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30. August 2008
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SEPA: leichtere Überweisungen, unsichere Kostensenkungen [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 29. Januar 2008   

Ab dem 28. Januar 2008 wird jede Euro-Überweisung in ganz Europa auf dieselbe Art und Weise durchgeführt werden; es wird identische Verfahren und Zeitrahmen geben. Die Kosten werden jedoch noch für eine gewisse Zeit von Bank zu Bank unterschiedlich sein.

Hintergrund:

Mit dem SEPA sollen die Möglichkeiten erweitert werden, die die gemeinsame europäische Währung bietet. Dies schließt besonders elektronische und bargeldlose Zahlungen ein. Es ist bereits möglich, diese in Europa grenzüberschreitend zu tätigen, aber aufgrund der Vielzahl an nationalen Zahlungssystemen, sind sie komplizierter und weniger vertrauenswürdig.

Der zweite Schritt der Einführung des SEPA wird Ende 2009 eingeleitet werden und beinhaltet ein einheitliches Instrument für Lastschriftverfahren. Zu diesem Zeitpunkt soll die Richtlinie über Zahlungsdienste im Binnenmarktexternal bereits vollständig umgesetzt sein. Sie stellt den notwendigen Rechtsrahmen dar, um die vorgesehenen Maßnahmen anwenden zu können. Zahlungen per Lastschriftverfahren sind die, die eine Bank automatisch nach Anweisung des Kunden durchführt, beispielsweise die monatliche Mietzahlung auf das gleiche Bankkonto.

Die letzte Phase des SEPA – bis Ende 2010 – sieht die Einführung einer europäischen Kreditkarte mit Mikrochip und einheitlichem Sicherheitssystem vor. Die ausstellenden Unternehmen werden die gleichen bleiben, die Bedingungen, die an die neuen Karten geknüpft sind, werden jedoch in ganz Europa harmonisiert werden.

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Weitere Nachrichten:

Die Europäische Kommission hat gesternexternal (28. Januar 2008) die erste Phase des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums (SEPA) eingeleitet. Mit dem SEPA sollen Überweisungen in der Währung Euro grenzüberschreitend harmonisiert werden (siehe EurAcitv vom 28. Januar 2008).

Dieser Schritt ist eine direkte Folge der Einführung des Euro am 2. Januar 2002. Seitdem ist der Euro, unabhängig vom Land, das einzige Barzahlungsmittel in der Eurozone.

Die Kommission hat SEPA als eine Entwicklung dargestellt, die in sechs Jahren zu Nettogewinnen auf den Zahlungsmärkten in Höhe von 123 Milliarden Euro führen könnte. Dies hat eine gestern veröffentlichte, im Auftrag der Kommission von Capgemini durchgeführte StudiePdf external gezeigt.

Brüssel spricht von Gewinnen für Verbraucher, Wirtschaft, öffentliche Verwaltungen und Banken – dank des neuen, gemeinsamen Zahlungssystems. Es wird Verbrauchern durch dieses ermöglicht, ein einziges Bankkonto zu besitzen, das sie in ganz Europa für alle finanziellen Tätigungen in der Währung Euro nutzen können. Alle Zahlungen werden maximal drei Tage dauern, unabhängig vom Bestimmungsland. Derzeit ist eine Reihe von Verfahren, wenn diese in einem anderen Land abgewickelt werden, entweder verboten oder viel komplexer.

Die Kommission hofft ebenfalls, eine Abnahme der Betriebskosten, die unter SEPA fallen, wahrzunehmen. Brüssel ist der Meinung, wenn man die Nutzung der von einer Bank angebotenen Dienste leichter macht, unabhängig vom entsprechenden Land, ermögliche dies den Verbrauchern, die beste Wahl zu treffen. Er werde Banken dazu bewegen, wettbewerbsfähiger zu werden und Kosten zu senken.

Der Bankensektor erwartet jedoch nicht, dass sich die Preise von heute auf morgen ändern. Giuseppe Zadra, Geschäftsführer der italienischen Bankenvereinigung, sagte, Preise zu senken, sei nicht das Ziel. Man strebe an, in einer wettbewerbsfähigen Umwelt zu arbeiten. Italien zählt zu den teuersten Ländern Europas, was kleine Transaktionen von Verbrauchern betrifft, wie Geldabhebungen oder Überweisungen.

Die Kommission ist überzeugt, dass das neue System Bankkosten senken werde: SEPA werde dazu beitragen, dass Banken durch die Standardisierung von Produkten und durch die Vereinfachung von Verfahren enorme Betriebseinsparungen verzeichnen können, so eine von der Kommission gestern veröffentlichte Pressmitteilungexternal .

Zadra betonte, man habe stark in SEPA investieren müssen; die Gewinne würden nur langsam zu verzeichnen sein. In einem BriefPdf an Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso, betonten die europäischen Spitzenverbände des Kreditsektors (ECSA) die Notwendigkeit, während der kommenden beiden Phasen des SEPA die Verantwortungen unter den Entscheidungsträgern aufzuteilen.

Positionen:

Charlie McCreevy, Kommissar für den Binnenmarktsagteexternal e während der offiziellen Eröffnungsveranstaltung für den SEPA, der europäische Zahlungsverkehrsraum werde den Wettbewerb stärken, Effizienz verbessern und mehr Kostenersparnisse mit sich bringen. Die Verbraucher würden von niedrigeren Preisen profitieren.

McCreevy fügte hinzu, auf den Gewinnen der Banken werde ein gewisser Druck lasten. Er wisse, dass dies eine Herausforderung für den Bankensektor darstelle. Er sei jedoch zuversichtlich, dass sich die Banken dieser Herausforderung stellen, die Effizienz ihrer Zahlungen steigern, von Kosteneinsparungen Gebrauch machen und die Möglichkeit eines größeren europäischen Zahlungsmarktes nutzen würden.

Michel Pébereau, Präsident des Europäischen Bankenverbands und Vorsitzender der BNP ParibaserklärtePdf , Banken seien nicht vor ihren Verantwortungen und Verpflichtungen zurückgeschreckt; sie würden dies auch in Zukunft nicht tun.

Xavier Durieu, Generaldirektor von EuroCommerce, der Vertreter des Einzel-, Groß- und Außenhandel in Europa, sagteexternal , all diese Projekte, wenn auch bisher noch nicht vollständig umgesetzt, würden schlussendlich jedem einzelnen europäischen Bürger von Nutzen sein.

Gerhard Huemer, Direktor für Wirtschaftspolitik beim Europäischen Handwerks- und KMU-Verband UEAPMEsagtePdf external , der heutige Startschuss sei in der Tat ein wichtiger Schritt. Es sei jedoch zu früh, um zu feiern. Das, was der SEPA derzeit beinhalte, sei für den täglichen Gebrauch nicht geeignet. Dies gelte auch für KMUs, die normalerweise nur wenige grenzüberschreitende Zahlungen jährlich tätigten. Für sie werde das neue System unklar sein, sowie zu mühsam und teurer, als das, was sie gewohnt seien.

Nächste Schritte:

  • 1. November 2009: Frist für die Einführung eines SEPA-Zahlungsinstruments für Überweisungen.
  • 1. November 2009: Frist für die Umsetzung der Richtlinie über Zahlungsdienste im Binnenmarkt.
  • 31. Dezember 2010: Frist für die Ersetzung der derzeitigen Kreditkarten mit den SEPA-konformen Karten.

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