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Aids/HIV [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 9. März 2007    | Aktualisiert: Freitag 7. Dezember 2007   

HIV/Aids ist noch immer weit verbreitet, nicht nur in Entwicklungsländern sondern auch in Europa. Die Zahl gemeldeter HIV-Fälle in den EU-Mitgliedstaaten hat sich seit 1998 sogar verdoppelt, die Hälfte der neuen Fälle betrifft Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Einige EU-Initiativen arbeiten daran, das Bewusstsein für HIV/Aids zu schärfen und den Entwicklungsländern bei der Bewältigung dieses Problems zu helfen.

Zum gleichen Thema:

Nächste Schritte:

  • Mai 2006: Kommissionspräsident Barroso hat die Privatwirtschaft aufgefordertexternal , ihren Beitrag im Kampf gegen HIV/Aids zu leisten
  • 30. November 2006: Das Parlament hat eine Entschließungexternal zu Aids verabschiedet.
  • Januar bis Juli 2007: HIV/Aids-Prävention ist eine der Prioritäten des „Aktionsprogramms GesundheitPdf external “ der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. 
  • 20. bis 26. Mai 2007Welt-Aids-Wocheexternal .
  • 24. April 2007: Das Parlament nimmt eine Entschließung an über die Bekämpfung von HIV/Aids innerhalb der Europäischen Union und in den Nachbarländern (2006-2009). Die Europaabgeordneten fordern unter anderem von der Kommission, die Möglichkeit der Errichtung öffentlich-privater Partnerschaften in den Nachbarstaaten zu bewerten, um den Kampf gegen Aids zu unterstützen.
  • März 2007Ministerkonferenzexternal „Verantwortung und Partnerschaft – Gemeinsam gegen HIV/Aids“ über HIV-Prävention. Die Teilnehmer der Konferenz haben sich in der Erklärung von BremenPdf external  darauf geeinigt, dass sie im Kampf gegen die Krankheit gemeinsam vorgehen werden.
  • 12. und 13. Oktober 2007Treffenexternal der EU-Koordinatoren zum Thema „Die praktische Umsetzung der PrinzipienPdf external “ („Translating principles into action“) in der europäischen Region sowie den EU-Nachbarländern.
  • 23. Oktober 2007: Die Kommission hat eine neue gesundheitspolitische Strategieexternal für 2008 bis 2013 angenommen. Einer der wichtigsten Punkte ist die Stärkung der Stimme der EU im Gesundheitswesen weltweit, um über Krankheiten wie HIV/Aids zu kommunizieren. 
  • 26. und 27. November 2007Konferenzexternal zum Thema HIV in Europa fordertPdf external Maßnahmen zur Optimierung der Untersuchungen und frühzeitigen Behandlung.
  • 1. Dezember: Welt-Aids-Tag.
  • Eine EU-Kampagne „Aids-remember me?external “ soll Jugendliche daran erinnern, dass die HIV/Aids-Problematik nach wie vor aktuell ist.

Zusammenfassung Links

In einer europäischen hochrangigen Konferenzexternal zu Aids im September 2004external  haben sich Gesundheitsminister, Aids-Experten, Vertreter der Wirtschaft sowie der Zivilgesellschaft zu gemeinsamen und europaweiten Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit verpflichtet. Die Vilnius-Erklärung Pdf external beschließt ein Maßnahmenpaketexternal , das zum Beispiel die beschleunigte Zulassung neuer Medikamente und Impfstoffe enthält, um nur eine der Maßnahmen zu nennen, um der Zunahme an HIV-/Aids-Fällen zu begegnen.

Eine Mitteilung Pdf external der Kommission über die Bekämpfung von HIV/Aids in der Europäischen Union und in den Nachbarländern (2006-2009) wurde im Dezember 2005 verabschiedet. Sie erläutert die zentralen Aktionslinien der EU im Kampf gegen HIV/Aids.

Zwei weitere Mitteilungen, ein Aktionsprogramm external zur Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria and Tuberkulose durch Außenmaßnahmen (2007-2011) sowie ein europäisches Gesamtkonzept Pdf external für Außenmaßnahmen zur Bekämpfung dieser Krankheiten, werden Maßnahmen in Entwicklungsländern nach sich ziehen.

