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Das allererste Treffen zwischen den Landwirtschaftsministern der acht größten Industrienationen (G8) forderte mehr öffentliche und private Investitionen in nachhaltige Landwirtschaft, um die Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen und die globale Nahrungsmittelsicherheit zu garantieren.
Während die Bevölkerung der Welt auf zehn Millionen zugeht, fordern Probleme wie Klimawandel, versiegende Ölversorgung und die Verfügbarkeit von hochwertigem Grund die Kapazitäten unseres Planeten, genug Nahrung für alle zu produzieren, immer mehr heraus.
Die globalen Getreidepreise erreichten im Jahr 2007 und in der ersten Hälfte von 2008 ein Rekordhoch und trieben die Nahrungsmittelpreise insgesamt damit weiter in die Höhe, was in einigen Entwicklungsländern in Ausschreitungen resultierte und eine Reihe von Exportverboten für Konsumgüter mit sich brachte. Seitdem sind die Preise aufgrund von guten Ernten im Jahr 2008 wieder gefallen.
Die Schlusserklärung des G8-Gipfels im Juni 2008 über die Weltnahrungssicherheit forderte von den G8 Umweltministern, einen Gipfel einzuberufen, um zur Entwicklung von konkreten und vernünftigen Vorschlägen zur Welternährungssicherheit beizutragen.
Das erste jemals stattgefundene Treffen der G8 Landwirtschaftsminister findet am 18. April 2009 in Italien statt.
Zusätzlich zu den Industrienationen der Gruppe der Acht (Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Russland, Großbritannien und USA) nahmen die Landwirtschaftsminister der G5 (Brasilien, China, Mexiko und Südafrika) plus Argentinien, Australien und Ägypten, sowie die Europäische Kommission und einige UN-Behörden auch an dem Treffen teil.
Die G8 Umweltminister forderten gestern (20. April) verstärkten Anbau von Nahrungsmitteln, um die Hungernden der Welt zu füttern, da es im Kampf gegen die Armut und Probleme im Ausgleich zwischen Nahrungsmittelangebot und -nachfrage keinen Forschritt gegeben hatte.
Ein globales Versprechen den Hunger in der Welt für Millionen zu bessern, wurde durch die Finanzkrise noch verschlimmert und die Ängste um die
Nahrungsmittelsicherheit werden wahrscheinlich, aufgrund der Preisinstabilität und einer empfindlichen Balance zwischen Angebot und Nachfrage, weiterhin bestehen.
Sie sagten, dass die öffentlichen und privaten Investitionen in nachhaltige Landwirtschaft und ländliche Entwicklung verstärkt werden müssten und forderten verbesserte Unterstützung in Form von Invesitionen in Agrawissenschaften, Forschung, Technologie, Bildung, Ausweitungsdienste und Innovation.
Protektionismus
Die Minister beklagten den „Nahrungsmittelprotektionismus“ der von reichen Ländern und armen Ländern gleich, in Form von Exportverboten und Importgebühren in der Landwirtschaft ausgeübt wird und betonten die Wichtigkeit eines regelbasierten internationalen Systems für landwirtschaftlichen Handel.
Internationale Organisationen, sowie das Welternährungsprogramm haben zu Maßregelung in der Beschneidung von Exporten aufgerufen und die Exportverbote durch Länder die von steigenden Preisen betroffen waren kritisiert, von welchen sie sagen, sie würden den Bestreben, den ärmsten der Welt Nahrung zu geben, schaden.
Während reichere Länder darauf erpicht sind ihre Märkte zu schützen - Russland, der größte Importeur von US-Hühnern zielt z.B. darauf ab, sich in zwei Jahren im Bezug auf Geflügel und Schwein von Importen unabhängig zu machen - reagierten viele ärmere Länder auf die Preisspitzen von 2008 mit Exportverboten auf Grundnahrungsmittel wie Reis und Weizen.
Preisschwankungen
Jedoch benötigen Landwirte Schutz vor negativen Handelverzerrungen und die Möglichkeit nahrhaftere Lebensmittel zu produzieren, sagten die Minister und riefen dazu auf, Faktoren die Preisschwankungen auf dem Konsumgütermarkt verursachen und Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln stärker zu überwachen.
Es solle Überwachungen und weitere Analysen der Faktoren geben, die die Preisschwankungen auf den Konsumgütermärkten beeinflussen, besonders Spekulationsgeschäfte, so die Erklärung der G8 Landwirtschaftsminister.
Man unterstreiche die Wichtigkeit eines regelbasierten internationalen Handelssystems für den landwirtschaftlichen Handel und wünsche die Rolle gut funktionierender Märkte zu unterstützen, um die Nahrungsmittelsicherheit zu verbessern, so die Erklärung weiter. Die Minister sagten auch, dass erneuerbare Energieproduktion aus Biomasse verstärkt werden sollte und riefen nach Richtlinien, die einen Schwerpunkt auf die Entwicklung und Kommerzialisierung der Biokraftstoffe der zweiten Generation legen.
