Am 22. April 2008 nahm das Parlament einen Initiativbericht über die Vorschläge der Kommission für Maßnahmen auf EU-Ebene für Organspende an. Der Bericht begrüßte die Initiative, welche die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten verbessern soll und Empfehlungen für eine Verbesserung des derzeitigen Systems macht.
Insbesondere betonten die Europaabgeordneten, dass Organspende unbedingt nichtkommerziell bleiben müsse. Sie forderten Kommission und Europol auf, Organhandel und Transplantationstourismus wirksamer zu bekämpfen. Der nichtverbindliche Bericht führt an, „dass jegliche kommerzielle Nutzung von Organen ethisch nicht vertretbar und mit den meisten menschlichen Grundwerten unvereinbar ist“ sowie, „dass finanziell motivierte Organspenden dazu führen, dass die Schenkung eines Organs zum bloßen Transfer eines Wirtschaftsguts degradiert wird“.
Die Europaabgeordneten stimmten für den Kommissionsvorschlag, einen europäischen Organsspenderausweis einzuführen, um die bestehenden nationalen Systeme zu ergänzen. Eine jüngste Eurobarometer-Umfrage über die Ansichten der Europäer zum Thema Organspende zeigte, dass acht von zehn Europäern für einen Organsspenderausweis sind.
Sie betonten weiter die Wichtigkeit, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für Organspende und -transplantationen zu verbessern, um Organspender leichter ausfindig machen zu können und um die Verfügbarkeit von Organen zu erhöhen. Um dies zu erreichen, fordert das Parlament „daher die Kommission, die Mitgliedstaaten und die Zivilgesellschaft auf, die Strukturen auszubauen, um Informationen zur Organspende stärker verbreiten und damit auch an Jugendliche in Bildungseinrichtungen herantragen zu können“. Es „schlägt vor, in diesem Zusammenhang auf bekannte Persönlichkeiten (wie Sportler und Sportlerinnen) zurückzugreifen und didaktische Pakete zu nutzen“.