Kernfragen:

Laut der jüngsten statistischen Angaben hat sich die Anzahl der gemeldeten HIV-Infektionen in den europäischen Ländern zwischen 1998 und 2005 fast verdoppelt. Estland berichtet von mehr als doppelt so vielen Fällen wie die anderen EU-Mitgliedstaaten. Die Zahl der Neuinfektionen in Portugal liegt ebenfalls über dem EU-Durchschnitt. Die häufigste Übertragungsursache ist heterosexueller Geschlechtsverkehr; eine weitere stark betroffene Gruppe sind intravenäre Drogenabhängige (so genannte Fixer). 50% der Neuinfizierten sind junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahre.

Bekämpfung von HIV/Aids in der Europäischen Union und in den Nachbarländern

Die MitteilungPdf external  der Kommission über die Bekämpfung von HIV/Aids in der Europäischen Union und in den Nachbarländern (2006-2009) von Dezember 2005 beinhaltet die zentralen Aktionslinien der EU. Der Schwerpunkt liegt auf der Bezuschussung von Maßnahmen, die das Problem auf nationaler Ebene bekämpfen, sowie auf Prävention durch Aufklärungskampagnen auf europäischer Ebene.

Aufklärungsmaßnahmen sind dringend notwendig. Eine kürzlich durchgeführte Befragung von EurobarometerPdf external  zur Aids-Prävention zeigte, dass sich Jugendliche immer weniger der Existenz von HIV/Aids bewusst sind. Zudem schätzt das Europäische Zentrum für Seuchenprävention und –bekämpfung (ECDCexternal ), dass sich etwa ein Drittel der in Europa Infizierten nicht bewusst ist, HIV-positiv zu sein. Die Untersuchung hat des Weiteren ergeben, dass Bürger neuer Mitgliedstaaten trotz einer relativ hohen Aufklärungsrate oft falsch über die Problematik informiert sind. 

Die EU-Gesundheitsminister haben sich im Juni 2006 darauf verständigtexternal , dass Prävention, Kampf gegen Stigmatisierung und Diskriminierung, Neubelebung der Aufklärungskampagnen, einfacher und gleicher Zugang zur Behandlung, Kampf gegen Prostitution und Drogenhandel, sowie Investitionen in die Erforschung neuer Behandlungen und Impfstoffe unerlässlich sind, um der Ausbreitung der Epidemie Einhalt zu gebieten.

Bekämpfung von HIV/Aids in Entwicklungsländern
Die EU bietet Unterstützung bei Initiativen zur Bekämpfung der drei am meisten verbreiteten, armutsbedingten Krankheitenexternal , HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose, in Entwicklungsländern. Ein thematisches Programm liefert finanzielle Unterstützung für innovative Maßnahmen, die andere Programme der Kommission ergänzen. Die allgemeinen Ziele sind, den Einfluss existierender Initiativen zu optimieren, „Investitionen in die Entwicklung erschwinglicherer und einfacherer Therapie- und Diagnosemethoden“, sowie ein „verstärktes Engagement für die Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen und Mikrobiziden“.

Reaktion der Wirtschaft

HIV/Aids hat starke Auswirkungen auf die Wirtschaft der Entwicklungsländer. Gemäß einer kürzlich durchgeführten, weltweiten Unternehmensumfrage zu HIV/Aids Pdf external erwartet etwa die Hälfte aller Unternehmen, dass HIV/Aids ihrem Unternehmen innerhalb der kommenden fünf Jahre schaden werde. Weltweit veranschlagen 46% der Unternehmen, dass HIV/Aids einen Einfluss auf ihr Geschäft haben wird. Dennoch belegt dieselbe Umfrage, dass etwa 3/4 der Unternehmen keine HIV/Aids-Politik eingeführt hat, außer in den Ländern, wo die Verbreitung von HIV die 20%-Marke erreicht hat.

Es sind die Unternehmen in den subsaharischen Ländern Afrikas, die die größten Bedenken äußern. Die Unternehmenspolitik der meisten Unternehmen fokussiert auf Prävention, wohingegen eine Behandlung durch antivirale Wirkstoffe eher unüblich ist.