Globaler Getreidebestand
Man fordere die entsprechenden internationalen Organisationen dazu auf, zu überprüfen ob ein System von Lagerbeständen darin effektiv sein könnte, mit humanitären Notfällen fertig zu werden oder als Maßnahme zur Begrenzung von Preisschwankungen fungieren könnte, so der Bericht weiter.
Im Licht dieser Ergebnisse werde überprüft werden, ob weitere Schritte in Betracht gezogen werden sollten und ob ein Beratungsprozess eingerichtet werden solle, so das Dokument.
Sie glaube, es sei eine eindeutige Botschaft ausgesandt worden, dass man versuche dem „hässlichen“ Protektionismus den Kopf abzuschneiden, so die Europäische Kommissarin für Landwirtschaft Mariann Fischer Boel. Es könne sogar kontraproduktiv sein und könne die Schwierigkeiten, die man in der Nahrungsmittelsicherheit habe noch verstärken, da es die Anreize für Bauern zu produzieren, reduzieren könne, fügte sie hinzu.
Der Landwirtschaftsminister der USA, Tom Vilsack sagte, dass ohne verstärkte Nahrungsmittelproduktion und Nahrungsmittelertrag, globale Nahrungsmittelunsicherheit zu sozialen Unruhen auf der Welt führen würde, was wiederum ein Problem für die Umwelt und die nationale Sicherheit darstelle.
Er warnte die Landwirtschaftsminister ebenfalls gegen die Idee globale Getreidereserven zu schaffen, die helfen sollen Preisschocks abzumildern und die Spekulation auf landwirtschaftliche Güter zu reduzieren.
Vilsack sagte, dass die Erfahrung der USA mit dieser Art von Ansätzen gezeigt hätte, dass es besser gewesen sei sich technischen Fortschritten im Bereich der Bewässerung, des Saatgutes, der Maschinen und der Anbaumethoden zu widmen.
Greenpeace rief die Minister dazu auf nach den Ergebnissen des aktuellen International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technolgy for Development (IAASTD) zu handeln, das folgerte, dass einige landwirtschaftliche Technologien in der Vergangenheit zur nachhaltigen Entwicklung beigetragen haben, die selben Technologien, wie zum Beispiel Pestizide und Dünger, nun die soziale und umweltverträgliche Nachhaltigkeit von Landwirtschaft gefährden. Um die Nahrungsmittelkrise auf lange Sicht anzugehen, müssten Regierungen der G8-Staaten ihre Investitionen in kleine ökologische Farm Landwirtschaftssysteme erhöhen und gleichzeitig ein Ende der Subventionen für konventionelle industrielle Landwirtschaft durchsetzen, so die NGO.
CIDSE, eine internationale Allianz katholischer Entwicklungshilfeorganisationen rief die G8-Länder ebenfalls dazu auf Politikansätze zu fördern, die Belastbarkeit und Produktivität von Gemeinden in Entwicklungsländern langfristig erhöhe. CIDSE glaubt deshalb, dass es eine massive Erneuerung von Investitionen in die Landwirtschaft sowohl auf nationaler, als auch auf internationaler Ebene geben müsse, unterstreicht aber auch, dass eine enge Konzentration auf die Erhöhung der Nahrungsmittelproduktion nicht zu nachhaltiger Nahrungsmittelsicherheit führe.
Die Ansätze müssten weiter reichen, als die Erhöhung der Produktion und die Vielfalt der Probleme der kleinen Bauern anzusprechen, die sich Kleinbauern und ländlichen Gemeinden in Entwicklungsländern gegenüber sehen, dies beinhalte den Zugang zu Krediten, natürlichen Ressourcen wie Wasser und Land und zu Informationen über den Markt, so CIDSE weiter.
Die G8-Staaten könnten die Rolle, die sie in der Verbreitung von Politikansätzen hätten nicht ignorieren, wie zum Beispiel die Liberalisierung des Welthandels, die strukturellen Anpassungen und der Gebrauch von Dumping, die Millionen von Kleinbauern in Gefahr bringen und zur derzeitigen Nahrungsmittelunsicherheit in den Entwicklungsländern beitrage. Sie hätten nun die Verpflichtung dies richtig zu stellen, so der Generalsekretär von CIDSE Bernd Nilles.
Die internationale Hilfsorganisation Oxfam sagte ebenfalls, dass die Antwort auf die globale Nahrungsmittelkrise nicht die erhöhte Produktion in reichen Ländern sei, sondern die Unterstützung der ärmsten Bauern der Welt. Oxfam rufe die G8-Länder dazu auf, sich zu langfristiger, vorhersehbarer Hilfe für Kleinbauen in Entwicklungsländern zu verpflichten. Sie müssten sicherstellen, dass arme Bauern eine Stimme in den Diskussionen um die Nahrungsmittelkrise bekämen, sowie in der radikalen Reform des Handels, der Energiewirtschaft, der Landwirtschaft und der Finanzpolitik der reichen Länder, die dazu beigetragen hätten, dass die Krise entstanden sei.