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G8-Anführer versprechen 10 Milliarden Euro für Nahrungssicherheit [DE]

Veröffentlicht 10. Juli 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Tags
Food
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Die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Acht (G8) der Industrieländer einigten sich heute (10. Juli 2009) darauf, über die nächsten drei Jahre verteilt circa 10 Milliarden Euro zu verpflichten, um den ärmsten Ländern der Welt zu helfen, ihre Agrarsektoren zu entwickeln. 

Man begrüße das Engagement, das die Länder die beim G8-Gipfel in L'Aquila vertreten waren, in Richtung des Ziels über drei Jahre mindestens 15 Milliarden US-Dollar (10,75 Mrd. Euro) zu mobilisieren gezeigt haben.

Man habe sich dazu verpflichtet, die Investitionen in kurz-, mittel- und langfristige landwirtschaftliche Entwicklung die direkt den ärmsten der Erde zu Gute komme und den größten Nutzen aus den internationalen Institutionen ziehen soll voranzutreiben, so der Bericht weiter.  

Die Entwurf macht weder klare Aussagen darüber, ob es sich vorrangig um neue Beihilfen handelt, noch gibt er Details der individuellen Beiträge der Länder an, obwohl die Vereinigten Staaten Japan und die EU mit jeweils ca. 2,15 Milliarden Euro einsteigen sollen.  

Er erwähnt auch nichts von einem Treuhandfonds für die Beiträge die von der Weltbank gesteuert werden sollen, ein Vorschlag, der von Washington in vorherigen Entwürfen gemacht wurde, den die EU aber ablehnte.  

Fonds sollen chronische Unterinvestitionen in Landwirtschaft bekämpfen

Der Entwurf unterstreicht, dass der kombinierte Effekt der langjährigen Unterinvestitionen in Landwirtschaft, der Preisinstabilität und der Wirtschaftskrise zu verstärkter Armut und Hunger in Entwicklungsländern geführt habe. 

Den Vereinten Nationen zufolge ist die Zahl der unterernährten Menschen über die letzten zwei Jahre angestiegen und soll dieses Jahr 1,02 Milliarden übersteigen, gegenläufig einem negativen Trend von vier Jahrzehnten. 

Der G8-Gipfel hielt weiterhin große Bestreben aufrecht, um die angemessene Nahrungsmittelnotversorgung sicherzustellen, aber sein Schwerpunkt auf landwirtschaftliche Investitionen spiegelt einen von den USA angeführten Wandel hin zu langfristigeren Strategien im Kampf gegen die Unterernährung wider. 

Die USA sind der größte Spender von Beihilfen an Nahrung, die meist regional produziert und von den US-Landwirten gekauft wird. 

Die G8-Anführer sagten, dass ihr Ansatz die gesteigerte landwirtschaftliche Produktivität anvisiere, Anreize zur Ernteintervention zu schaffen, Schwerpunkte auf das Wachstum der Privatwirtschaft zu legen, Frauen und Kleintierbauern zu schützen, und auf den Schutz der natürlichen Reserven, die Ausweitung der Beschäftigung und Ausbildung und den verstärkten Handel ziele. 

Die angekündigten Gelder über drei Jahre stehen im Vergleich zu 13,4 Milliarden US-Dollar, die die G8 zwischen Januar 2008 und Juli 2009 für globale Nahrungssicherheit ausgegeben hatte. 

Die Tendenz der verminderten ODA (offizielle Entwicklungszusammenarbeit) und nationale Finanzierung der Landwirtschaft müsste revidiert werden, so der Entwurf. 

Geschichte gebrochener Versprechen

Die G8 Gipfel haben eine Tradition Versprechen zu machen die sie nicht halten. In einem Bericht vom letzten Monat, sagte die Organisation zur Armutsbekämpfung ONE, dass die reichsten Nationen der Welt in den meisten Fällen ihre Versprechen, die sie bei G8-Gipfel machten, Afrika Hilfe zukommen zu lassen, brechen würden. 

ONE hat berechnet, dass allein Subsahara-Afrika 25 Milliarden über drei Jahre brauche.  Investitionen in Saatgut, Dünger, Straßen und andere Infrastruktur seien dringend nötig. 

(EurActiv mit  Reuters.)

Stellungnahmen: 

Die Europäische Landwirtschaftslobby Copa-Cogeca begrüßte die Initiative der G8, die Investitionen in die Landwirtschaft zu erhöhen, um den Welthunger zu bekämpfen.  

Diese neue Initiative werde stark begrüßt. Das Sicherstellen der Nahrungssicherheit müsse ein entscheidendes Ziel im 21. Jahrhundert sein und es müsse einen optimalen Nutzen der Beiträge von lokalen Landwirten und Agrarinitiativen woanders geben. Instabilität auf landwirtschaftlichen Märkten und niedrige Herstellerpreise hätten zu vielen Jahren der Unterinvestition in die Landwirtschaft geführt. Wenn der Welthunger effektiv bekämpft werden solle, müsse dieses Problem zuerst angegangen werden, so Pekka Pesonen, Generalsekretär von Copa.Cogeca. 

Die NGO Oxfam argumentierte, dass die Versprechen der G8 nichts als "heiße Luft" seien, und keine neuen Gelder zur Verfügung gestellt würden. 

Neue Gelder für Nahrung zur Verfügung zu stellen, bedeute für G8-Chefs, dass sie ihre Beihilfen wieder einsetzen, nur Notpläne und nichts anderes würden dieses Geld den Armen zukommen lassen, so Gawain Kripke von Oxfam

Hintergrund : 

Während die Bevölkerung des Planeten auf die zehn Milliarden zumarschiert werden Klimawandel und Knappheiten beim Erdöl und die Verfügbarkeit von guten Böden und Wasser die Möglichkeiten des Planeten herausfordern genügend Nahrungsmittel für alle zu produzieren. 

Die Weltgetreidepreise erreichten im Jahr 2007 und in der ersten Hälfte des Jahres 2008 neune Rekorde, was zu Spitzenwerten bei den Nahrungsmittelpreisen führte, die wiederum für Unruhen in manchen Entwicklungsländern sorgten und zu einer Reihe von Exportverboten für einige Güter führten. 

Entwicklungsländer, die Nettoimporteure von Nahrungsmitteln sind, wurden am stärksten von der Nahrungsmittelkrise getroffen, während die Nahrungsmittel exportierenden Länder riesige Profite einfahren konnten. Trotzdem wird argumentiert, dass erhöhte Nahrungsmittelpreise einigen ländlichen Gemeinden in einigen Entwicklungsländern helfen könnte, Armut zu entkommen, da die Einkommen der Bauern erhöht werden.

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