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29. November 2009
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Schweden unterstützt klimafreundliche Nahrungsauswahl [DE][en

Erschienen: Montag 22. Juni 2009   

Richtlinien für klimafreundliche Nahrungsmittelentscheidungen, die von der schwedischen Regierung entwickelt wurden, rufen die Bevölkerung dazu auf ihren Fleisch- und Reisverbrauch zu reduzieren, um so die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Diese Richtlinien sind die ersten ihrer Art und es wird auf die Reaktionen aus anderen EU-Ländern gewartet. 

Hintergrund:

Der Europäischen Kommission zufolge, trägt der Nahrungsmittel- und Getränkesektor zu fast 23 Prozent der globalen Ressourcennutzung bei, zu 18 Prozent der Treibhausgase und zu 31 Prozent zur Versäuerung der Emissionen.

Die Europäische Umweltagentur merkt an, dass die Landwirtschaft im Nahrungskettenzyklus der Umwelt den meisten Schaden zufügt, da Rindfleisch- und Milchproduktion die höchsten Emissionen verursachen. Die Verarbeitung von Lebensmitteln wird als kein dramatischer Verursacher gesehen.  

Die schlimmsten Auswirkungen der Rind- und Milchwirtschaft hat Methan, das durch die Vergärungsprozesse in den Därmen der Rinder entsteht. Methan wird weitgehend als der schlimmste Klimakiller betrachtet da es angeblich ein 20 Mal stärkeres Treibhausgas ist als CO2. 

Ein aktueller Berichtexternal vom Joint Research Centre zeigt, dass Fleisch- und Milchprodukte im Durchschnitt zu 24 Prozent zu den Umweltfolgen des gesamten finalen Konsums in der EU 27 beitragen, während sie nur 6 Prozent des ökonomischen Wertes ausmachen. Die Hauptverbesserungsoptionen die identifiziert wurden liegen in der landwirtschaftlichen Produktion und der Nahrungsmittelkontrolle durch die Haushalte (Vermeidung der Lebensmittelverschwendung) und sind ans Energiesparen geknüpft.

 „Fleisch – Rind, Lamm, Schwein und Huhn – ist die Gruppe der Lebensmittel die die größten Auswirkungen auf die Umwelt haben“, so die Richtlinien die gemeinsam von der schwedischen Lebensmittelverwaltung und der Umweltschutzorganisation des Landes herausgegeben wurden.

Die Behörden merken an, dass der Fleischkonsum der Schweden in vergangenen zehn Jahren um zehn Kilo pro Person gestiegen ist und jetzt 65 Kilo zählt. 
Der Weltbank zufolge soll die Nachfrage nach Nahrungsmitteln bis 2050 um 50 Prozent steigen und die nach Fleisch um 85 Prozent, hauptsächlich da aufstrebende Volkswirtschaften wie China und Indien reicher werden und sich westliche Ernährungsgewohnheiten aneignen, die reich an Fleisch und Milchprodukten sind.  

Das Dokument mit dem Titel “Umweltfreundliche Nahrungsauswahl“ empfiehlt seltener Fleisch zu essen, oder in geringerem Ausmaß. „Versuchen Sie ein oder zwei Fleischgerichte pro Woche durch vegetarische Gerichte zu ersetzen oder die Menge an Fleisch zu reduzieren“, steht in dem Dokument geschrieben und weiter, dass ein solches Verhalten den Klima Fußabdruck der Menschen verkleinern könnte.  

Das Dokument listet weitere Fakten über die Umweltfolgen verschiedener Nahrungsmittel auf. Zum Beispiel trägt ein Kilo Rindfleisch zu 15- 20 Kilo Treibhausgasen bei, was zehnmal mehr ist als der CO2-Fußabdruck der gleichen Menge Huhn. 

Weniger Fleisch zu essen und vorsichtige Entscheidungen bei der Nahrungsauswahl zu treffen sei deshalb die intelligenteste umweltbezogene Entscheidung die man treffen könne, so die Behörden. 

Zusätzlich zu dieser Information über das Klima und die Umwelt, listen die Richtlinien gesundheitliche Aspekte im Bezug auf Nahrungsmittel auf, ihren empfohlenen täglichen Bedarf und die Konsequenzen der Überkonsumierung. Mit ein paar Ausnahmen könnten gesunde Nahrungsentscheidungen Hand in Hand mit Entscheidungen gehen, die gut für die Umwelt seien, so die Richtlinien.  

Die in dem Bericht abgedeckten Lebensmittel beinhalten Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Obst, Beeren, Kohlenhydrate, Fette und sogar Wasser. Die Empfehlungen reichen von saisonalem, lokal-produziertem Obst, Gemüse und Beeren, über die Vermeidung von abgefülltem Wasser, Mineralwasser und Palmöl bis zur Begrenzung des Reiskonsums, da seine Herstellung Methan produziert.   

Die schwedischen Behörden sind die ersten in Europa, die solche Empfehlungen entwickelt haben. Sie werden an andere EU-Länder versendet, um Reaktionen abzuwarten, bevor sie herausgegeben werden. 

Unter der Vorraussetzung, dass es keine ernsthaften Einwände gibt wird der Prozess innerhalb von drei Monaten abgeschlossen sein, merkten die Behörden an und hofften dabei, dass die Richtlinien Behörden in anderen Ländern inspirieren werden, dem Beispiel Schwedens zu folgen.   

Verbraucher träfen sehr bedeutende umweltbezogene Entscheidungen, wenn sie Lebensmittel einkaufen, also benötigten sie eine gute Basis, auf der sie ihre Entscheidungen treffen könnten. Die Nahrungsmittelproduktion mache ungefähr ein Viertel der klimabezogenen Emissionen der schwedischen Verbraucher aus und trage außerdem zu anderen schädlichen Umwelteffekten bei, zum Beispiel durch die Verwendung von Pestiziden, so Inger Andersson Generaldirektorin der nationalen Nahrungsmittelverwaltung.

Links

Leserbriefe
Challenges and responsibilities in feeding tomorrow’s world
Phil Newton, European Crop Protection Association
Risk not hazard for good pesticides regulation
James Gilmour, former director, Agricultural Advisory Service for Scotland
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