Die Global Health Initiativeexternal  des Weltwirtschaftsforums ist das größte Gesundheitsnetzwerk im öffentlich-privaten Sektor. Sie wurde 2002 ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Unternehmen dazu zu bewegen, an öffentlich-privaten Partnerschaften teilzunehmen und dadurch HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria zu bekämpfen.

Die Kommission hat zum Beispiel eine Zusammenarbeit zwischen der Global Business Coalition to Fight AIDS (ein Verband von etwa 200 internationalen Unternehmen, die sich dem Kampf gegen Aids widmen) und der Pharmaindustrie angeregt. Es wurden Bereiche festgelegt, in denen eine Zusammenarbeit stattfinden könnte.

Positionen:

Der EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou  sagte, man sei, was Aids betreffe, naiv gewesen, und habe zugelassen, dass es eine schwere Krankheit geworden sei. Er erklärte, wäre das Bewusstsein für Aids in den 1980er Jahre bereits einer der obersten Prioritäten der Öffentlichkeit gewesen, wären die Generationen, die nach den massiven Bewusstseinskampagnen sexuell aktiv geworden seien, unwissender und weniger informiert: Sie schützten sich nichtm infizierten andere, ersuchten nicht um Hilfe und dächten, HIV sei leicht heilbar.

Denis Haveaux, Verbindungsbeamter zur EU des Gemeinsamen UN-Programms zur HIV-/Aids-Bekämpfung (UNAIDS) sagte, Präventionsprogramme für anfällige Gruppen hätten absolute Priorität innerhalb der Maßnahmen im Kampf gegen HIV/Aids in Europa. Dabei ginge es nicht nur um die Existenz dieser Programme, sondern auch um ihre Nachhaltigkeit. Es sei sehr wichtig, so Haveaux weiter, dass alle jungen Menschen zwischen 12 und 25 Jahren, besonders jedoch anfällige Gruppen, Zugang zu Präventionsprogrammen hätten. Die Verbreitung von HIV/Aids unter jungen homosexuellen Männern steige auf Grund des Mangels an Informationen und der Akzeptanz risikobehafteten Verhaltens. Zu den am stärksten anfälligen Gruppen gehörten u.a. Immigranten aus den subsaharischen Ländern Afrikas, da diese keinen Zugang zu Präventionsprogrammen hätten, erklärte Haveaux.

Er fügte hinzu, dass die EU zwei Aufgaben gegenüber den Entwicklungsländern übernehme müsse: die Nutzung der finanziellen Mittel, die der EU für Entwicklungspolitik zur Verfügung stehen, um sicher zu stellen, dass die Präventionsprogramme nachhaltig sind, sowie die Vermittlung bestimmter Werte durch diese Programme. Des Weiteren, so Haveaux, müsse die Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen. Dabei liege der Schwerpunkt jedoch nicht auf Europa sondern auf den USA und dem angelsächsischen Gebiet, da es dort große Unternehmenskoalitionen gegen HIV/Aids gebe. Man arbeite im Kampf gegen Aids eng mit der Global Business Coalition zusammen, bekräftigte Haveaux. 

Laut einer kürzlich weltweit durchgeführten Unternehmensumfrage (Global business Survey) zu HIV/Aids machen Unternehmen große Fortschritte in der Zusammenarbeit mit Regierungen, multilateralen Organisationen und Gemeinschaften, um den weltweiten Kampf gegen HIV/Aids zu unterstützen. Präventionsprogramme am Arbeitsplatz sowie Bildungsprogramme seien inzwischen weit verbreitet, aber Bemühungen, mit Anbietern zusammen zu arbeiten, Führungsqualitäten vollständigen auszunutzen, sowie Eingriffe in Schwellenländern zu verstärken, müssten weiterentwickelt werden.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen HIV/Aids zunehmend als strategisches Problem sowie als ihre soziale Verantwortung betrachten. Dennoch variiert die Haltung der Unternehmen nach Region, Industrie und Größe der Unternehmen.

