Regulierung der Hedge-Fonds.

Er fügte hinzu, dass eine der wichtigsten Eigenschaften der Hedge-Fonds sei, dass sie sehr schnell seien. Dies sei für die Wirtschaft von Vorteil, da es dazu beitrage, die Liquidität der Märkte zu sichern und die Risiken zu verteilen. Vorschriften, die diese Flexibilität und Schnelligkeit beeinträchtigten, würden eine Reihe von wirtschaftlichen Vorteilen verhindern.

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