Zu wenig Unternehmen reagierten proaktiv auf die sozialen und ökonomischen Herausforderungen, die durch HIV/Aids verursacht würden, sagt Dr. Kate Taylor, Direktorin der Global Health Initative des Weltwirtschaftsforums.

SABMiller, eine der führenden Brauereien weltweit, erklärte, dass man, als ein führendes multinationales Unternehmen in Afrika, die Erwartungen, die man dem Unternehmen gegenüber habe, anerkenne. Zu diesen gehöre die Entwicklung von stabilen und menschlichen Lösungen, um den Einfluss der Krankheit innerhalb ihres Wirkungsbereichs und innerhalb ihrer weltweiten Tätigkeitsbereiche zu begegnen und zu minimieren. HIV/Aids betreffe das Unternehmen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Arbeitskräften sowie der Gesundheit und des Wohlbefindens der Verbraucher. In einer offiziellen Positionierung heißt es, die Verbreitung von HIV/Aids sowie dessen sozio-ökonomische Konsequenzen seien Gründe für das Unternehmen, diese als Priorität in der Unternehmensführung zu betrachten. Alle angegliederten Unternehmen seien dazu aufgefordert, jährlich das Niveau des internen Risikos von HIV/Aids zu untersuchen, und die gewonnen Informationen an die unternehmenseigene Abteilung für nachhaltige Entwicklung weiterzuleiten.

Kofi Annan, der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, sagte, Aids sei destruktiv für die Wirtschaft, da es zum Tod vieler Menschen in der Blüte ihres Lebens führe. Besonders in den frühen Phasen scheine die Krankheit städtische Zentren, besser gebildete Menschen, die Führungselite und die produktivsten Mitglieder der Gesellschaft zu treffen. Diese Todesfälle führten zu Verluste für Unternehmen und Wirtschaft, so Annan. Es gebe bereits einige Beispiele dafür, was für einen enormen Einfluss gemeinsame Programme im Kampf gegen Aids haben könnten. Annan fügte hinzu, dass es diese Möglichkeiten auf Unternehmensebene gebe, da man hier erfolgreich Menschen erreichen und bilden könne, sowie auf globaler Ebene, durch Verteidigung, Unterstützung durch Sachleistungen, Engagement und direkte Spenden.

Die International AIDS Vaccine Initiative (IAVI), eine weltweit agierende, gemeinnützige Vereinigung, die an der Beschleunigung der Entwicklung von Wirkstoffen zur Prävention von HIV-Infektionen und Aids arbeitet, ist der Meinung, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten einen bedeutenden Beitrag bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Aids liefern könne. Dies sei laut IAVI durch zunehmende Verpflichtungen und Flexibilität bei der Verwendung von Geldern, die für die Erforschung und Entwicklung eines Aids-Impfstoffes vorgesehen sind, möglich.

Die IAVI erklärt, dass die derzeitigen Finanzierungssysteme der Kommission für Forschung hauptsächlich grundlegende Forschungsprojekte unterstützten, und dass diese nicht flexibel genug seien für die Unterstützung von Produktentwicklungen, oder um den Bedarf an zusätzlichen Mitteln, der während eines Prozesses der Produktentwicklung entsteht, zu decken. Die Initiative fordert des Weiteren mehr Unterstützung für internationale Produktentwicklung, öffentlich-privater Partnerschaften sowie Anreize, um das Engagement der Unternehmen zu steigern.

ActionAid International fordert den Übergang von politischen Verpflichtungen zu wirklichen politischen Maßnahmen. Die Organisation betont, es sei unerlässlich, armen und ausgegrenzten, anfälligen Gruppen das Recht auf konkrete Handlungen der Regierungen zu gewährleisten und Frauen als Führungskräfte zu fördern.

Stop Aids Alliance, eine Partnerschaft zwischen der International HIV/AIDS Alliance und Stop AIDS Now!, hat die Verfügbarkeit von Behandlungen als einen ihrer wichtigsten Arbeitsbereiche festgelegt. Die Vereinigung erklärt, dass es innerhalb der europäischen Politik wenig Anzeichen für eine Verpflichtung zur Bereitstellung von Behandlungen gebe.

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Concerns over mercury use in dental amalgam
Genon Jensen, Executive Director, Health and Environment Alliance
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